8 kleine Alltagsveränderungen, die euch glücklicher machen

Wir haben 8 einfache Tipps herausgesucht, die helfen, wenn man gerade in einer schlechten Phase steckt.

Manchmal ist man einfach traurig, und weiß nicht, warum. Und obwohl depressive Verstimmungen auch absolut okay sind, weil man ja nicht immer supergut drauf sein und fröhlich durch's Leben hopsen muss, haben die meisten von uns schon eher das Bedürfnis, einen Weg zu finden, da wieder herauszukommen. Und auch wenn man nicht explizit traurig ist, denkt man sich manchmal vielleicht einfach, dass man insgesamt glücklicher sein könnte. Glück ist prinzipiell immer gut, und noch besser, wenn es leicht geht.

Mir zumindest ging es in letzter Zeit so, dass ich aus unerfindlichen Gründen einfach ein wenig traurig war. Dass Schlafmangel und Überarbeitung etwas damit zu tun haben könnten, ahnte ich schon. Aber es erschien mir eine gute Idee nach Möglichkeiten zu suchen, die man sofort umsetzen kann und die unmittelbar die Stimmung aufhellen. Und siehe da: Diese Möglichkeiten gibt es. Und es ist auch überhaupt nicht egoistisch, sich um sein eigenes Glück zu sorgen: Menschen, die glücklicher sind, geben auch eher zurück. Sie spenden mehr Geld, sie spenden mehr Zeit, kümmern sich mehr um ihre Mitmenschen und arbeiten besser. Wer sich also nicht um seinetwillen um sein eigenes Glück kümmern möchte, sollte es zumindest der Umwelt und dem Kapitalismus zuliebe tun, da man sonst kein fleißiges Arbeiterlein ist. (Ich tue es, weil ich traurig sein schon ein bisschen grindig finde, um ehrlich zu sein.)

1) Genug schlafen

Das klingt, wie der banalste Tipp überhaupt, und er ist es auch. Aber viele Erwachsene halten sich einfach nicht daran, allen voran ich. Wer schläft schon jede Nacht 7-8 Stunden? Menschen, die unter 10 sind oder eine gute Selbstorganisation haben. Beides trifft auf mich nicht zu. Sollte es aber: Schlafmangel hat ganz drastische Auswirkungen auf unser Wohlbefinden, und die Fähigkeit sich sorglos, glücklich und nicht zum Kotzen zu fühlen. Langfristig führt Schlafmangel nicht nur zu Depressionen, sondern auch zu stressbedingten Entzündungen im Körper, die uns früher sterben lassen. Wer also nicht nur glücklich sein, sondern einfach leben will, sollte um 10 Uhr endlich das Handy zur Seite legen und die Augen schließen.

2) Nicht auf den "Schlummern"-Knopf drücken

Vielleicht klingt das depressiver, als es gemeint ist, aber wenn in der Früh mein Wecker klingelt, wirkt es wie eine bessere Option, zu sterben als tatsächlich aufzustehen. Statt also dem Leid ein Ende zu bereiten und dem Wecker nachzugeben, entscheide ich mich für die kurzfristige Befriedigung, noch ein bisschen weiter zu schlafen und danach konsequenterweise 10 bis 15 Mal für die Schlummern-Option. Das kostet mich täglich bis zu zwei Stunden Zeit. Was wie eine kurzfristige Erlösung wirkt, ist tatsächlich aber eine Art, sich einfach 90 bis 180 Minuten lang zu foltern. Nach dem Schlummern ist man schlechter drauf, als vorher, und schleppt den ganzen Tag einen Schlaftaumel mit sich rum. Am nächsten Tag ist man beim Aufwachen noch dazu noch müder als am Tag zuvor. Science says: Nein danke zur Schlummer-Taste.

3) Morgens das Bett machen

Das ist mein Lieblingstipp, weil er so supereinfach umzusetzen ist. Aber trotzdem fühlt man sich in der Früh gleich so, als hätte man schon etwas Gutes für sich getan und das Schlafzimmer sieht danach aus, als würde eine Königin darin wohnen und nicht ein ordnungsloser Hobbit, der die Kontrolle über sein Leben verloren hat. Die Statistik gibt mir recht: 71 Prozent der Menschen, die ihr Bett machen, fühlen sich glücklich, während 62 Prozent der Menschen, die dies nicht tun, sich unglücklich fühlen.

Man fühlt sich danach produktiver und stärker, und es bereitet einen darauf vor, andere Aufgaben erfolgreich zu erledigen. Es mag klingen, wie die Moral eines konservativen Pädagogen, aber ein guter Tag beginnt mit einem gemachten Bett.

4) Für äußere Ordnung sorgen

Obwohl man es schon weiß, ist es immer wieder schwierig, es durchzuführen. Sobald man äußerlich für Ordnung gesorgt hat, ist es leichter, sich innerlich geordnet zu fühlen. Ich bin nicht die einzige, der es so geht: Studien bestätigen, dass man sich in unaufgeräumten Räumen nicht konzentrieren kann und aufgeräumte Räume Stress und Depressionen lindern können.

