5 Tipps, wie Sie mit Geld umgehen sollten

Kann man Glück kaufen? Ja, wenn man weiß, was man mit seinem Geld anfangen soll. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Studien untersucht, wie der Umgang mit den Finanzen unseren persönlichen Glückspegel beeinflusst.

1. Sein oder Haben?

Sie haben 100 Euro. Gehen Sie damit auf ein Konzert oder kaufen Sie sich ein neues Paar Schuhe? Die meisten von uns würden sich für die Schuhe entscheiden – weil man von denen länger etwas hat ...

Das mag zwar im materiellen Sinne stimmen, nicht aber im emotionellen. Professor Thomas Gilovich, Psychologieprofessor an der Cornell University im Bundesstaat New York, weiß, warum: Die Schuhe sind ein rein hedonistisches Vergnügen, das uns nur einen sehr kurz andauernden Kick beschert. Schon nach wenigen Tagen haben wir uns an sie gewöhnt und betrachten sie als Alltagsgegenstände. Erlebnisse hingegen stillen unsere psychologischen Bedürfnisse langfristig(er). Denn wir sind die Summe unserer Erfahrungen und nicht die unserer Besitztümer.

Hinzu kommt auch noch ein sozialer Aspekt: Neue Erfahrungen teilen wir zumeist mit anderen Menschen. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl formt unsere Identität und schafft unvergessliche Erinnerungen.

2. Kaufen Sie Zeit!

Wenn Sie Bügeln oder Fensterputzen hassen, macht es sicher glücklicher, wenn Sie sich von diesen ungeliebten Tätigkeiten freikaufen. Die gewonnene Zeit können Sie dann mit lieben Menschen und / oder mit Aktivitäten, die Ihnen Spaß machen, verbringen. Menschen, die mehr auf ihre Zeit als auf ihr Geld achten, sind die wahren
Glücksritter.

3. Weniger ist mehr!

Schneller, höher, weiter! Der Kapitalismus hält uns an, immer mehr Geld zu machen. Stagnation wird als Rückschritt gesehen. Doch wer sein ganzes Streben danach richtet, immer mehr Kohle zu scheffeln, landet schnell in einer Art Hamsterrad. Natürlich macht eine fette Gehaltserhöhung Freude, aber damit steigen auch die Ansprüche. Vielleicht kaufen Sie ein größeres Haus, ein luxuriöses Auto, doch all diese Dinge kosten in der Anschaffung und der Erhaltung, sodass unterm Strich genauso viel überbleibt wie vorher. Und kaum hat man sich an die neuen Dinge gewöhnt, machen sie nur mehr halb so viel Spaß, und man lechzt nach immer teureren Kicks, die erst durch noch mehr Arbeit verdient werden wollen.

„Treten Sie auf die Bremse und schätzen Sie lieber das, was Sie haben“, rät Sonja Lyubomirsky, Psychologin an der Riverside University in Kalifornien. Wer aufhört, immer mehr zu wollen und sich stattdessen jeden Tag bewusst macht, was er hat und wie gut es ihm damit geht, wird automatisch zufriedener und glücklicher.

Hören Sie auf, Reichere zu beneiden und führen Sie stattdessen lieber ein Dankbarkeitstagebuch. Denn Fakt ist: Sobald die Grundbedürfnisse gestillt sind, hat das Einkommen einen erstaunlich schwachen Einfluss auf das persönliche Glück.

4. Teilen macht glücklich!

„Geben ist seliger denn Nehmen“, sagt der Volksmund – und Wohltätigkeit zahlt sich tatsächlich aus. Wer schenkt oder spendet, fühlt sich automatisch glücklicher. Der inzwischen verstorbene Dr. Herbert Laszlo vom Wiener Institut für experimentelle Glücksforschung (IFEG) erklärte diesen Umstand anhand von „Spiegelneuronen, die uns die Gefühle anderer Menschen mitfühlen lassen.“

Die Konsequenz: Wer andere Menschen glücklich macht, bekommt selbst jede Menge von diesem Glücksgefühl ab. Das funktioniert allerdings nur, wenn Spender und Nutznießer tatsächlich Kontakt miteinander haben. Spenden an eine Organisation bewirken zwar auch Gutes, aktivieren aber keine Spiegelneuronen.

5. Glück in kleinen Dosen genießen!

Es ist wirklich ein Fluch: Wenn wir etwas mögen, wollen wir gerne mehr davon ­haben. Und wenn wir dann mehr davon haben, mögen wir es nicht mehr ganz so gern. Wir hören zwar nicht auf, es zu mögen, aber der Genuss ist nicht mehr ganz so toll.

Michael Norton, Autor des Buches Happy Money, weiß Rat. Die wichtigste Strategie, um Überdruss zu vermeiden: Genießen Sie Dinge, die Sie glücklich machen, in kleinen Dosen.

Trinken Sie zum Beispiel Ihren heißgeliebten Karamell-Macchiato nicht jeden Tag, sondern z. B. nur montags, und zele­brieren Sie dieses Ritual. Ziehen Sie sich nicht die ganze Netflix-Staffel auf einmal rein, sondern freuen Sie sich von Folge zu Folge. Überziehen Sie nicht Ihr Konto, sondern sparen Sie auf eine heiß ersehnte Anschaffung. Sie werden sich wieder glücklich fühlen wie ein Kind zu Weihnachten.

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