6 Mythen über die Ehe, die einfach nicht stimmen

Spoiler: Eine glückliche Ehe ist genau das, was du dir darunter vorstellst. Deswegen solltest du folgenden Unsinn auch nicht mehr glauben.

Was du nicht mehr über die Ehe glauben solltest

Der Verlobungsring steckt am Finger, das Instagram-Posting ist draußen und schon trudeln die Ratschläge und Meinungen zur Institution Ehe ein. Wie so oft, ist das meiste davon Unsinn oder zumindest eine sehr subjektive Meinung zum Thema. Was du nicht glauben solltest:

1. Wenn man erst verheiratet ist, hat man keinen Sex mehr

Ein Schenkelklopfer mit Bart, der auch nicht wahrer wird, wenn man ihn auf den nächsten zehn Milliarden Hochzeiten weiterhin wiederholt. Die Wahrheit ist ganz einfach: Sexuelles Verlangen ist eine sehr individuelle Geschichte und jedes Paar muss für sich eine Lösung finden. Was für die einen funktioniert, kann für die anderen die schlechtmöglichste Entscheidung sein.

Wichtig ist: Kommuniziere deine Bedürfnisse und sprich mit deine*r Partner*in darüber, wenn dich euer Sexleben nicht befriedigt. Du sollst und musst nicht unzufrieden, unglücklich und unbefriedigt sein - das gilt für Singles genauso wie für unverheiratete und verheiratete Paare.

2. Jede zweite Ehe wird geschieden

Kaum eine Statistik wird lieber zitiert. Wenn man es genau nimmt, sinkt die Scheidungsrate in Österreich seit 2007 und einem Höchststand von 49,47 Prozent wieder kontinuierlich. Im Jahr 2018 lag sie bei 40,99 Prozent. Am höchsten ist die Scheidungsrate in Wien (47,35 Prozent im Jahr 2017), am niedrigsten in Tirol (35,51 Prozent).

Und selbst wenn ein bisserl mehr als jede vierte Ehe geschieden wird - was heißt das schon? Dass Menschen nicht mehr ein ganzes Leben in einer Partnerschaft bleiben müssen, in der sie nicht glücklich sind? Dass sechs von zehn Ehen nicht geschieden werden? Dass es völlig okay ist, sich weiterzuentwickeln und man das entweder gemeinsam schafft oder eben getrennte Wege gehen kann wie erwachsene und offene Menschen? Siehst du. Soviel zur Scheidungsrate.

3. Man darf ja nicht schlafen gehen, wenn man wütend aufeinander ist

Eine Binsenweisheit, die gerne als Formel für eine superglückliche Beziehung und/oder Ehe präsentiert wird. Und natürlich ist es gescheit, kleinere Konflikte zeitnah zu lösen. Nur: Das wird nicht für jedes Problem in jeder Situation funktionieren. Manchmal ist man müde, manchmal geht es sich schlicht nicht aus und manchmal braucht man eben auch Zeit zum Nachdenken.

Eine Diskussion über Stunden in die Länge zu ziehen, nur um ja nicht ins Bett zu gehen, bevor der Konflikt gelöst ist, kann die Spannungen nur verschlimmern - bis zu dem Punkt, an dem eine*r nachgibt, nur damit die Sache endlich vorbei ist. Und das, liebe Leute, ist keine respektvolle und nachhaltige Konfliktlösung. Gönnt euch eine Pause, wenn euch danach verlangt. So könnt ihr runterkommen und das Gespräch in Ruhe und nach eingehender Reflexion zu Ende führen.

4. Eine Ehe löst alle (oder auch nur irgendein) Problem

Es ist ja so: Ihr seid auch nach der Trauung noch die gleichen Menschen wie davor. Mit den gleichen Bedürfnissen - und den gleichen Problemen. Ein unterzeichneter Trauschein und ein Ring am Finger ändern daran gar nichts.

5. Dein*e Frau*Mann sollte dein*e beste Freundin sein

Newsflash: "Und dann lebten sie glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende..." ist erstens ein Märchen und heißt zweitens nicht, dass dein*e Ehepartner*in dein*e BFF sein muss. Ihr müsst auch nicht alles zusammen machen, genau die gleichen Dinge mögen und euch immer in allem einig sein. Wichtig ist, dass ihr die Beziehung lebt, die ihr beide Leben wollt. Mit genau soviel Raum und Nähe, wie das zu euch und euren Bedürfnissen passt. Ob das bedeutet, dass ihr in eurer Definition auch beste Freund*innen seid oder nicht, bleibt euch überlassen. Es macht eure Beziehung nicht besser oder schlechter.

6. ... oder gleich die Erfüllung all deiner Wünsche

So ein*e Ehefrau*mann ist am Ende des Tages auch nur ein Mensch. Und zwar einer, mit eigenen Wünsche, Träumen, Vorstellungen und Bedürfnissen, dessen Welt sich nicht nur um dich dreht. Eine gesunde, romantische Beziehung heißt auch, zu verstehen, dass ihr beide Individuen seid - und dass ihr euch zwar unterstützt und liebt und gemeinsam ein Leben aufbaut, aber das nicht bedeutet, dass ihr für alle Gefühle und (Miss)erfolge der anderen Person verantwortlich seid. Niemand ist völlig allein für das Glück einer anderen Person verantwortlich - Trauschein oder nicht.

 

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