Tipps die dabei helfen können sind, sich eigene Regeln zu setzen. Zum Beispiel: Alle Tätigkeiten, die in unter einer Minute erledigt werden können, müssen sofort erledigt werden. Dadurch muss zum Beispiel der eine Teller sofort abgewaschen werden, oder man räumt das Kleidungsstück, das man gerade herausgenommen hat, sofort zurück in den Schrank. Eine andere Möglichkeit: Man setzt sich täglich einen 15-Minuten-Timer auf dem Handy, und räumt alles, was in dieser Zeit möglich ist, weg. So kann man zumindest in bestimmten Räumen zurück zur Ausgangslage kommen.

Gretchen Rubin ist im Buch "The Happyness Project" auf der Suche nach genau jener Form von Glück, die man eben sucht, wenn eigentlich eh alles in Ordnung ist. In diesem Youtube-Video spricht sie davon, wie ein Freund von ihr gesagt hat: "Ich hab endlich meinen Kühlschrank ausgemistet, jetzt hab ich das Gefühl, ich kann endlich meine Karriere in die Hand nehmen." Kennen wir das Gefühl nicht alle?

5) Bewegung

Das ist natürlich auch ein alter Hut, aber Bewegung hat eine positive Auswirkung auf die Stimmung. Oft fühlen wir uns zu müde, um uns zu bewegen, aber dahinter steckt ein Trugschluss: Wenn wir nicht gerade Hochleistungssport betreiben, gibt uns die Bewegung eigentlich mehr Energie. Gerade wenn wir müde sind und fertig von der Arbeit, ist ein 15-minütiger Spaziergang oder einmal kurz in die Luft springen - es hat wohl irgendetwas damit zu tun, die Füße in die Höhe zu bekommen - ein super Energiespender und Glücklichmacher.

6) Gruppen gründen

In allen Studien die man allgemein so zu Glück und Zufriedenheit von Menschen findet, stehen Beziehungen und soziale Interaktion an oberster Stelle. Wir Menschen sind einfach soziale Wesen, und nichts kann persönlichen Kontakt ersetzen.

Dabei kann es schon helfen der Busfahrerin oder dem Billaverkäufer zuzulächeln, oder mal wieder einen entspannten Abend mit der besten Freundin bei einer Pizza zu verbringen. Auch eine intensive Umarmung kann die Stimmung schon erheben.

Und obwohl es ein wenig absurd wirkt, menschliche Beziehungen möglichst effizient organisieren zu wollen, schlägt Gretchen Rubin, Autorin von "The Happyness Project" vor, sich mit Gruppen von Menschen zu treffen. Dadurch trifft man sich regelmäßig, wenn man mal nicht kann, ist es nicht schlimm, und Gruppen bilden sich meist rund um gemeinsame Interessen. Das kann ein Buch- oder Leseclub oder ein Strickverein sein, aber man kommt regelmäßig mit gleichgesinnten Menschen in Austausch.

7) Geben

In meinen Jugendjahren und auch während des Studiums gehörte soziales Engagement noch mehr zu meinem Alltag, mit dem Erwachsenenleben und dem Arbeitsalltag hat sich das irgendwie aber aufgehört. Das liegt natürlich daran, dass ich immer weniger Zeit habe, aber ich merke, wie es mir abgeht. Es fehlt einfach ein bisschen die Perspektive, das eigene Leben in Relation zu sehen. Und das ist gerade in einer Tiefphase ganz besonders wichtig. Wer sich sozial engagiert, ist weniger stark von Depression betroffen und lebt sogar länger. Auch der positive Effekt von Spenden auf unsere Psyche wurde schon nachgewiesen.

8) Social-Media-Verbot

Wir kennen das doch alle: Der Vergleich mit anderen ist der Killer jedes Glücksgefühls. Und durch das Social-Media-Zeitalter leben wir einfach in einer Zeit des ständigen Vergleichs. Aber dadurch, dass jeder immer nur die positivsten Eindrücke seines Lebens postet, glauben wir ständig, unsere Leben wären nicht so aufregend und hecheln nur einer ständigen Illusion hinterher. Das macht keinen Spaß und ist erwiesenermaßen schlecht für's Gemüt. Das Handy vor und nach dem Schlafen als erstes in der Hand zu haben, ist außerdem schlecht für unsere Schlafqualität, die ja wie schon besprochen auch immanent mit unserem Wohlbefinden und unserem Glücksgefühl zusammenhängt.

In nächster Zeit werde ich mich zwingen, nach dem Aufstehen nicht als erstes zum Handy zu greifen, sondern statt dessen erst Mal darüber nachzudenken, wofür man an diesem Tag im Leben dankbar sein kann. Das ist nämlich überhaupt ein kleiner Glücks-Geheimtipp.

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