86-jährige Graffiti-Sprüherin in Bern festgenommen

Die betagte Aktivistin hat sich ihr ganzes Leben lang für Frieden eingesetzt. Dass sie dabei abgeführt wurde, stört sie nicht: Sie ist "mit frohem Herzen" ins Polizeiauto eingestiegen.

Louise Schneider heißt die 86-jährige Schweizer Aktivistin, die gerade rund um die Welt Schlagzeilen macht. Die Pensionistin sprühte mit roter Farbe den Satz "Geld für Waffen tötet" auf eine Absperrwand vor der Schweizer Nationalbank. Die Augen zahlreicher Journalisten und Fotografen, die dabei anwesend waren, hielten die 86-jährige Rebellin dabei nicht auf. Die Polizei ließ nicht lange auf sich warten und nahm die Frau fest, half der älteren Dame dabei aber freundlich über die hohe Einstiegskante und brachte sie ins Polizeiauto.

Die Pensionistin ist keine Unbekannte: Als Mitglied der Organisation "Schweiz ohne Armee" hat sie zeitlebens gegen jede Form von Gewalt gekämpft. Im Interview mit Vice erzählte sie, dass sie schon als Kind Hitlers Reden im Radio hörte und immer schon sehr politisch war.

Am Dienstag startete die Gruppe eine neue Aktion. Unter dem Namen "Für ein Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten" werden derzeit Unterschriften gesammelt, um eine Volksabstimmung auszulösen. 2015 haben Schweizer Unternehmen gemäß dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) Kriegsmaterial für 446.6 Millionen Franken in 71 Länder exportiert. Auch die Schweizer Nationalbank sowie diverse Stiftungen und Pensionskassen sind in Form von gehaltenen Aktien und gewährten Krediten ins Waffengeschäft involviert.

Im Vice-Interview zeigt sich die Aktivistin sehr zufrieden: "Ich konnte im Polizeiauto eine Stadtrundfahrt machen, während die anderen wie wild Unterschriften gesammelt haben." Sie ist mit fröhlichem Herzen ins Polizeiauto gestiegen und die Polizisten hätten sie wie ihre eigene Großmutter behandelt.

Aktuell