7 FreundInnen, die jedes Landkind hat

Jedes Landkind kennt sie. Wenn nicht, bist du es sogar vielleicht selbst.

Im Laufe unseres Lebens schließen wir immer wieder neue Freundschaften. Und weil es am Land eine kleinere Auswahl an potentiellen GefährtInnen gibt, freundet man sich mit den unterschiedlichsten Menschen an. Wir haben die typischen Freunde, die Landkinder haben (natürlich ein bisschen überspitzt) zusammengefasst.

Auto-ProletIn

Der aufgemotzte 3er Golf ist ihr ganzer Stolz, die Tankstelle ihr Revier. Genau: es ist der legendäre Auto-Prolet. Wir alle kennen ihn oder sie, denn sie verstecken ihre Leidenschaft nie: Stahlfelgen, "Wer bremst verliert"-Autotattoo, blendende Lichter und überhaupt das volle Tuning-Programm - kein Dorf-Parkplatz ist vor ihnen sicher. Urlaub machen sie nicht in Italien oder Kroatien, sondern beim Wörthersee GTI-Treffen - ihr absolutes Highlight des Jahres. Urlaub braucht man auch als BeifahrerIn einer AutoproletIn: Denn ihr Fahrstil ist mehr als gewöhnungsbedürftig.

Pferdemädchen

Jede freie Minute verbringt sie im Stall. Deshalb ist es auch ziemlich schwierig einen Termin bei der Pferdemädchen-Freundin zu ergattern, ohne selbst ein Pferdemädchen zu werden. Sitzt sie nicht hoch zu Ross, redet sie ausschließlich nur von ihren Haustieren und ihrem Reiturlaub in Island, den sie vergangenen Sommer gemacht hat.

Zeltfest-Fotograf

Er ist immer zur Stelle und drückt genau dann auf den Auslöser, wenn auf Dorf-Festen alle komplett fertig und betrunken ausschauen. Am öftesten ist der Zeltfest-Fotograf aber selbst auf seinen Fotos zu sehen, die er mit der Spiegelreflex-Kamera im Automatik-Modus und Selfie-Stil knipst. Bier, Namensschild, Schweißbänder in den Farben der Österreich-Flagge, sowie zehntausend Visitenkarten mit der URL der Foto-Homepage sind seine liebsten Accessoires.

Die Kindheitsfreundin

Eigentlich habt ihr nichts mehr gemeinsam - außer vielleicht das Krankenhaus, in dem ihr beide und auch alle anderen Kinder aus dem Dorf geboren seid. Ihr habt zusammen den Kindergarten, die Volksschule und auch in die Hauptschule bestritten, aber irgendwann haben sich die Wege dann doch getrennt. Trotzdem versucht ihr noch immer Kontakt zu halten, obwohl man sich bei den wenigen Treffen nicht mehr wirklich viel zu sagen hat.

Der Hobby-Profi-Fußballer

Er erzählt immer und überall voller Stolz, dass er damals in der C-Mannschaft der allerbeste und talentierteste Nachwuchsspieler war. Er war auch kurz auf einer Fußballakademie, wo er von Trendscouts zu einem Probetraining einer Bundesliga-Mannschaft eingeladen wurde. Tragisch: Er erzählt jedem wehleidig, dass eine Verletzung (Muskelzerrung) schuld daran war, dass er doch nicht Weltfußballer des Jahres geworden ist. Am liebsten trägt er ein überlanges Markenshirt, enge, schwarze Jeans, überteuerte Sneakers und ein Cap mit Aufdruck. Alles muss teuer aussehen, damit er so wirkt, als wäre er tatsächlich Profifußballer geworden.

Der, bei dem man immer vorglüht

Vorglühen ist ein wichtiger Bestandteil einer Jugend am Land. Vor der Party in der 30 Kilometer entfernten "Stadtdisco" oder dem Zeltfest im Nachbarsort wird ordentlich vorgetrunken. Und hier kommt der nächste Freundschafts-Typ ins Spiel: Der, bei dem man immer vorglüht. Er hat dauernd sturmfreie Bude und seinen Eltern scheint alles komplett egal zu sein. Ob exzessive Hausparty oder stundenlanges Vorglühen - es geschieht im Haus seiner Eltern, die irgendwie nie zu Hause sind und sich auch nicht über kaputte Sessel, Eierspeis-Pfannen oder schmutzige Klos beschweren.

Die Veganerin

Der schlimmste Albtraum einer jeden Land-Oma: Wenn du eine vegane Freundin mit nach Hause bringst. Das ist fast so, als würdest du einen vorbestraften Kriminellen zum Mittagessen nach der Schule einladen. Kommt die vegane Freundin zu Besuch, wird nämlich der Ausnahmezustand ausgerufen, denn "Was kann ich denn kochen, das sie auch essen darf? Eine klare Rindsuppe isst sie schon oder?". Die arme Freundin muss dann ausführlich erläutern, warum Huhn, Eier und Käse nicht vegan sind.

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