7 Gründe, warum es gut ist, dass Pamela Rendi-Wagner die SPÖ führt

Wow – Frau on top. Pamela Rendi-Wagner ist seit 22. September designierte Chefin der SPÖ. Am 24. und 25. November findet der Bundesparteitag statt, an dem sie offiziell gewählt werden soll.

Und weil's ab Tag 1 klarerweise einige „Ist ihr das nicht zu viel?“- und „sie hat ja keine Hausmacht ...“-Querschüsse gab, hier ein paar Gründe, warum es gut ist, dass sie es ist. Auch gerne für die Genossen selbst als Inspiration...

1) Weil sie JA gesagt hat.Frauen tendieren einfach immer noch dazu, Karrieresprünge nicht zu nehmen. Kann ich das? Wie finden das die anderen? Was, wenns in die Hosen geht? Fragen, die sich irgendwie nur Frauen stellen, Männer nie. Rendi-Wagner hat „Ja“ gesagt und empowert uns schon allein damit. Aber ganz sachlich:  Wenn ein Studienabbrecher Bundes- und ein Zahntechniker Vizekanzler sein kann, kann sich eine renommierte Medizinerin und Gesundheitsministerin die Parteispitze schon zutrauen. Zum Glück ist es noch kein K.-o.-Kriterium, wenn jemand auch mal eine Ausbildung fertig macht.  Rendi-Wagner sagt: „Im Zweifel ja sagen!“. Und wir sind ihrer Meinung.

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2) Weil sie durch die SPÖ gehört wird. Die SPÖ, als größte Oppositionspartei des Landes, wird natürlich gehört. Bis jetzt war die Stimme des Chefs immer männlich. Aber wenn jetzt eine Frau, nämlich Rendi-Wagner, über Zusammenhalt, Chancengleichheit und Gleichberechtigung redet, bekommen das Millionen von Menschen mit. Und überlegen sich vielleicht, ob es diese Frau an der Spitze vielleicht sogar ernst meinen könnte. Ein bisschen mehr Glaubwürdigkeit würde dieser Sozialdemokratie echt nicht schaden. Rendi-Wagner hat sie.

 

3) Weil sie KEINE „Hausmacht“ hat. Wann sind innerparteiliche Machtkämpfe und Verbandelungen so enorm wichtig geworden, dass sie ein eigenes Wort bekommen haben? Und by the way – wie unsympathisch ist dieses Wort? Zählen persönliche Befindlichkeiten einzelner Interessensgruppen wirklich so viel? Ohne jetzt unnötig naiv wirken zu wollen, sagen wir: Just eine Chefin ohne Hausmacht kann DIE Hausmacht ein bisschen entmachten.

 

4) weil sie Gesundheitsexpertin ist. Gerade bei den gesellschaftlichen Umbauten, die gerade diskutiert werden, wie die Zusammenlegung der Krankenkassen, dem Umbau der UVA, Einsparungen im Sozialbereich usw. ist es gut jemanden zu haben, der sich auch echt damit auskennt. Sie war selbst mittendrin. Sie weiß, wie es PatientInnen, ÄrztInnen, Schwestern und  Pflegern geht. Der Gesundheitsbereich betrifft uns alle und er sagt viel über eine Gesellschaft aus. Er ist ein starkes Ressort. Es ist gut, dass eine führende Politikerin ihn nicht nur aus der Theorie kennt. Was uns zum nächsten Punkt bringt:

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5) weil sie weiß, was uns weggenommen werden kann. So starr „Alte-Männer-Politik“ sein mag, so unempathisch kann Politik von Menschen sein, die nichts erlebt haben. Manche Probleme muss man auch persönlich durchgemacht haben, um sie in ihrer Tragweite zu verstehen. Wie Kinderbetreuung: Jemand der nicht weiß, wie sich der Druck anfühlt, wenn das Kind krank ist, die Arbeit aber einfach gemacht werden muss, wird nicht verstehen, wie wichtig ein funktionierendes Betreuungssystem und eine arbeitsrechtliche Absicherung in so einem Fall ist. Aber natürlich, wenn man will, dass Frauen von Männern abhängige Gratis-Zuarbeiterinnen sind, ist eine regressive Frauen- und Sozialpolitik wahrscheinlich Absicht. Was wir haben, kann uns ganz schnell weggenommen werden. Rendi-Wagner vergisst das als berufstätige Mutter zweier Töchter sicher nicht.

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6) Weil auch Ariana Grande- und Beyonce-Fans eine politische Heimat brauchen. Ja, alle Analysen sagen es: Frauen wählen eher progressiv als konservativ. Besonders die jungen mögen es modern, sozial und umweltbewusst. Aber man muss halt ihre Sprache sprechen, die Codes kennen und ihre Medien bespielen, um sie zu erreichen und ihnen das Gefühl zu geben, einen Platz zu haben und gehört zu werden. Pamela Rendi-Wagner hat das Potenzial dazu. Wir würden ihr sofort auf Instagram folgen. Der Account ist schon da. Foto und Story mittlerweile auch. #losgehts

 

7) No na  - weil es Zeit wurde, dass die SPÖ eine Frau an der Spitze hat. Die SPÖ gibt es seit 1889. Sie ist eine der zwei größten und ältesten Parteien Österreichs und hatte noch nie eine Frau als Chefin! (Die ÖVP übrigens auch nicht.) In Österreich leben 8,822.670 Menschen. Davon sind 4,483.749 – in Prozent ca. 50,8 %, also etwas mehr als die Hälfte - Frauen. 50,8 % des Kuchens und damit auch der politischen Mitbestimmung - stehen uns zu. Go for it!

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