6 Gedanken, die wir alle schon bei der Frauenärztin hatten

Der Schrecken des ersten Besuchs beim Gynäkologen sitzt noch tief in uns drinnen. Deshalb wird jeder Besuch zu einer Achterbahn der Gefühle.

Der erste Besuch beim Gynäkologen/bei der Gynäkologin ist eines der prägendsten Erlebnisse der Teenagerjahre. Vielen von uns sitzt der Schreck dieser ersten Begegnung noch immer tief in den Knochen - und jedes Mal schleicht sich die Nervosität auf ein Neues an. Was frau so alles durchmacht, wenn sie die "Zimmer des Schreckens" (okay, ganz so schlimm ist es auch wieder nicht) betritt, habe ich gerne für die Nachwelt zusammengefasst:

1: "Hoffentlich denkt niemand, ich hätte Genital-Herpes"

Der Schritt ins Wartezimmer wird oft begleitet von peinlich berührten Hustern, schüchternen "Guten Tags" und zu Boden starrenden Gesichtern von Frauen, die hier schon sehr lange sitzen (weil es einfach viel zu wenige FrauenärztInnen gibt). Ihnen allen ist eigentlich wurscht, warum die anderen Frauen hier sind - trotzdem fragt sich jede Einzelne von uns, was wohl die anderen über sie denken.

2: "Hoffentlich habe ich kein Genital-Herpes"

Die Realität ist manchmal fies. Und wir sitzen aus gutem Grund bei der Gynäkologin - schließlich haben wir ein komisches Jucken, einen ungewöhnlichen Ausfluss oder sogar einen kleinen Ausschlag bemerkt. Der zweite Gedanke, der sich dann anschleicht, ist: "Hoffentlich ist es nichts Schlimmes." Für hypochondrisch angehauchte Personen ist dieser Part des Arztbesuchs der Schlimmste. Meistens ist dann ja nur ein Pilz oder eine bakterielle Vaginose. Und das ist beides sehr gut behandelbar.

3: "Natürlich hatte ich nur mit EINEM Mann Sex - und habe VERHÜTET"

Die Lügen, die wir unserer Gynäkologin bereits aufgetischt haben, würden sich wohl gerne in einem großen Raum versammeln und gemeinsam Party machen. Auf die Frage, ob wir einen festen Partner haben, antworten wir gerne mal - der Wahrheit nicht entsprechend - mit "Ja", um unangenehme Fragen nach der Anzahl der Sexualpartner zu entgehen. Ich bin mir sicher, dass Frauen auf dem gynäkologische Stuhl auch schon Verlobungen und Ehen erfunden haben.

4: "Ich wirke bestimmt ungepflegt"

Es gibt wohl kaum andere Anlässe, vor denen wir uns derart intensiv mit unserer Intimhygiene und -rasur beschäftigen wie vor dem Besuch beim Frauenarzt/der Frauenärztin. Trotzdem überkommt uns ein Unbehagen über den Eindruck der Reinlichkeit, den wir hinterlassen, wenn wir mit gespreizten Beinen unsere Vagina in die Luft halten. Aber seid unbesorgt: unangenehme Gerüche, Ausflüsse in allen möglichen Farben und auch Ausschläge sind etwas, das dieser Arzt/diese Ärztin JEDEN Tag sieht, und das mehrmals. Wir merken uns trotzdem JAHRELANG, wenn sie einmal die Augenbraue komisch hochzieht.

5: "Ich will keinen Small Talk führen, während du in mir herumwühlst"

Die Überraschung über das kalte Gerät in uns drinnen, wird dann meistens abgelöst durch Fragen wie: "Was machen Sie beruflich?" oder "Ist das Wetter heute nicht schön?" Dabei ist Small Talk wirklich das LETZTE, das wir in dieser Situation machen wollen. Die Situation ist einfach unangenehm, und sie wird durch die psychologische Verbindung zu unserem anderen Leben, das nicht auf dem gynäkologischen Stuhl stattfindet, NICHT besser. Klar können wir ein lockeres, witziges Gespräch führen, während unser nackter Hintern einen Sessel berührt, den wohl sehr viele andere auch berührt haben, und während wir uns fragen, ob wir Feigwarzen haben oder nicht. Warum auch nicht?

6: "Ich hoffe, die Sprechstundenhilfe schreit nicht wieder so"

"Frau XXX, mit der Sozialversicherungsnummer XXX, der Adresse XXX, Sie müssen Ihre Zäpfchen gegen bakterielle VAGINOSE jeden Tag DREI Mal einführen!!!" Das überfüllte Wartezimmer starrt mich an. Der erste Gedanke: jeder hier weiß einfach, dass ich gerade Angst vor einer Schwangerschaft habe oder denkt wahrscheinlich, dass ich die unhygienischste Person der Welt bin. Zumindest fühlt es sich jedes Mal so an, wenn die Sprechstundenhilfe so locker laut mit unserer Krankheitsgeschichte umgeht. Die einzige Beruhigung in diesen Momenten ist: die haben sicher alle was Schlimmeres als ich. Und in zwei Sekunden bin ich hier zum Glück draußen.

Anmerkung: Liebe junge Frauen, die noch nie beim Gynäkologen/der Gynäkologin waren, dieser Artikel wurde mit einem großen Augenzwinkern und ein wenig überspitzt geschrieben. Es ist alles halb so wild, wirklich.

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