6 Tipps, um mit Freund*innen über Geld(probleme) zu reden

Über Geld redt ma net? Sollten wir aber. Vor allem in Zeiten wie diesen – auch wenn es anfangs vielleicht ein bisserl ungewohnt und unangenehm ist.

Über Geld reden

Jap, über Finanzen zu reden, ist schwierig. Kein Wunder, wurden doch die meisten so erzogen, dass man heute weiß: Über Geld zu reden ist tabu. "Man muss daher eine schwere soziale Barriere durchbrechen", erklärt Jean Chatzky, Finanzexpertin und CEO von HerMoney.com gegenüber HelloGiggles. Anfangs könne es sich deshalb selbst mit engen Freund*innen komisch anfühlen, über finanzielle Angelegenheiten zu sprechen, aber: "Mit der Zeit wird es besser und du wirst sehen: Durch tabuloses Reden über Geld und Geldprobleme fühlen sich Freundschaften noch offener und ehrlicher an." So gelingt’s:

1. Sprich über Gefühle.

Zu Beginn kann es helfen, ein Gespräch nicht auf dem Thema Geld per se, sondern vielmehr auf deinen Gefühlen und Befindlichkeiten aufzuhängen – dazu sind Freundschaften schließlich da, oder? Chatzky rät zu beiläufigen Bemerkungen, die deine aktuelle finanzielle Situation greifbar machen, etwa: "Ich kann es nicht erwarten, bis ich diesen blöden Kredit meines Sofas abbezahlt habe, um endlich mal wieder entspannt Urlaub machen zu können." Das zeige klar und deutlich: Du hast aktuell einen Kredit abzubezahlen und das belastet dich. Freund*innen können so bei zukünftigen Unternehmungen besser auf dich Rücksicht nehmen.

2. Sag' deinen Freund*innen, dass du sie zu schätzen weißt.

Wenn du nicht weißt, wie du das Thema anschneiden sollst, helfen Empathie und Dankbarkeit. Nicole Zangara, Sozialarbeiterin und Autorin von "Surviving Female Friendships: The Good, the Bad, and the Ugly" etwa rät: "Du kannst immer damit beginnen, klar zu machen, wie viel dir die Freundschaft bedeutet und dass es dir deshalb auch so wichtig ist, über vermeintlich unangenehme Dinge wie Finanzen zu sprechen. Sobald man offen und ehrlich spricht, haben die meisten Menschen Verständnis."

3. Sprich nicht nur mit einer*einem, sondern mehreren Freund*innen über deine Finanzen.

So ungewohnt das Thema eurem Freundschaftskreis zu Beginn auch sein mag, aber: Mit je mehr Menschen du über Geld sprichst, desto mehr Freund*innen werden sich auch dir gegenüber öffnen und du wirst merken: Oha, es geht anderen ganz ähnlich wie mir.

4. Frag' nach, wie es anderen finanziell so geht.

Ja, vielleicht fühlt sich so manche*r von Fragen über Geld zu Beginn überrumpelt, aber langfristig wird's einer Freundschaft guttun, wenn das Thema immer mehr normalisiert wird. Tauscht euch aus, lernt von einander fragt nach: Sag, wie gehst du eigentlich finanziell mit Thema XY um?, Werden dir die Hochzeiten im Freundeskreis schön langsam auch ein bisserl zu teuer?, Bei welcher Bank bist du eigentlich – kannst du die empfehlen?, …

5. Üb in einem Safe Space.

Fällt dir der Austausch mit Freund*innen anfangs noch schwer, kannst du erstmal in einem extra dafür geschaffenen Raum üben, über Finanzen zu sprechen: Besuche ein Seminar, tritt entsprechenden Facebook-Gruppen bei, nimm an einem Women’s Investment Club teil.

6. Denk daran, dass dich deine Freund*innen wahrscheinlich besser kennen als du denkst.

Finanzexpertin Chatzky ist davon überzeugt, dass Freund*innen tendenziell mehr über unsere finanzielle Situation wissen als wir vielleicht denken mögen. Sie kennen schließlich unsere Job- und Wohn-Situation, wissen über unsere familiären Hintergründe Bescheid und können sich demnach wahrscheinlich schon ein ganz gutes Bild davon machen, wie’s finanziell gerade um uns steht. Also bloß keine Angst vor Gesprächen darüber – es wird wahrscheinlich halb so wild.

 

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