6 Dinge, die du über die Proteste im Iran wissen musst

Die Iranerin Mahsa Amini hielt sich nicht an die Kopftuchvorschriften in ihrem Land und musste dafür ihr Leben lassen. Das war der Beginn der Revolution im Iran. Die wichtigsten Infos im Überblick.

Hand mit roter Handfläche in der Flut mit Aufschrift "Iran"

"Ich weiß, wie das ist, wenn man von sehr ernsten Themen müde wird", beginnt die Standup Comedian Enissa Amani ihren Auftritt bei der deutschen Kabarettsendung Die Anstalt, "Themen, bei denen man sich eigentlich schämt, müde geworden zu sein, weil sie für andere im gleichen Moment Leben oder Tod bedeuten können." Ihre Nachricht richtet die Schauspielerin mit iranischen Wurzeln an Menschen mit Herz. Also, Zuschauer*innen, die verstehen, dass wir als Zivilgesellschaft Verantwortung füreinander tragen.

Damit wollen wir als Redaktion verdeutlichen, dass wir verstehen, wenn ihr müde seid! Erschöpft von der Lawine an negativen Nachrichten, die auf Instagram gepostet werden oder in den Medien zu sehen sind. Besonders, wenn es um Frauen und ihre Rechte geht. Trotzdem: Es ist wichtig, dass wir nicht wegschauen, darüber reden und uns zumindest informieren. Gerade, wenn wir selbst nicht betroffen sind. So können wir Unterstützung leisten. Auch, wenn es beispielsweise nur darum geht einen Instagram Post zu teilen. Wir haben daher die fünf wichtigsten Punkte zusammengefasst, die ihr über die Revolution im Iran wissen solltet!

Punkt 1: Was ist im Iran passiert?

Im Iran haben im September 2022 Proteste begonnen, die sich zu einer Revolution entwickelt haben, bei der bereits mehr als 300 Menschen gestorben sind. Der Auslöser? Die 22-jährige Jina Mahsa Amini wurde von der sogenannten Sittenpolizei festgenommen, weil sie ihren Hijab (ihr Kopftuch) nicht "richtig" getragen haben soll. Mahsa musste dafür ihr Leben lassen. Bis heute sind die Hintergründe ihres Todes ungeklärt.

Punkt 2: Wie haben die Proteste im Iran begonnen?

Mahsas Fall löste eine Protestwelle aus. In Solidarität mit der Verstorbenen nehmen Frauen im Iran verbotenerweise ihren Hijab ab und verbrennen diese. Die Iranerinnen gehen auf die Straße und protestieren gemeinsam mit Männern (und sogar Schulkindern) gegen die Ungerechtigkeiten und brutale Ideologie der Sittenpolizei (auf Farsi: Gesht-e Ershad). Die Protestwelle geht soweit, dass sich international Menschen solidarisieren. Weltweit haben sich Frauen ihre Haare kurz geschnitten oder abrasiert.

Punkt 3: Was ist die "Sittenpolizei"?

"Die Sittenpolizei ist eine Art Religionspolizei, die nichts anderes zu tun hat, als zu überprüfen, ob sich die Menschen an die islamische Kleidervorschrift halten", erklärt ARD-Korrespondentin Katharina Willinger gegenüber dem Online-Dienst ATLAS.

1979 kam es zu einer Revolution im Iran. Die Regimeänderung führte dazu, dass islamische Führer an die Macht gerieten. Frauen und Mädchen dürfen ihre Häuser seitdem nicht mehr ohne Kopftuch verlassen oder ihre Arme, Beine unbedeckt zeigen. Die Gesetze werden von der Sittenpolizei (uniformierte Männer, aber auch Frauen in Ganzkörperschleiern) gewaltsam durchgesetzt. Wer sich gegen sie stellt, riskiert eine Haftstrafe, Folter oder den Tod. Grundsätzlich werden Frauen und junge Mädchen zum Opfer der Sittenpolizei.

Punkt 4: Wie geht es im Iran weiter?

"Ein großer Teil der Menschen stellt sich öffentlich gegen das Regime. Der Protest geht durch alle gesellschaftlichen Schichten im Land", so Tessniem Kadiri Moderatorin bei ATLAS. Das hat dazu geführt, dass nach Angaben des iranischen Generalsekretärs die Sittenpolizei nun aufgelöst worden sein soll. Ein Teilerfolg der iranischen Frauenbewegung. Denn die Auflösung der Sittenpolizei bedeutet nicht automatisch das Ende des Kopftuchzwangs.

Punkt 5: Kein Internet im Iran

Das iranische Regime versucht durch Internetzensuren die Proteste einzudämmen. So werden im Land Soziale Netzwerke, wie Facebook, Twitter und Instagram, und weitere Dienste blockiert. „Da [es] alle kritischen Medien (…) im Iran nicht gab, sind Internetdienste ein letzter Weg, sich unabhängnig zu informieren, zu organisieren und auch der restlichen Welt von der lokalen Situation zu berichten“, erklärt das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung.

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