6 Tipps: Was laut Therapeut*innen am besten gegen Einsamkeit hilft

Wir leben in den einsamsten Zeiten, so viel ist klar – und vor allem auch bewiesen. Nur: Wie sollten wir mit Einsamkeit am besten umgehen?

Einsamkeit

Alte Menschen sind einsam, junge Menschen sind einsam. Menschen in Städten sind einsam, Menschen am Land sind einsam. Die Harvard Business Review sprach schon von einer "Epidemie der Einsamkeit", die wir aktuell erleben.

Ein Drittel aller Menschen sind einsam

Die AARP Loneliness Studiezeigte bereit 2010, dass ein Drittel aller Menschen einsam sind. Die Zahlen derselben Studie aus 2018 sind ähnlich. Eine Umfrage von YouGov zeigte vergangenen Sommer, dass sich drei von zehn Millennials immer oder sehr oft einsam sind.

Wie Einsamkeit entsteht

Mateusz Grzesiak, Psychologe und Erfinder des Mixed Mental Arts Modells erklärt gegenüber Refinery29, dass Einsamkeit immer von einer inneren Unzufriedenheit herauskommt. Es gehe nicht um physisches Alleinsein, sondern man könne auch – ganz dem Klischee entsprechend – in einem Raum voller Menschen einsam sein.

Instagram mit Schuld an Einsamkeit

Zudem spiele auch Social Media eine Rolle in der Entwicklung von Einsamkeit, so Grzesiak. Vor allem Instagram habe großen Einfluss auf unser Selbstwertgefühl und damit in weiterer Folge auf unser Empfinden von Einsamkeit. Heutzutage bräuchte man deshalb einen anderen Umgang mit Einsamkeit als früher.

Wie dieser Umgang aussehen kann, erklären Psychologe Mateusz Grzesiak und Therapeutin Anabel Basulto gegenüber Refinery29:

1. Such dir ein neues Hobby!

Volleyball spielen, töpfern, stricken, einem Lesekreis beitreten oder oder oder: Durch das Ergreifen eines neuen Hobbys lernen wir laut der Expertin nicht nur uns selbst besser kennen (und verbessern damit unser Selbstwertgefühl), sondern lernen vielleicht auch noch andere mit ähnlichen Interessen kennen.

2. Frag um Hilfe.

Wenn wir uns einsam fühlen, hoffen wir, dass Freund*innen auf uns zukommen und sich um uns kümmern. Tatsächlich sollten wir in einsamen Phasen aber einfach auch mal selbst zum Hörer greifen und Freund*innen anrufen.

3. Such dir Menschen, die so sind wie du.

Bist du eher ein introvertierter Mensch heißt das nicht, dass du nicht extrovertierte Freund*innen haben kannst, aber: Laut Grzesiak fällt es uns leichter, Freundschaften aufrecht zu erhalten, wenn das Gegenüber ähnlich tickt wie wir. Dazu kommt: Introvertierte Freund*innen haben eher Verständnis, wenn du mal alleine sein magst und können deine Gefühle wahrscheinlich besser nachvollziehen.

4. Sag öfter mal Ja!

Die Kollegin fragt, ob ihr nach der Arbeit noch Spritzer trinken gehen wollt oder deine Cousine will dich zur Yoga-Stunde mitnehmen? Sag einfach öfter mal ohne groß nachzudenken Ja und tricks dich so selbst aus, um mehr aus der Comfortzone zu kommen. (Außer es geht um Crossfit. Niemand sollte jemals Ja zu Crossfits sagen.)

5. Meditiere.

Laut Therapeutin Basulto kann Meditation helfen, eher die positiven Dinge zu sehen und negative Gedanken beiseite zu schieben. Das sei allerdings nichtsdestotrotz nur eine kurzfristige Lösung.

6. Such dir professionelle Hilfe.

"Ja zum Leben sagen" und meditieren werden Angststörungen und Depression auf Dauer nämlich nicht verschwinden lassen. "Mit einem Experten zu sprechen kann helfen, die Ausgangssituation besser zu sortieren und Mechanismen zu entwickeln, wie man langfristig damit umgehen kann", so Basulto.

 

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