6 Fakten über K.O.-Tropfen, die du wissen solltest

Mit der Kampagne "Mich kriegst du nicht K.O." macht der Frauenservice der Stadt Wien derzeit auf die Gefahr von K.O.-Tropfen aufmerksam.

Ein normaler Abend im Club, man trinkt ein paar Drinks, und dann plötzlich: Blackout. Der Satz "Ich kann mich an nichts mehr erinnern" kann jedoch oft mehr sein als ein vergleichsweise harmloserer Filmriss. 

Österreichweit wurden im Jahr 2015 in 54 Fällen Vergewaltigungen aktenkundig, bei denen die Täter ihre Opfer ohne deren Wissen unter Drogen gesetzt hatten. 2014 waren es acht Fälle, 2013 nur einer. Das heißt: die Anzeigen zu Straftaten, die mit Drogen in Verbindung stehen, steigen.

Grund genug, sich mit den wichtigsten Fakten rund um K.O.-Tropfen vertraut zu machen. Die neue Kampagne "Mich kriegst du nicht K.O." des Frauenservice (MA 57) klärt darüber auf, was K.O. Tropfen sind, wie du dich davor schützen kannst und was du tun kannst.

1: K.O.-Tropfen sind nicht alle gleich

K.O.-Tropfen wirken unterschiedlich schnell und unterschiedlich lange. Ganz allgemein werden unter K.O.-Tropfen flüssige Drogen verstanden, die in geringer Dosis stimulierend und enthemmend, in höherer Dosierung betäubend und einschläfernd wirken. Die Tropfen sind farb- und geruchlos, schmecken salzig bis seifig, sind jedoch in Mixgetränken kaum wahrnehmbar.

Folgende Substanzen können zum Einsatz kommen: GHB und GBL (auch bekannt als "Liquid Ecstasy", "Liquid E", "Liquid X" oder "G"), Ketamin, Benzodiazepine und viele weitere Medikamente. GHB (Gamma-Hydroxybuttersäure) ist eine Droge, die dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt ist und hat einen salzigen bis seifigen Geschmack. GBL (Gamma-Butyrolacton) wandelt sich im Körper eigenständig fast 1:1 zu GHB um. Es unterliegt nicht dem Betäubungsmittelgesetz, jedoch dem Neue Psychoaktive Substanzen Gesetz (NPSG). Es wird hauptsächlich als Lösungsmittel in der Industrie eingesetzt und für zahlreiche chemische und pharmazeutische Prozesse benötigt. Es ist in der Regel flüssig und farblos, der Geruch unangenehm, schwach lösungsmittelartig, jedoch nicht beißend.

 

2: Die ersten Anzeichen sind wichtig

Nach Einnahme der K.O.-Tropfen werden die Opfer zunächst willenlos und leicht manipulierbar. Danach folgen Übelkeit und Schwindel. Je nach Dosierung können sie die Bewegungs- und Handlungsfähigkeit einschränken. Zunächst können die Tropfen euphorisierend wirken, doch in hoher Dosierung können sie zu einem tiefen, komaartigen Schlaf und sogar zum Tod führen. Der "willenlose Dämmerzustand" ähnelt dem eines schweren Alkoholrausches. Erinnerungslücken bis hin zur Amnesie treten außerdem auf.

 

3: Meistens merkt man es zu spät

Der Konsum von K.O.-Tropfen wird Opfern meist erst im Nachhinein bewusst. Sie erwachen zu Hause oder an einem fremden Ort und wissen nicht, wie sie dorthin gekommen sind. Betroffene fühlen sich, als wären sie extrem "verkatert" und matt. Noch länger können sie unter körperlichen Beschwerden wie Erbrechen, Kopfschmerzen oder Schwindel leiden.

 

4: Die Erinnerung ist weg oder verschwommen

Betroffene wissen häufig nicht, was geschehen ist und ob oder in welcher Form und von wem ihnen möglicherweise Gewalt angetan wurde. Oft gibt es nur ein vages Gefühl, dass es zu einem sexuellen Übergriff oder zu einer Vergewaltigung gekommen ist. Beratung (zum Beispiel beim Frauennotruf) ist in diesem Fall extrem wichtig - auch wenn man sich unsicher ist, was wirklich passiert ist.

5: Vorher aufpassen ist wichtig

Die Täter müssen keine Fremden sein! Wichtig ist, sein Getränk nicht unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Du kannst mit Freundinnen ausmachen, dass ihr gegenseitig auf eure Getränke aufpasst. Nimm keine offenen Getränke an, und Getränkeeinladungen nur dann, wenn du den Weg des Glases mitverfolgen kannst.

 

6: Dein Instinkt hat oft Recht

Wenn du dich auf einer Party unwohl fühlst, wende dich an eine Freundin, informiere sie oder verlasse das Lokal oder die Party am besten. Alleine zu gehen ist jedoch gefährlich, da die Täter oft draußen vor dem Lokal als Hilfe anbietende Personen bereits auf die beeinträchtigte Person warten und ihnen anbieten, sich bei ihnen auszuruhen oder sich um sie zu kümmern. Wenn du glaubst, dass dir K.O.-Tropfen verabreicht wurden, handle schnell (Polizei 133, Rettung 144) und ohne Scham, bevor die volle Wirkung einsetzt. Wichtig: Auch wenn du die verbotenen Substanzen freiwillig eingenommen haben, machen sich Personen, die diesen Zustand ausnutzen, strafbar!

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