7 Dinge, die du über Braids wissen solltest

… und wo du dir in Wien Braids flechten lassen kannst.

Braids flechten in Wien

Braids sind tolle Protective Hairstyles, da sie die Haarspitzen schonen, die Frisur immer sitzt und du deine (Afro-)Haare nicht jeden Tag aufs Neue stylen musst (was das Haar ja ganz schön strapazieren kann).

Wie der Name schon sagt, werden die Haare dabei zu vielen Zöpfen geflochten. Wichtig ist, dass deine Haare mindestens fünf bis zehn Zentimeter lang sind. Die Breite deiner Braids ist wiederum von deiner Haarfülle abhängig. Damit die Zöpfe länger und voluminöser aussehen, kannst du auch Kunsthaar mit einflechten lassen.

... was du sonst noch wissen solltest und wo du dir die Haare flechten lassen kannst, liest du ein Stückerl weiter unten!

7 Dinge, die du wissen solltest, bevor du dir das erste Mal Braids flechten lässt:

1. Braids haben eine lange Geschichte

Braids, Cornrows & Co sind seit jeher essentieller Bestandteil der Schwarzen Kultur und symbolisierten gerade in afrikanischen Communitys lange die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Volksgruppe oder den gesellschaftlichen Stand einer Person. Die Ursprünge dieser afrikanischen Flechtkunst gehen bis 3.500 v.Chr. in Ägypten zurück. Historischen Belegen zufolge sollen Cornrows zu Zeiten der Sklaverei sogar als Überlebensstrategie gedient haben, indem sich Menschen Muster in die Haare flochten, die wie eine Karte Fluchtwege abbildeten.

Wenn sich Menschen, die nicht Teil der Schwarzen Kultur sind, ungefragt an dieser bedienen, kann das ziemlich verletzend sein. Genau das beschreibt das Problem der "Cultural Appropriation" (dt.: "Kulturelle Aneignung"): Dabei übernehmen Menschen nach Belieben Praktiken einer Kultur, der sie nicht angehören (z.B. die Aneignung Schwarzer Hairstyles von der weißen Mehrheitsgesellschaft). Oft geht dies auch mit einer finanziellen Bereicherung einher, ohne den tatsächlich Angehörigen der Kultur Tribut zu zollen.

2. Braids flechten dauert ganz schön lange

Schwarze Frauen sind es in der Regel gewohnt, dass alles, was (längeres) Haar betrifft eher nicht gerade flott geht oder schmerzfrei passiert. Bei Braids ist es leider nicht anders (zumindest während des Einflechtens). Das Flechten der vielen kleinen Zöpfe kann schon mal mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Mache dich auf eine längere Prozedur und Nackenverspannungen gefasst.

3. Das Schlafen wird anfangs unangenehm

In der ersten Nacht mit Braids wird es vermutlich ganz schön ziepen und du wirst möglicherweise Schwierigkeiten haben, einzuschlafen. Durch eingeflochtenes Kunsthaar bekommen deine Haare mehr Gewicht, durch das Einflechten kann deine Kopfhaut zu Beginn noch schmerzen. Aber don‘t worry, es wird besser. Ein Tuch kann dabei helfen, deine Haare an ihrem Platz zu behalten, wodurch es zu etwas weniger Schmerzen kommt.

4. Machst du die Zöpfe wieder auf, werden die sehr viele Haare ausfallen

Werden die Zöpfe wieder aufgetrennt, wirst du merken, dass du viele Haare verlierst. Keine Sorge, es handelt sich dabei bloß um die Haare, die dir sonst auch ausgefallen wären (da sie eingeflochten waren, war das nur nicht möglich).

5. Deine Haare brauchen nach dem Waschen länger, bis sie trocknen sind

In der Früh geschwind Haarewaschen und in wenigen Minuten Trockenföhnen, gibt es mit Braids nicht. Nimm dir für das Waschen, Pflegen & Trocknen der Haare lieber einen ganzen Tag Zeit (kein Scherz).

6. Auch Braids brauchen Pflege

Viele greifen zu Braids, wenn sie sich ein bisschen Auszeit vom Stylen der Haare nehmen wollen – allerdings solltest du trotzdem nicht vergessen, sie zu pflegen. Sind deine Braids einmal angebracht, ist es wichtig, dass du deine natürlichen Haare mit Feuchtigkeit versorgst. Ein Feuchtigkeitsspray auf Wasserbasis eignet sich super und lässt sich gut im Haar verteilen. Für extra Pflege kannst du auch ein natürliches Öl auf die Kopfhaut auftragen (z.B. ein Mix aus Mandel-, Jojoba- und Teebaumöl).

7. Braids halten nicht ewig

Ein Braid-Look kann ein bis zwei Monate halten – Voraussetzung ist allerdings, dass sich ein Profi ans Flechten macht (natürlich kannst du es auch selbst probieren, allerdings dauert dies tatsächlich seeehr lange und klappt meist erst mit etwas Übung; andere protective Styles wie z.B. Twists lassen sich als Anfänger*in leichter selbst hinbekommen).

In Wien jemanden zu finden, der sich mit Schwarzem Haar auskennt und das Flechten von Braids gut beherrscht, ist für Neulinge erst mal gar nicht so einfach. Wir haben recherchiert und hier ein paar Empfehlungen für dich, schau mal:

The Good Bush Project

1090 Wien

Adrian Kall Kranz kam vor vier Jahren aus Washington, DC nach Österreich, wo sie feststellen musste, dass das Angebot an Beauty-Produkten, Information und Haarsalons für Schwarze Menschen hierzulande ziemlich dürftig ist. Aus diesem Grund rief sie "The Good Bush Project" ins Leben: Durch künstlerische Projekte und private Haarstylings (Braids, Cornrows, Twists, Perücken, …) möchte sie das Bewusstsein für Schwarzes/lockiges Haar schärfen.

Cynthia's Hair Couture

1030 Wien

Cynthia kommt ursprünglich aus dem Kongo, wohnte einige Jahre in der Steiermark und eröffnete 2015 ihren Salon in Wien. Da sie ihre Frisör*innenausbildung in Österreich absolviert hatte, beschäftigte sie sich beruflich die erste Zeit hauptsächlich mit "europäischem" Haar. Weil sie jedoch bald merkte, dass sie gerne auch afrikanische Styles anbieten würde und die Nachfrage danach immer größer wurde, beschloss sie, auch diese ins Angebot aufzunehmen. Du bekommst bei Cynthia Haarstyling (Schneiden, Färben, Föhnen, etc.) für jede Haarstruktur sowie verschiedene Flechtfrisuren oder Extensions.

 

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