7 Wege, wie du deinen eigenen Rassismus bekämpfst

internalisierten Rassismus bekämpfen

Erklärung zu den verwendeten Begrifflichkeiten im folgenden Text:

Der Begriff People of Color beschreibt keine Hautpigmentierung, sondern ist ein Sammelbegriff für Personen, die wegen ethnischer Zuschreibungen Rassismuserfahrungen gemacht haben.

Ebensowenig ist Weiß nicht auf die Hautfarbe im biologischen Sinn bezogen. Wer als weiß gilt, ist also nicht von der Pigmentierung der Haut, sondern vom Kontext abhängig. Der Begriff meint alle Personen, die aufgrund des Aussehens keine Erfahrung mit Rassismus machen.

Rassismus tötet. Das zeigt – leider mal wieder – der jüngste Fall von George Floyd. Jede*r vierte durch Polizeigewalt Getötete in den USA ist Schwarz, obwohl Schwarze Menschen nur 13 Prozent der Amerikaner*innen ausmachen. Das zeigt eine Studie der Washington Post aus 2019.

Aber auch hierzulande haben wir ein Problem mit Rassismus – und das beginnt schon dabei, ihn zu benennen. Bis heute sind die gesellschaftlichen Strukturen so, dass Weißsein mit Privilegien verbunden ist. Diese zu erkennen und zu bekämpfen, bedarf Bewusstseinsarbeit. Leisten wir die nicht, erhalten wir (unbewusst) mit unserem Handeln, unserem Denken, unserer Sprache ein zutiefst rassistisches System, in dem wir sozialisiert wurden und werden, aufrecht. Daher:

1. Höre People of Color zu, wenn sie über White Privilege und Alltagsrassismus sprechen.

Höre marginalisierten Menschen zu. Nimm ihre Sorgen ernst. Mach sie sichtbar, reposte sie auf sozialen Medien, mach' ihre Stimme durch deine Plattform lauter.

2. Nimm die Gefühle von People of Color zur Kenntnis.

Und zwar als das, was sie sind: Ergebnis von diskriminierenden Strukturen. Mach sie mit Aussagen wie "Das war sicher nicht so gemeint" nicht kleiner.

3. Reflektiere über deine eigenen rassistischen Handlungen.

Du als Individuum bist nicht für systemischen Rassismus verantwortlich, aber: Du reproduzierst sehr wahrscheinlich Rassismen in deinen Handlungen, in deiner Sprache, in deinem Denken. Wir wurden alle in einem rassistischen System sozialisiert, wir haben Diskriminierungsformen verinnerlicht und in der Vergangenheit rassistisch gehandelt bzw. tun das vermutlich immer noch. Es ist unsere Verantwortung, internalisierten Rassismus zu erkennen und aufzubrechen. Setze dich mit deinem Weißsein auseinander – etwa mit dem 28-tägigen Workbook "Me and White Supremacy" der Aktivistin Layla F. Saad.

4. Bilde dich selbstständig weiter …

Google, lies Bücher von People of Color, höre ihre Podcasts, schau ihre Filme, folge ihren Social-Media-Accounts – etwa @iamrachelricketts, @laylafsaad, @sassy_latte, @tupoka, @wirmuesstenmalreden, @nowhitesaviors, @bellhooks. Auf Social Media liefern von Rassismus betroffene Menschen oft kostenlos Informationen, Erfahrungen, Wissen. Nütze das – und unterstütze Aktivist*innen auch finanziell, wenn du das kannst.

5. … bevor du Betroffene um Hilfe fragst.

People of Color sind nicht dazu verpflichtet, gratis Bildungsarbeit für dich zu leisten. Sei dir dessen bewusst und erwarte nicht, jederzeit People of Color als deine Ressource für Aufklärungsarbeit nutzen zu können.

6. Unterstütze antirassistische Bildungsarbeit – auch finanziell, wenn dir das möglich ist.

Viele Social-Media-Accounts, die antirassistische Bewusstseinsarbeit leisten, kannst du über Paypal, Steady, Venmo, etc. finanziell unterstützen – informiere dich und bezahle, wenn es dir finanziell möglich ist, die Personen, von denen du lernen durftest.

7. Weise andere auf problematisches Verhalten hin.

Unterhalte dich mit deiner Familie, deinen Freund*innen, deinen Kolleg*innen über Rassismus, reflektiert und überlegt gemeinsam, wie ihr Rassismus in eurem Umfeld minimieren könnt. Gib dein Wissen an andere Weiße weiter – sie hören dir wahrscheinlich eher zu als sie People of Color zuhören würden. Nutze deine Privilegien.

 

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