80 Prozent der sexuellen Übergriffe werden von Österreichern begangen

Im Vorjahr hat es österreichweit 986 Verurteilungen wegen Vergehen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung gegeben.

986 Verurteilungen wegen Vergehen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung (nach Paragraf 201- Paragraf 220b StGB) gab es im vergangenen Jahr. Insgesamt wurden 963 Männer und 23 Frauen verurteilt. Diese Zahlen zeigt der neue Tätigkeitsbericht der Strafjustiz für das Jahr 2015.

79,3 Prozent der Straftäter sind österreichische Staatsbürger. Konkret besaßen 782 Verurteilte die österreichische Staatsbürgerschaft, 204 nicht. Von diesen stammten 89 (9 Prozent) aus dem EU-Raum, 32 (3,2 Prozent) aus dem ehemaligen Jugoslawien und 31 (3,1 Prozent) aus der Türkei.

Weniger Verurteilungen bei Vergewaltigungen

Die Zahlen der verurteilten Vergewaltigungen sind rückläufig: von 140 im Jahr 2013 und 126 im darauf folgenden Jahr sind sie auf zuletzt 117 gesunken.

Opferschutzeinrichtungen orten großen Nachholbedarf bei der Unterstützung der Opfer und der Tatsache, dass die meisten Anzeigen ins Leere führen. In einer 2009 veröffentlichten europäischen Studie (Kelly, Liz; Seith, Corinna) zeigte sich, dass in Österreich nicht einmal eine von zehn Vergewaltigungen zur Anzeige gebracht wird und nicht einmal jede 5. Anklage zu einer Verurteilung führt.

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