78 % der Männer wären bereit die Verhütung zu übernehmen

Aktuell wird an zwei männlichen Verhütungsmitteln mit großem Potenzial geforscht.

78 % der Männer wären bereit die Verhütung zu übernehmen

Was würde passieren, wenn es auch attraktive Verhütungsmethoden für Männer geben würde? Würden sich die Dynamik von Paaren verändern? Würden Männer diese überhaupt nehmen wollen? Und was wären die größten Bedenken? Aktuell werden zwei männliche Verhütungsmethoden mit großem Potenzial genauer untersucht. Eines ist ein auftragbares Gel (NES/T), das die Anzahl der Spermien wirksam reduziert. Das Zweite (RISUG) ist eine nicht-hormonelle Injektion in die Samenleiter, die die Freisetzung von Spermien stoppt. Beide Ansätze weisen bisher kaum oder nur geringe Nebenwirkungen auf, und genau das ist etwas, das für viele Männer ausschlaggebend sein wird, ob sie bereit sind diese anzuwenden. Es wird erwartet, dass das Gel rund 2027 in den USA auf den Markt kommt, die Injektion noch heuer auf den indischen Markt.

Männer bereit?

Das ergibt eine Studie der Paarvibratoren-Marke WeVibe in Kooperation mit Ylabs, einer amerikanischen Forschungseinrichtung aus dem Harvard Innovation Lab. Dort wurde erforscht, wie aktuell die Meinung und Bereitschaft der Männer zu Verhütungsmitteln ist. Es wurden 3.500 Menschen und sieben Sex-Expert*innen aus unterschiedlichen Ländern befragt.

Die Studie zeigt sehr klar: Die Mehrheit der Männer wollen sich der gemeinsamen Verantwortung stellen und die Chancen stehen gut, denn die erhöhte Nachfrage kurbelt die Forschung an. Denn die Studie zeigt ganz klar: Männer wollen auch verhüten. Weltweit möchten 78 Prozent der männlichen Studienteilnehmer*innen die Verantwortung für die Verhütung gemeinsam mit ihren Partnerinnen teilen und sprechen sich positiv gegenüber männlichen Verhütungsmitteln aus. Diese Entwicklung wird vor allem von Millennials und der Gen Z vorangetrieben.

Angst vor Nebenwirkungen

Als Frau brauchen wir nicht lange erklären, dass mit einem Verhütungsmittel auch immer mögliche Nebenwirkungen kommen (Hallo, die Pille) und Libidoverlust hereingehen könnte. Und auch wenn das Interesse der Männer prinzipiell groß ist, so geben 41 % der Männer an, dass sie keine Nebenwirkungen tolerieren würden, vor allem wenn diese ihre Libido beeinflussen könnte. Zusätzlich haben Frauen auch Angst die Verantwortung abzugeben und machen sich beispielsweise Sorgen, der Partner könnte die Verhütungsmittel nicht regelmäßig einnehmen. Hier muss also noch viel passieren, bis es wirklich zu einer Veränderung in der Gesellschaft kommen kann und wird.

Aktuell befasst sich kein einziges großes Pharmaunternehmen mit potenziellen männlichen Verhütungsmitteln. Der Großteil des Fundings für die Forschung stammt aus staatlichen Mitteln und von gemeinnützigen Organisationen (z. B. Male Contraceptive Initiative) und die Forschung würde selbstverständlich schneller vorankommen, wenn sich auch große pharmazeutischen Unternehmen mit finanziellen Mitteln an der Forschung beteiligen würden.

 

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