6 Steps, die alles ein bisserl entspannter machen, wenn du beim Sex oben bist

Wie um Himmels Willen soll ich mich bewegen? Auf und Ab? Nach Rechts und Links? Kreisen? Wild? Langsam? Okay, wild … Was, wenn er rausrutscht? Oh, Hoppla, hab' ich ihm gerade den Penis gebrochen? Wir kennen das alle und we got you, girl.

Sex on Top

Okay, ganz ehrlich: Beim Sex oben zu sein, kann ganz schön einschüchternd sein. Vor allem, wenn man mit dem*der Partner*in gerade noch in der Ausprobier-Phase ist. Das mit dem inner Cowgirl ist manchmal eben leichter gesagt als getan und die Unsicherheiten real. Aber pass auf – es gibt da ein paar Anhaltspunkte (im wahrsten Sinne des Wortes), mit denen alles ein bisserl einfacher und damit natürlich auch aufregender wird:

1. Wie funktioniert das mit dem richtigen Winkel?

In der Theorie klingt ja die Reiterposition für Menschen mit Klitoris ganz wunderbar. Man hat die Kontrolle was Rhythmus und Winkel angeht und die Klitoris kann besser stimuliert werden. Nur … Wie geht man das mit dem richtigen Winkel denn nun an? Ganz einfach: Am Anfang am besten mit den Unterschenkeln neben den Körper des*der Partner*in knien und mal langsam probieren, was sich am besten anfühlt, indem du dein Becken kreisen lässt. Manche finden Vor- und Zurückrutschen etwa angenehmer als Auf und Ab. Wenn dir die Position generell unangenehm ist (weil etwa zu viel – as in zu tiefe – Penetration), kannst du probieren, dich nach vorne kippen zu lassen. Also die Hände oder Unterarme neben dem Gesicht des*der Partner*in abzustützen, dann fühlt es sich ein bisserl weniger intensiv an!

2. Winkel gefunden. Und jetzt?!

Okay, eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Schlechte zuerst: Am Anfang wirst du dich vielleicht unbeholfen und unwohl fühlen und glauben, man muss professionelle Tänzerin sein, um an dieser Position auch nur ansatzweise Spaß zu haben. Die gute Nachricht: Man kann das üben und dann wird es ziemlich sicher fabelhaft! Es ist also ganz viel Ausprobieren: Fühlst du dich auf den Knien wohler oder ist es doch angenehmer, wenn du auf den Fußsohlen bist und in die Hocke gehst? Ist es angenehmer, wenn du aus dem Rumpf oder aus den Beinen heraus die Bewegungen steuerst? Stützt du dich lieber vor oder hinter dem Körper ab? (Pssst: Wenn du kniest und dich rückwärts auf den Beinen deines*deiner Partner*in abstützt, ist es am wenigsten anstrengend und dennoch super intensiv. Sehr gutes Input-Output-Verhältnis also!)

3. So weit, so gut. Aber HALLO, ich habe 2011 das letzte Mal Sport gemacht und bin dementsprechend schnell aus der Puste. Was nun?

Klar, Sex für den aktiveren Part immer ein bisserl anstrengender, aber nichts, was man nicht in den Griff kriegen kann. Es ist wie beim Sport: Auf eine tiefe und ausgeglichene Atmung achten (wenn das durchs Stöhnen nicht ohnehin von selbst passiert). Und wenn das nicht mehr hilft und du eine kleine Pause brauchst, kann ruhig auch mal dein*e Parnter*in übernehmen. Die Reiterstellung eignet sich nämlich auch hervorragend dafür, dass der obere Part stillhält und der*die Liegende die kreisenden Bewegungen übernimmt. Wenn du magst, kannst du dich währenddessen sogar nach vorne fallen lassen und deinen Oberkörper auf dem deines*deiner Partner*in ausruhen – das macht das Ganze noch ein bisserl intimer!

Oder: Einfach ein paar Requisiten einbauen. Beckenpolster, Yoga-Blöcke oder Kommoden können wunderbar zweckentfremdet werden und als Stütze oder zum Anhalten fungieren!

4. Ja, schön und gut, aber das mit dem Orgasmus wird so nix.

Good News! In kaum einer anderen Sexstellung lassen sich so einfach Toys einbauen wie in der Reiterstellung. Dein*e Partner*in hat ja ohnehin beide Hände frei und kaum was zu tun, da kannst du also ruhig ein bisserl zusätzliche Klitorisstimulation einfordern!

5. Okaaay, theoretisch alles verstanden. Aber: Ich kann einfach nicht abschalten, weil ich mir ständig denke: "Wie schau ich aus? Hängen meine Busen? Findet er*sie mich schirch?“

Jup, wir verstehen das. (Shout-Out ans Patriarchat und male gaze Pornos an dieser Stelle, die uns unrealistische Bilder von Sex vermittelt und unerreichbare Ideale in unsere Köpfe gepflanzt haben!) Diese Unsicherheiten abzulegen und sich von Idealbildern zu verabschieden ist natürlich anstrengende, bewusste Arbeit und nicht mit einem "Lieb‘ dich doch einfach selbst, du bist schön so wie du bist" getan.
Aber vielleicht hilft dir das: Viele Frauen sind es gewohnt, beim Sex nicht richtig abzuschalten und sich stattdessen mit Unsicherheiten rumzuschlagen. Das ist schade, weil jene Teile des Gehirns, die alles kontrollieren wollen, leise sein müssen, damit wir einen Orgasmus erleben können. Genau das kann in dem Fall ein Vorteil sein. Wenn du bei der Reiterstellung noch nicht so richtig deine Herangehensweise gefunden hast, musst du dich anfangs noch ganz bewusst drauf konzentrieren, was sich für dich gut anfühlt, wie du dich bewegen magst, welcher Winkel sich für dich am besten anfühlt – und wenn das Gehirn mit der Suche nach sexuellem Genuss beschäftigt ist, haben Unsicherheiten dann vielleicht weniger Platz!

6. Ich hab’s probiert und das ist leichter gesagt als getan. Wie sage ich ihm*ihr, dass ich keinen Spaß habe, wenn ich oben bin?

Das ist gar nichts Verwerfliches und nicht für jede*n ist jede Stellung angenehm. Egal, ob es die Unsicherheiten oder der nicht gefundene perfekte Winkel sind: Du musst dich nicht dafür rechtfertigen, wenn dir im Bett etwas keinen Spaß macht. Wenn du magst, kannst du das deinem*deiner Partner*in ganz offen kommunizieren und sagen: "Hey, ich fühle mich total unwohl, wenn ich oben bin. Können wir bis auf Weiteres andere Stellungen ausprobieren?" Wenn dir das zu direkt ist, kannst du diese Konversation auch umschiffen und stattdessen etwas anderes betonen, das dir mehr Spaß macht, etwa: "Ich steh‘ total drauf, wenn du mich von hinten nimmst."

 

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