7 Strategien, wie Sie mit Ihrem schwierigen Chef umgehen können

Schlechte Führungskraft? Man kann den Spieß umdrehen und als Mitarbeiter den Chef ein wenig lenken und leiten.

Auf seinen Chef einwirken und versuchen, ihn sogar ein bisschen zu führen, kann im Job glücklicher machen, glaubt Strategieberater Heinz-Jürgen Herzlieb und verwendet dafür den Begriff "Cheffing". Damit ist ein "Führen von unten" gemeint, das grundsätzlich auf ein gutes Miteinander abzielt und in dem man als Mitarbeiter eben eine aktivere Rolle einnimmt. "Wer Cheffing betreibt, ist zufriedener mit sich, hat mehr Erfolg im Beruf und bekommt mehr Respekt von Vorgesetzten", ist sich Herzlieb sicher.

Die Einflussnahme auf den Vorgesetzten beginnt schon damit, wie man sich ihm gegenüber verhält: Wer mit gesenktem Kopf ins Büro des Chefs kommt und sagt:" Ich wollte nicht stören, aber ...", wird weniger Aufmerksamkeit ernten, als jemand, der selbstsicher eintritt und sagt: "Chef, ich habe eine wichtige Frage." An seinem Auftreten zu arbeiten hält Hein-Jürgen Herzlieb deshalb für den ersten Schritt, wenn man ein bisschen "Cheffing" betreiben will.

7 Strategien für den Umgang mit Ihrem Vorgesetzten

Chefs brauchen viel Fingerspitzengefühl, betont Monica Deters auch in ihrem Buch Dance with the Boss: Wie Mitarbeiter ihre Chefs taktvoll führen (campus-Verlag, € 20,60) und erklärt, wie man als Mitarbeiter zu einem partnerschaftlichen Umgang mit dem Vorgesetzten beitragen und das Vertrauen schaffen kann, das in Zukunft immer wichtiger werden wird. Je nach Typ empfiehlt sie unterschiedliche Strategien. Ein paar Punkte gelten aber ganz generell:

1. Chef Chef bleiben lassen.

Blaukraut bleibt Blaukraut und Boss bleibt Boss. Akzeptieren und vor allem respektieren Sie: Er ist der Chef. „,Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.´ Diese Weisheit zu nutzen ist sinnvoll, denn ab diesem Moment gehen sie in die Führung. Sie leben etwas vor“, schreibt Deters. Wer also andere Menschen, auch wenn sie Chef sind, respektiert und freundlich ist, erntet (früher oder später) Wertschätzung.

2. Einklang finden.

Beobachten, erkennen, handeln! Sich auf seinen Chef einstellen zu können, ist die halbe Miete, meint Monica Deters. Folgende Fragen helfen auf dem Weg zu mehr Einklang: Was für ein Typ Mensch ist er? Wie arbeitet er? Was ist ihm wichtig? Wo legt er den Schwerpunkt? Und dann danach agieren.

3. Ausgleichend eingreifen.

Jedem kann mal was passieren, auch Chefs sind nicht unfehlbar. Aber genau dafür ist ein Team da, sagt Deters: „Schwächen des anderen können Sie auch mal (unauffällig) ausgleichen.“ Was es bringt? Ihr Chef weiß – auf Sie kann er sich verlassen und agiert umgekehrt ja vielleicht bald genauso.

4. Feedbacken und loben.

Mit Feedback und Lob könnte wohl generell großzügiger umgegangen werden. Die Tipps unserer Experten: Nichts erwarten, auch die gute Arbeit des Chefs sehen und anerkennen, sich selbst loben oder konstruktives Feedback einfordern.

5. Reden, reden, reden.

Ob verbal oder nonverbal, miteinander zu kommunizieren ist in der Zusammenarbeit oberste Prioriät. Es verhindert Konflikte, löst Probleme, schafft Vertrauen ...

6. Sich was fordern trauen.

„Wer nicht sagt, was er möchte, der bekommt es auch nicht“, schreibt Monica Deters und plädiert deshalb für mehr Mut, auch auf seine eigenen Forderungen und Bedürfnisse zu schauen. Sind Sie zufriedener, hat ja auch das Unternehmen was davon.

7. Übung macht den Mitarbeiter des Monats.

Auch wenn man, vor allem im Job, daran gewöhnt ist, immer schnell Höchstleistungen zu bringen – wenn es ums Führen Ihres Chefs geht, erlauben Sie sich ruhig ein bisschen Übungszeit, empfiehlt Monica Deters. „Das meiste, was wir im Leben tun, müssen wir erst lernen, und wir müssen üben, um richtig gut darin zu werden.“ Wer also beim ersten Gespräch mit seinen Forderungen nicht durchkommt, der kann sich überlegen, wie er es beim nächsten Mal besser machen kann. Profi im Chef-Führen wird man eben nicht von jetzt auf gleich, das braucht Zeit.

Sie machen ständig Überstunden und bewältigen Zusatzaufgaben? Das rät Strategieberater Heinz-Jürgen Herzlieb:

1. FRÜHER. Sie sagen, dass Sie den Auftrag gern erledigen und bitten ihn, Sie nächstes Mal früher zu informieren.

2. MORGEN. Sie sagen, dass Sie heute eine wichtige Verpflichtung haben, sich aber morgen sofort darum kümmern.

3. AUFTEILEN. Sie fragen, ob man die Aufgabe vielleicht aufs Team aufteilen kann.

4. KLÄREN. In einem Gespräch bitten Sie, ob Sie zugunsten der Zusatzaufträge andere Aufgaben abgeben können.

Aktuell