7 Dinge, die wir in Wiener Stiegenhäusern alle schon erlebt haben

In Wiener Stiegenhäusern passiert doch viel mehr als nur gedankenloses Stiegensteigen oder das Warten auf den Lift.

Das letzte Mal bei Leben in Wien hab ich mir den Mikrokosmos in einem legendären Studentenlokal in Wien gegeben. Dieses Mal ist ein auf den ersten Blick etwas langweiliger Raum dran: Stiegenhäuser. Scheinbar nichtssagende Räume, Treppen, Arbeitsplatz für Post, Paketdienst, radelnde Essenszusteller. Und was ist es für uns selbst? Die Transferschleuse, in der wir mal betrunken in die Wohnung finden wollen, mit einem ordentlichen Grant in die Arbeit hetzen und erstmal durchschnaufen, wenn wir die Haustür zu machen und die Stadt hinter uns lassen. Und weil es eine so oft benutzte Schleuse ist, haben wir alle dort schon mindestens einen Punkt aus der folgenden, nicht ganz ernstgemeinten, Liste erlebt.

Im Stiegenhaus gibt es Gulasch, Pizza oder etwas Verbranntes

Wer das nicht kennt, lebt in einer bestens belüfteten Anlage. Mindestens ein Mal in der Woche (oft ist es Sonntag), wird das Stiegenhaus von Essensgeruch erfüllt. So, als würdest du in einer Großküche baden. Schnitzel, Gulasch - im Stiegenhaus gibt es sie noch, die traditionelle österreichische (Duft-)Küche. Und wenn es schief geht, weißt du das als Nachbar auch. Denn das "Anbrennen" gehört für viele offenbar fix zu den eigenen Kochkünsten.

"Was is, wenns brennt?" ist dir schon mal durch den Kopf gegangen

Das führt uns zum nächsten Punkt. Wenn es herrlich angebrannt riecht und das Stiegenhaus auch noch schön im Dunst liegt, ist die Frage: "Was is eigentlich, wenns da unter mir brennt?" durchaus berechtigt. Die Frage kommt auch bei: 1. Gerüchen, die nicht klar erkennbar sind. 2. Wenn jemand schon im Stiegenhaus raucht. 3. Du das Gefühl hast, dass die Elektrik des Hauses mindestens doppelt so alt ist wie du selbst.

Das schnelle Hallo

Kann individuell durch ein noch schnelleres "Hi" oder das stumme Nicken ersetzt werden. Tritt meistens ein, wenn sich zwei Menschen im Stiegenhaus treffen und glauben, Nachbarn zu sein, es aber nicht ganz sicher wissen.

Irgendwas hängt am Aushang und jemand will was

Jedes Stiegenhaus hat diese ominöse Tafel mit Müllabholungszeiten, unzähligen Infos über Pizza-Lieferservicediensten und meistens irgendeinem Zettel der Hausverwaltung, des Elektrikers, des Hauswarts. Meistens wollen die Herrschaften was. Meistens ist es etwas, das schnell vergessen wird, weil diese Zettel verdammt nochmal kaum wer liest.

Irgendwas ist kaputt

Das ist blöd. Denn meistens steht auf diesen Zetteln, dass irgendwas, was schon ewig nicht mehr funktioniert, bald repariert wird. Der Lichtschalter im zweiten Stock vielleicht oder die Lampe beim Abgang in den Keller. Der Lift oder die Wand, auf die irgendwer in einem literarischen Erguss "BÄM" hingeschmiert hat.

Irgendwas steht herum

Schuhe, Müllsäcke, Scooter, leere Milchpackungen, Schuhe, Schuhe, Schuhe. Ganz ehrlich: Wer ein Stiegenhaus findet, das keine Erweiterung des persönlichen Habitats ist, soll sich bei mir melden. Da kann die Hausverwaltung noch so oft die Brandschutzbestimmungen zitieren.

Irgendwer regt sich gscheit auf

Zettel, die von Nachbarn aufgehängt werden und das Allgemeinwohl im Haus steigern wollen, haben besonders oft Potential: Humor, Streit, Drohung. Es wird nicht (mehr) darüber gesprochen, sondern angeprangert. Oft in Comic Sans, Arial schön unterstrichen, in rot. KEIN LÄRM NACH 22 UHR oder DAS STIEGENHAUS IST KEIN RADPARKPLATZ oder eben:

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