6 Tipps für ein sorgenfrei(er)es Leben

Am besten gleich das Horrorszenario ausmalen, dann ist man auf das Schlimmste vorbereitet? Nein! Wer sich ständig sorgt, lebt in einer Welt, die mit der Realität nichts zu tun hat. Mit diesen Tricks tappen Sie nicht in die Sorgenfalle.

Eigentlich wollen uns Sorgen nur etwas Gutes tun. Sie mahnen zur Vorsicht, wollen uns gedanklich auf unangenehme Situationen vorbereiten und auf mögliche Gefahrenquellen hinweisen. Die Sorge gibt uns die Illusion, eine unsichere Situation („Wo bleibt mein Kind?“, „Werde ich auch gekündigt?“, „Woher kommt der Schmerz?“) zumindest gedanklich kontrollieren zu können, indem sie uns „Antworten“ liefert („Die Kleine hat sicher einen Unfall gehabt“, „Ich bin bestimmt die Nächste, die abserviert wird“, „Es muss ein Tumor sein“). Wir haben dann das Gefühl, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein und fühlen uns der Ungewissheit weniger ausgeliefert.

„Sich zu sorgen ist eine gesunde psychische Aktivität“, sagt daher auch Psychologin und Buchautorin Natalia Ölsböck (Mit Leichtigkeit – sorgenfrei, fröhlich und unbeschwert leben, Goldegg Verlag, € 19,95). Sie schränkt aber ein: „Solange man nicht ständig grübelt.“ Denn unter der schwarzen Sorgen-Wolke sieht so ziemlich alles düster aus und wir verlieren schnell die realistische Perspektive. Spätestens dann, wenn die Menschen im Umfeld die geäußerten Sorgen maßlos übertrieben finden, so mancher gar die Augen verdreht und von dannen zieht, statt weiter zuzuhören, sollte man seine innere Haltung überdenken und sich Hilfe holen.

Bevor es aber dazu kommen muss, können wir selbst einiges tun, um nicht in die Sorgenfalle zu gehen:

1. Gedankenstopp

Grübel, grübel ... Die Gedanken kreisen ständig um ein Thema. Schluss damit! So geht’s: Aufrecht hinstellen, die Beine haben guten Bodenkontakt. Nun stellen Sie sich ein Stoppschild vor. Klatschen Sie in die Hände und rufen Sie laut „Stopp“. Vorgang drei- bis fünfmal beherzt wiederholen. Durch das Hinstellen, Visualisieren, Klatschen und Sprechen wird das Stopp hörbar, sehbar, fühlbar und das Gehirn kann es so gut abspeichern. Wenn Sie das nächste Mal grübeln, stellen Sie sich einfach diesen Gedankenstopp vor – und tschüss, miese Sorgenflut!
Luftschloss bauen
Wenn die Sorgenkette erfolgreich gestoppt ist, entsteht womöglich eine „Lücke“ im Kopf. Und die lässt sich wunderbar mit Gedanken an das Traumhaus (Wie sieht es aus?, Wie ist es eingerichtet?, Wie lebe ich darin?), dem Traumurlaub oder anderen positiven Tagträumen füllen. Wichtig ist, sich ein schönes Luftschloss zu bauen.

2. Lösungskette

Sie sorgen sich schon zwei Wochen vor dem Abgabetermin, dass Ihre Projektarbeit nicht rechtzeitig fertig wird oder dass Sie es womöglich nicht schaffen, es bei der nächsten Familienfeier allen recht zu machen? Die Psychologin hat dafür einen guten Trick parat: „Nehmen Sie die Sorge her und fragen Sie sich: ‚Und was passiert dann?‘“ Also: Was passiert, wenn der Irmi-Tant der Gugelhupf tatsächlich nicht schmeckt? Antwort: Sie wird Sie bei der Gerti-Oma als schlechte Köchin ausrichten. „Und was passiert dann?“ Antwort: Sie kommt vielleicht nicht mehr zum Essen. Führen Sie diese Fragenkette so lange durch, bis als Antwort „Eigentlich eh nichts“ übrig bleibt.

3. Loslass-Übung

Schritt 1: Nehmen Sie Stift und Papier zur Hand und schreiben Sie ganz kunterbunt darauf, was Sie derzeit alles stört. Alle Sorgen, Ängste, Befürchtungen haben Platz. Das tun Sie so lange, bis Ihnen nichts mehr einfällt.
Schritt 2: Nun stellen Sie sich die Frage: „Bin ich bereit, all das jetzt loszulassen?“ Wenn ja, dann zerreißen Sie das Blatt, sagen Sie „Ich lasse es los“ und ab mit den Papierfetzen in den Ofen oder Mistkübel. Funktioniert das Loslassen nicht, fragen Sie anders: „Bin ich bereit es für einen Moment loszulassen?“ Wenn ja, dann gehen Sie wie oben vor. Sind Sie nicht bereit, dann schließen Sie Freundschaft mit Ihren Sorgen. Umarmen Sie diese gedanklich, danken Sie der Sorge für Ihren Besuch und dafür, dass sie Sie auf Gefahren vorbereiten will. Sagen Sie ihr aber auch, dass sie gerne wieder gehen darf. Dann setzen Sie sie gedanklich auf eine Wolke und lassen sie ziehen. Oder Sie lassen die Sorge bei der nächsten Bushaltestelle einfach liegen.

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4. Lächeln als Gegengift

Auch wenn es dafür scheinbar keinen Anlass gibt: Bitte lächeln! Verziehen Sie Ihr Gesicht zu einem intensiven Lächeln, die Muskeln sollten dabei aktiviert werden. Dann die Hände in die Höhe strecken – also in „Juhuu“-Haltung gehen – und diese Position 30 Sekunden lang halten. „In dieser Haltung werden im Körper Stoffe ausgeschüttet, die als Gegengift wirken“, ist Expertin Ölsböck überzeugt. Man sieht die Dinge dann gleich realistischer.

5. Den Sorgen davonlaufen

Ist der Organismus häufig im Sorgenmodus, ist er auf Kampf und Flucht ausgerichtet und er braucht dringend die Möglichkeit, Stresshormone abzubauen. Und da hilft am besten Bewegung. „Den Sorgen davonzurennen funktioniert wirklich, weil dabei Stresshormone im Körper abgebaut werden.“ Also, rein in die Tanzschuhe oder raus in die Natur zum Laufen oder Walken.

6. „Ich bin ein lebendiges Sorgenpüppchen“ – gibt’s das?

Dass sich der eine mehr Sorgen macht als der andere, ist kein Wesenszug, sondern entsteht durch Lernprozesse in der Kindheit – etwa, wenn Kinder viele unsichere Situationen durchleben mussten (häufiges Streiten der Eltern, Angst vor Trennung, Krankheit eines Elternteils ...), ohne getröstet zu werden. Unser Sorgen-Radar wird durch Lernprozesse, durch Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben, bestimmt. „Und alles, was man lernt, kann man auch wieder verlernen“, sagt Psychologin Ölsböck.

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