7 Dinge, für die man sich nie entschuldigen sollte

"Entschuldigung!", "Das tut mir Leid!" - Diese beiden Phrasen haben sich viel zu viel in unseren Alltag eingeschmuggelt. Denn es tut unseren Mitmenschen und vor allem uns selbst gut, sie in bestimmten Situationen aus unserem Wortschatz zu streichen.

1. Seine Gefühle

Seinen Mitmenschen zu sagen, was man denk und fühlt ist eine Verantwortung in jeder zwischenmenschlichen Beziehung. Jemanden an seiner Gefühlswelt teilhaben zu lassen, hilft dem Gegenüber dabei, uns besser zu verstehen – und das kommt wiederum uns selbst zu Gute. Das gilt nicht nur in persönlichen Beziehungen, sondern auch für den Umgang mit Kollegen: Ein ruhig, aber bestimmt ausgesprochenes „Ich fühle mich nicht wohl dabei, …“ oder „Das hat mich verärgert“ ist durchaus angebracht und schützt vor unausgesprochenen Konflikten.


2. Sein Erscheinungsbild

Wen man sich beispielsweise dafür entschuldigt, müde auszusehen, einen Bad-Hair-Day zu haben oder ein Outfit zu tragen, das Aufmerksamkeit erregt, drücken wir damit eigentlich fehlendes Selbstwertgefühl aus. Man ist, wer man ist, warum braucht es dafür eine Entschuldigung? Ausgenommen natürlich, man stolpert in Jogginghosen ins Büro oder missachtet einen vorgegebenen Dresscode, ist es nicht nötig, die Wahl seines Outfits oder Haarstylings zu rechtfertigen.

3. Dafür, Zeit für sich selbst zu brauchen

Jeder Mensch ist anders. Und jeder Mensch benötigt für sein Wohlbefinden unterschiedlich viel Zeit und Raum für sich selbst. Introvertierte, ängstliche Menschen brauchen davon mehr als jene, die gerne unter Leuten sind und sich dabei am wohlsten fühlen. Unabhängig davon ist es aber für jeden wichtig, diesen persönlichen Raum auch bei seinen Mitmenschen einzufordern und noch mehr einzuhalten, wenn man ihn braucht. Deshalb sollte es unter Freunden und sogar unter Partnern möglich sein, sich einen Abend in trauter Einsamkeit auf die Couch, in die Badewanne oder vielleicht sogar ins Kino zurückzuziehen. Wenn jemand mit einem respektvollen „Du, ich brauch heut ein bisschen Zeit für mich allein, lass uns in den nächsten Tagen etwas unternehmen“ nicht umgehen kann, ist es sein Problem.

4. Eine Frage zu stellen

Es gibt keine blöden Fragen. Wer keine Fragen stellt, bleibt blöd. Wenn man sich also grundsätzlich dafür entschuldigt, nachzufragen, entwertet man sich selbst. Es muss niemals peinlich sein, um Hilfe oder mehr Information zu bitten.

5. Das Verhalten anderer Leute

Die Art und Weise, wie sich andere Personen verhalten, haben wir nicht unter Kontrolle. Es gibt also keinen Grund, sich stellvertretend zu rechtfertigen. (Ausnahme: Der Typ, mit dem man die beste Freundin verkuppeln will, entpuppt sich als totaler Fehlgriff.)

6. Nicht gleich auf eine SMS, einen Anruf, eine Email zu antworten

Niemand schafft es, sich immer gleich und umgehend bei einem Freund, Familienmitglied oder Kollegen zu melden. Wer sich jedoch ständig dafür entschuldigt, macht aus einer an sich nichtigen Angelegenheit etwas unnötig Großes. (Außer es handelt sich um einen Notfall - und das merkt man normalerweise.
Bei wem sich Rückrufe, Antwortemails und SMS stapeln, der nimmt mit einer kurzen Info den Druck raus: Ein einfaches „Ich hab nicht vergessen, aber ich bin gerade ziemlich mit Arbeit eingedeckt“ oder klares „Ich arbeite noch an der Information, bitte haben Sie noch etwas Geduld!“ zeigt dem Gegenüber, dass man nicht auf das Anliegen vergessen hat – das ist höflich und wird geschätzt.
Und wer vor einem zeitintensiven Rückruf noch Mittagessen gehen möchte, muss sich dafür auch nicht rechtfertigen. Man hat schließlich auch eigene Bedürfnisse.

7. Umstände, auf die man keinen Einfluss hat

Die Situation ist bekannt: Jemand beklagt sich über einen anstrengenden Chef, eine nervige Schwiegermutter oder eine unglückliche Beziehung. Die übliche Reaktion des Gegenübers: „Das tut mir leid.“ Was Mitgefühl ausdrücken soll, führt aber durch den verbalen Ausdruck einer (tatsächlich nicht bestehenden) Verantwortung zu einer Verwirrung der Situation. Bessere Alternativen: „Das muss schwer für dich sein“, „Das ist schade“ oder eine genaue Erklärung, was einem Leid tut wie etwa „Es tut mir Leid, dass dir das passiert ist.“

Wer sich weniger entschuldigt, stärkt sein Selbstwertgefühl

Unterm Strich ist die Sache klar: Wer etwas verbrochen hat, entschuldigt sich dafür. Und wer seine Verwendung der Floskeln „Das tut mir leid“ oder „Entschuldigung“, die sich viel zu sehr in den Alltag eingeschlichen haben, bewusst hinterfragt, stärkt dadurch letztendlich sein Selbstwertgefühl und erntet gleichzeitig den Respekt seiner Mitmenschen.

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