7 gängige Irrtümer über Depressionen

Wenn Menschen nur noch traurig sind, nichts mehr Freude bereitet und der Alltag zur Qual wird, spricht man von einer Depression. Im schlimmsten Fall verlieren Betroffene ihren Lebenswillen. Dabei sind Depressionen behandelbar, allerdings ist die Unwissenheit über die Erkrankung groß. Wir machen Schluss mit Irrtümern.

1. Eine Winterdepression hat die gleichen Symptome wie eine echte Depression.

Stimmt nicht. Eine Winterdepression ist auf den Lichtmangel in der kalten Jahreszeit zurückzuführen und vergeht in der Regel wieder, wenn die Sonne wieder öfter scheint. Die Symptome können ähnlich verlaufen, aber weit nicht so ausgeprägt. Eine echte Depression macht sich durch allgemeine Lustlosigkeit, einen Leistungsabfall in der Arbeit, Schlafmangel, rasche Erschöpfung, Mangel an Appetit, Gewichtsverlust, und auch einer Nachlässigkeit bei alltäglichen Aufgaben bemerkbar.

Youtube: Ausschnitt aus einer Spiegel-Dokumentation

2. Depressionen müssen nicht behandelt werden.

Depressive Menschen haben häufig auch an Suizidgedanken. Außerdem sterben depressive Menschen auch früher, es handelt sich somit keineswegs um „nichts". Bei einer Depression braucht man ärztliche Betreuung und eine Behandlung in Form von Tabletten oder Gesprächstherapien.

3. In schlechten Beziehungen bekommt man eher Depressionen.

Das kann man so nicht sagen. Wie eine Beziehung verläuft ist meist auch ein Wechselspiel mit der Erkrankung. Es ist nämlich nicht ganz einfach mit Betroffenen zusammenzuleben. Außerdem sind Singles häufiger betroffene als Personen in fixen Beziehungen. Frauen leiden öfter an einer Depression. So erleiden 16 bis 22 Prozent aller Frauen im Laufe ihres Lebens an einer Depression, während acht bis zwölf Prozent aller Männer davon betroffen sind.

4. Die Hektik unserer Zeit verursacht häufiger Depressionen.

Depressionen gab es schon immer, aber heute werden sie häufiger erkannt als früher. Es ist aber weniger, die Hektik, die zu Depressionen führt, sondern vielmehr das Allein sein durch Scheidungen oder auch eine Zunahme der Arbeitslosigkeit.

5. Viel Arbeit macht depressiv.

Tatsächlich sind Berufstätige seltener betroffen als Arbeitslose oder Menschen, die aus irgendwelchen Gründen arbeitsunfähig sind. Allerdings kann ein Burnout, also ein Ausgebrannt sein durch zu hohe Anforderungen, auch von einer Depression begleitet werden.

6. Bei einer Depression muss man sich zusammenreißen, dann geht es wieder!

Für Betroffene sind die kleinsten Tätigkeiten im Alltag eine Qual. Die Erkrankung ist schließlich auch keine Frage der Einstellung, sondern manifestiert sich im Hirn. Die Konzentration der Botenstoffe Serotonin (werden oft als Glückshormone bezeichnet) und Noradrenalin (ist für die Anpassung an Stress zuständig) ist durcheinander.

7. Labile Menschen sind gefährdeter.

Wer eine Depression hat ist auf den ersten Blick nicht erkennbar, nach außen hin können das völlig gesunde und fröhliche Menschen sein. Depressionen haben mit der inneren Festigkeit nichts zu tun.

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