6 ungewöhnliche Tipps, wie man am besten mit Teenager redet – ohne, dass sie dicht machen

Ja, es gibt tatsächlich Wege, wie Diskussionen mit pubertierenden Kindern nicht in Streitgesprächen mit knallenden Zimmertüren enden – hier ein paar Vorschläge.

Teenager, Streit

Mit Teenagern zu diskutieren, kann für Eltern nicht nur eine Herausforderung sein, sondern vor allem auch erstmal ungewohnt: Als Kinder erzählen sie einem oft alles, können gar nicht aufhören sich mitzuteilen und im Teenageralter kommen im besten Fall nur noch einsilbige Antworten.

Warum pubertierende Jugendliche ungerne reden

Lösungen für solche Situationen sucht man am besten in den Ursachen: Kinder denken vorwiegend in Schwarz-Weiß-Kategorien. Das ist im jungen Alter wichtig, um das Lebensumfeld begreifen und einordnen zu können. Kommen sie ins Teenageralter, erfassen sie häufig erstmals Grauzonen und müssen deshalb lernen, die Welt um sie herum neu zu ordnen – das kostet eine Menge Denkarbeit. Dazu kommt der Wunsch nach Unabhängigkeit. Jugendliche wollen langsam mehr Verantwortung für ihr Handeln übernehmen und ziehen sich dementsprechend von Ratschlägen der Erwachsenen zurück.

Als Elternteil kann sich das nach Abweisung anfühlen. Wie das Gespräch mit Jugendlichen trotzdem gelingt? Die Plattform Scarymommy.com hat ein paar sneaky Tipps zusammengetragen, derer sich Eltern bedienen, um an ihre Teenies ranzukommen:

1. Das Kind nach Rat fragen

Mal ehrlich, wir erinnern uns selbst noch an die Zeit, in der wir Erwachsene einfach sowas von uncool und deppert fanden, hatten sie doch einfach damals keine Ahnung von den ~wirklich wichtigen Dingen~ im Leben eines Teenagers. Für Eltern kann es in solchen Phasen ratsam sein, das eigene Kind in verschiedensten Belangen um Rat zu fragen. Das schafft zum Einen Wertschätzung, zum Anderen können Teenager so schon mal Erwachsensein üben.

2. In ein gemeinsames Tagebuch schreiben

Eine Userin teilt auf Scarymommy.com ihre ungewöhnliche Herangehensweise: Sie hat begonnen, mit ihrer Tochter gemeinsam in ein "Mommy and Me"-Journal, also eine Art Tagebuch, zu schreiben: "Zu Beginn haben wir uns immer nur kleine Nettigkeiten hinterlassen, aber irgendwann begann sie, ihre Sorgen zu verschriftlichen. Wir haben immer abwechselnd hineingeschrieben und uns das Tagebuch dann gegenseitig aufs Nachtkästchen gelegt."

3. Befasse dich mit Dingen, die deinem Kind wichtig sind

Seien es Videospiele, YouTuber*innen oder TikTok-Accounts, die gerade voll angesagt sind: Nimm dir Zeit, dich mit den Dingen, die deinem Kind wichtig sind, zu befassen. Warum sollte dein Kind schließlich deine Meinung oder deinen gut gemeinten Ratschlag ernst nehmen, wenn die eigenen Interessen nicht ernst genommen werden?

4. Zeig, dass du da bist, wenn der Hut brennt

Eine weitere Userin schreibt, dass das mit der Kommunikation wieder bergauf ging, sobald sie ihrem Kind ganz eindeutig kommuniziert hatte, dass sie immer da sei: "Ich habe gesagt, dass sie mich immer anrufen können und sagen 'Mama, frag nicht nach, aber bitte hol mich ab!‘ oder sie schicken mir eine SMS mit einem 'X‘ und dann komme ich sofort zu ihnen."

5. Nicht in die Augen schauen

"Immer, wenn wir über vermeintlich peinliche oder ganz private Themen sprechen, setzen wir uns Rücken an Rücken auf die Couch", erzählt eine andere Userin. Das gebe ihrem Sohn ein besseres Gefühl, wenn er ihr nicht direkt in die Augen schauen muss dabei. Lange Autofahrten eignen sich daher auch besonders gut für ausführliche Gespräche.

6. Nichts vorschreiben, sondern da sein

Das eingangs erwähnte abstrakte Denken lernen Teenies nicht von heute auf morgen. Es muss wie ein Muskel trainiert werden. Jugendlichen sollte man also nicht immer ungefragt Ratschläge geben – auch, wenn man ihnen noch so gerne helfen möchte. Sie brauchen Gelegenheiten, um eigene Lösungsansätze zu erarbeiten. Hat man zusammen mit ihnen verschiedene Szenarien angedacht, kann man sagen: "Denk drüber nach und sag mir dann, was du gerne machen möchtest und warum." Das zeigt, dass man da ist, dass man zuhört, sie aber nicht bevormundet.

 

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