6 coole Heurige, die ihr besuchen müsst

Der Heurige verbindet alles, was das Wiener Herz höher schlagen lässt: Wein, Essen und Gemütlichkeit. Wir machten die Lokalrunde.

"Man bringe den Spritzwein!" ist nicht umsonst der berühmteste Sager des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl. Denn der Wiener Wein hat lange Tradition, und fast ebenso lang ist auch der Heurige fixer Bestandteil der Stadt. "Der Heurige ist ein lebendiger Ort und wahrscheinlich sogar die coolste Wiener Tradition überhaupt. Ein Ort, an dem man sich trifft und unterhält. Facebook in echt quasi."

So beschreibt es der Chef des Topheurigen Edlmoser und bringt es damit eigentlich ziemlich auf den Punkt. Das gemütliche Beisammensein ist schließlich der Hauptgrund, um zum Heurigen zu gehen. Doch der "Heurige" hat ein exaktes Ablaufdatum: Am 11. November, dem Festtag des heiligen Martin von Tours, werden nicht nur Martinigansln verspeist, sondern auch der Wein, der bis zu diesem Tag als Heuriger bezeichnet wurde, ist es nicht mehr. Grund genug, im November noch einmal gepflegt einen zu trinken. Oder auch mehrere.

Wiltschko

WILTSCHKO

Traumhafter Ausblick auf die Weinberge.

Zwar ist die Heurigenszene im Döblinger Stadtteil Grinzing bekannter als jene in Wien-Mauer, das bedeutet aber nicht, dass es im Wiener Süden nicht mindestens genauso schön ist. Die Maurer Naturkulisse bietet mit ihren Weingärten den idealen Rahmen für eine Stadtflucht am Wochenende. Direkt am Rande der Weinberge befindet sich der Heurige Wiltschko, der sich mit seiner Mischung aus brauchtümlicher und moderner Ästhetik als Treffpunkt der Hietzinger und Maurer Bevölkerung etabliert hat. Neben dem herrlichen Ausblick auf das Wiener Becken weiß man hier besonders die vielfach ausgezeichneten Weine zu schätzen.

Wo? Wittgensteinstraße 143,1230 Wien

BEWERTUNG:****

Mayer

MAYER AM PFARRPLATZ

Inbegriff der Wiener Heurigenkultur.

"Ein magischer Ort" - so beschreibt sich der Mayer am Pfarrplatz seinen Gästen. Und das nicht zu Unrecht. Der Traditionsheurige, der bereits seit 1683 besten Wein keltert, ist wohl der Inbegriff der Wiener Heurigenkultur. Die ausgezeichneten Wiener Weine kann man hier gleich mit Sightseeing verbinden, denn im denkmalgeschützten Vorstadthaus hat Ludwig van Beethoven im Jahr 1817 gewohnt. Auf die Atmosphäre wird bei Mayer großen Wert gelegt: Ein romantischer Innenhof, Weinreben und Musik gehören zum rustikalen Erlebnis dazu. Gerne werden hier auch größere Feste gefeiert, bis zu 400 Personen kann der Mayer verköstigen. Unbedingt den Wiener Gemischten Satz vom Nussberg probieren!

Wo? Pfarrplatz 2,1190 Wien

BEWERTUNG:******

Edlmoser

EDLMOSER

Familientradition in Maurer Idylle.

Der Edlmoser war 2016 laut Falstaff nicht ohne Grund der beste Heurige in Wien. Das Weingut an den südlichen Ausläufern des Wienerwaldes gibt es seit 1374, im Heurigen kehren Gäste seit 1629 ein. Doch Inhaber Michael Edlmoser geht mit der Zeit und verbindet hier Tradition mit Moderne. Das einzig "Alte" hier sind die urigen Mauern des historischen Gebäudes, ansonsten wird hier auf neue Gastrokonzepte und Spitzenweine gesetzt. Das dürfte auch der Grund sein, warum die Weine des Heurigen in den letzten Jahren mit Auszeichnungen geradezu überhäuft wurden. Unter Kennern der Szene gilt der Edlmoser deswegen als Geheimtipp -dafür nimmt man auch gerne die lange Anfahrt mit Bus und Bim in Kauf!

Wo? Maurer Lange Gasse 123,1230 Wien

BEWERTUNG:******

Zum Gschupftn Ferdl

ZUM GSCHUPFTN FERDL

Die beste Brettljause der Stadt.

"Vor Gott und im Wiener Heurigen sind alle Menschen gleich." So lautet ein Wiener Sprichwort, das Ferdinand Freninger dazu inspirierte, den Gschupftn Ferdl zu gründen. Ein junger, moderner Bio-Heuriger mitten im sechsten Bezirk, innovativ und originell - das war die Idee. Und die ist aufgegangen. Tradition wird hier dennoch großgeschrieben. Schließlich gibt es sowohl den obligatorischen Hauswein als auch eine (fantastische) Brettljause. Einziges Manko: Die relativ hohen Preise sind eher untypisch für einen Heurigen. Aber das hat natürlich auch mit der Lage zu tun.

Wo? Windmühlgasse 20,1060 Wien

BEWERTUNG:****

WEINSTUBE JOSEFSTADT

Günstiger und schmackhafter Geheimtipp mitten in der Stadt.

Die Weinstube Josefstadt ist eine echte Oase inmitten der Großstadtwüste. Der Innenhof überzeugt durch schicke Retroatmosphäre inklusive romantischem Salettl. Man fühlt sich fast wie in Nussdorf, nur eben ohne die ewige Anreise. Absolut empfehlenswert sind die faschierten Laberl. Gemeinsam mit einem Gelben Muskateller lässt sich hier der Alltagstrott ganz schnell vergessen. Einen kleinen "Sozialbonus" gibt es dafür, dass man sich das Essen selbst holt. Bis 25. Dezember hat das Lokal offen, danach geht's in die Winterpause.

Wo? Piaristengasse 27,1080 Wien

BEWERTUNG:******

Mirli

GASTHAUS MIRLI

Der Ausflugsklassiker im Wienerwald.

Nur 20 Minuten von der Wiener Stadtgrenze entfernt erwartet einen im Gasthaus Mirli ein einzigartiges Heurigenerlebnis. Ganz unprätentiös, schlicht und elegant präsentiert sich dieses Gasthaus, das Erinnerungen an eine unbeschwerte Kindheit weckt. Die Natur ist hier aber immer noch das größte Highlight -wer sich also abseits der diversen Stadtheurigen eine echte Auszeit gönnen will, sollte den Weg auf sich nehmen. Im November ist man hier sowieso am besten aufgehoben: Bei den Mirli Gansl-Wochen von 8.11. bis 12.11. sowie 15.11. bis 19.11.2017 (ab 17 Uhr) kann man gegen Vorreservierung ein köstliches Martinigansl verspeisen.

Wo? Heinratsberg 69,3011 Tullnerbach

BEWERTUNG:****

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