9 Dinge, die du über HPV und die kostenlose HPV-Impfung wissen musst

Was ist HPV genau? Kann ich mich als Erwachsene*r noch gegen eine HPV-Infektion impfen lassen? Und ab wann wird die HPV-Impfung kostenlos sein?

Schwarze Ärztin hält Nadel in der Hand.

"Nicht erschrecken! Das kratzt jetzt ein bisschen", während man mit gespreizten Beinen vor dem Gynäkologen*der Gynäkologin sitzt, kalte Metallgeräte und Wattestäbchen in die Vagina geschoben bekommt, entnimmt der Arzt*die Ärztin Gewebeproben für den PAP-Abstrich. Auch wenn der Gang zum Frauenarzt*zur Frauenärztin bissi nervig und die Kontrolle meist schneller vorbei ist als der Aufenthalt im Wartezimmer durch die regelmäßige Untersuchung können mögliche Veränderungen der Zellen rechtzeitig erkannt werden.

Diese Zellveränderungen können beispielsweise durch das HP-Virus ausgelöst werden. Aber wusstest du, dass sich Jungs auch gegen das Virus impfen lassen sollten? Schließlich wird eine HPV-Infektion hauptsächlich durch Sex (aber auch durch Hautkontakt im Genital- und Analbereich) übertragen. Um eine Ansteckung und schlimmere Folgen zu verhindern, sollen künftig alle Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene vom vollendeten 9. bis zum vollendeten 21. Lebensjahr die Impfung erhalten. Doch was, wenn man bereits Erwachsen, aber noch ungeimpft ist?

Kann man sich nachträglich gegen eine HPV-Infektion impfen lassen? Was für eine Krankheit ist HPV eigentlich? Und woran merkt man, ob man infiziert ist? Mit diesem Überblick geben wir dir die wichtigsten Antworten auf die Fragen zum HP-Virus.

Was ist HPV?

HPV ist die Abkürzung für das Humane Papilloma Virus. Derzeit sind mehr als 200 unterschiedliche HPV-Typen bekannt.Je nach Risikotyp (Hochrisiko oder Niedrigrisiko) können die HP-Viren unterschiedliche Krankheiten auslösen: Genitalwarzen bzw. Feigwarzen auf der Haut oder Tumore (z.B.: Gebärmutterhalskrebs oder Tumore der Vagina oder des Anus).

Wie bekommt man HPV?

Schon bei der Geburt kann das Virus auf Neugeborene übertragen werden. Die Übertragung des HP-Virus findet nämlich durch Hautkontakt, aber hauptsächlich durch Anal- bzw. Oralsex statt. Drei von vier sexuell aktiven Menschen bekommen irgendwann in ihrem Leben eine HPV-Infektion.

Wie merkt man, dass man HPV hat?

Eine HPV-Infektion verläuft meist symptomlos und unauffällig. In manchen Fällen kann es zu Hautveränderungen kommen.

Ist HPV heilbar?

Eine HPV-Infektion ist nicht behandelbar. In der Regel heilt diese innerhalb von 5 bis 8 Monaten ohne weitere Folgen von selbst ab. Die Auswirkungen (z.B.: Hautveränderungen) können allerdings beobachtet und behandelt werden.

Warum sollte man sich gegen HPV impfen lassen?

Durch die HPV-Impfung kann man sich selbst und andere vor verschiedenen Krebsarten, wie Anuskrebs, schützen. Es wird empfohlen, dass sich junge Frauen im Alter von 9 bis 17 impfen lassen, aber auch Jungs sollten sich eine Impfung holen, da diese häufig die Überträger sind.

Wie alt muss man für die kostenlose HPV-Impfung sein?

Derzeit können sich in Österreich nur Kinder im Alter von neun bis elf Jahren kostenlos gegen eine HPV-Infektion impfen lassen. Bis 18 können HPV-Nachholimpfungen zum reduzierten Selbstkostenpreis von 66,20 € eingeholt werden.

Schon ab 2023 soll die kostenlose HPV-Impfung für alle bis zum vollendeten 21. Lebensjahr zur Verfügung stehen.

Können sich Erwachsene auch gegen HPV impfen lassen?

Ja, Frauen und Männern wird empfohlen sich sogar nach Sexualkontakten gegen eine HPV-Infektion zu impfen. Für Erwachsene kostet die Impfung ca. 620 €.

Was passiert, wenn man HPV hat?

Wenn das Immunsystem die HPV-Infektion nicht bekämpft, kann es zu Zellveränderungen im Körper kommen. Dabei können die Schamlippen, der Gebärmutterhals, die Schleimhäute im Kopf-Hals-Bereich, aber auch der Anus betroffen sein. Über mehrere Jahre hinweg, kann sich hier Krebs entwickeln, weshalb ein regelmäßiger Besuch beim Gynäkologen*bei der Gynäkologin notwendig ist.

Was ist ein PAP Abstrich und wie lese ich ihn richtig?

Mit dem PAP-Abstrich werden Zellen vom Gebärmutterhals entnommen und auf Veränderungen überprüft. Das Gewebe wird dann unter einem Mikroskop genau untersucht. Das Ergebnis wird dann in vier unterschiedliche Stufen (PAP I-II, PAP III/III D, PAP IV, PAP V) eingeteilt. Je höher die Stufe, desto wahrscheinlicher ist eine Veränderung der Zellen. Wichtig: Auch PAP V bedeutet nicht automatisch, dass man Krebs hat! Wir haben für dich einen Guide,wie du deinen PAP-Abstrich richtig liest (und dir damit unnötige Panik ersparst).

 

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