5 kleine, aber wichtige Erziehungs-Reminder

Elternsein ist ein harter Job. Diese Leitsätze haben das Potential, ihn ein bisschen leichter zu machen.

Eltern sein ist ein verdammt harter Job, der Mütter und Väter in regelmäßigen Abständen mit den eigenen Schwächen konfrontiert. Das Schönste am Kinder Haben ist aber mitunter die Möglichkeit, mit ihnen zu wachsen, gemeinsam Herausforderungen zu meistern. Und dazu gehört, sich selbst und sein Verhalten immer wieder zu reflektieren.

1. Kinder müssen auch schwierige Situationen meistern – und können es auch, wenn man sie lässt

„Hilf mir, es selbst zu tun.“ Ein weiser Satz, den die Pädagogin Maria Montessorida hinterlassen hat. Denn genau darum geht es: Kindern, die später junge Erwachsene werden, das Handwerkszeug mitzugeben, ihre Angelegenheit selbst zu regeln. Das erfordert eine ordentliche Portion Geduld und die Fähigkeit, sich in solchen Momenten zurückzunehmen. Wenn Eltern und Kinder jedoch diese Möglichkeit von Anfang an wahrnehmen, lernen die Kleinen ihre eigenen Fähigkeiten und Stärken kennen und wissen sie später auch einzusetzen – das schafft Selbstvertrauen. Wer seine Kinder vorschnell aus unangenehmen Situationen rettet, hat zwar die besten Absichten, nimmt ihnen aber die Chance, (Lebens-)Erfahrungen zu machen. Und das beginnt schon früh: Vom Lernen, sich selbst anzuziehen über das Mithelfen im Haushalt bis zum späteren Gang zu Ämtern oder Bewerbungsgesprächen.

2. Ständiges Lob – gut gemeint, aber nicht immer gut

Lob, Lob, Lob - das soll Kinder Selbstvertrauen einimpfen. Jedes Kind ist ein Gewinner und Eltern werden nicht müde, ihrem Nachwuchs zu sagen, wie toll, gescheit, lieb und super er ist. Das kann nach hinten losgehen, wie eine internationale Forschergruppe herausfand, diese Methode kann unbeabsichtigte Konsequenzen haben: Die Kinder fangen an, das Urteilsvermögen ihrer Eltern in Frage zu stellen, die schließlich die einzigen sind, die alles, was sie tun, gut finden, auch wenn der Rest der Welt das anders sieht. Das Lob fühlt sich im Moment gut an, aber geht an der Realität vorbei. Wenn Eltern negatives Verhalten missachten, lernen Kinder schnell zu lügen, zu übertreiben und Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen.

3. Kinder müssen Mama und Papa nicht jede einzelne Minute super finden - und nicht ständig belohnt werden

Über die Enttäuschung eines „Neins“ werden Kinder hinwegkommen, aber weniger darüber, ständig verwöhnt zu werden und alles zu bekommen. Wer seinen Kindern auch mal etwas verbietet, lehrt sie, dass man um Dinge, die einem wirklich wichtig sind, manchmal kämpfen muss – dann weiß man sie aber umso mehr zu schätzen, findet Familientherapeut Jesper Juul. Gerade Eltern von mehreren Kindern neigen dazu, alle Kinder zu beschenken, wenn eines belohnt wird, damit sich keines „vernachlässigt“ fühlt. Die Botschaft ist aber eine unrealistische: Denn Erfolg basiert auf Bemühungen und Handlungen. Und deren Wertschätzung sollte in keinem Fall ständig auf materielle Art passieren – wenn eine Eltern-Kind-Beziehung darauf beruht, werden Kinder weder innere Motivation noch bedingungslose Liebe kennenlernen.

4. Eltern sind nicht der einzige Einfluss auf ihre Kinder – aber sie können der beste sein

Gerade Jugendliche wollen ihre Flügel ausstrecken und Dinge auf ihre eigene Art und Weise erfahren. Erwachsene müssen ihnen das ermöglichen, was aber nicht bedeutet, ihnen dabei nicht ab und an zur Seite zu stehen und Wege aufzuzeigen. Wer seine Kinder an seinen eigenen Erfahrungen – und dabei sind ganz besonders auch die Fehler gemeint – teilhaben lässt, gibt wertvolles Wissen weiter, ohne zu belehren.

Ein schlechter Fehler ist der, aus dem man nicht lernt.
Prof. Gerd Gigerenzer

Darüber hinaus ist es ein wesentlicher Teil des Lebens, auch mit Ausrutschern und den Konsequenzen seiner Taten umgehen zu lernen, erklärt Professor Gerd Gigerenzer, Direktor am Berliner Max-Planck-Bildungsinstitut. Wenn Mama und Papa mit ihren Kindern erzählen, wie sie mit bestimmten Herausforderungen umgegangen sind, was sie daraus gelernt haben, hat gute Chancen, eine respektvolle und wertschätzende Beziehung zum Nachwuchs aufbauen zu können.

5. Eltern sind erstes und unmittelbares Vorbild für Kinder

Wer seinen Kindern helfen möchte, einen eigenen Charakter zu entwickeln, zuverlässig und verantwortungsvoll mit den eigenen Worten und Taten umzugehen, fängt am besten damit an, selbst nach diesen Prinzipien zu leben. Und dabei sind es oft die kleinen Dingen, die den großen Unterschied machen: Kinder schauen sich ab, wie Eltern mit anderen Menschen umgehen, vom Postboten bis zum Kollegen oder Vorgesetzten. Sie lernen zuallererst von den direkten Menschen in ihrer Umgebung, wie man seine Mitmenschen behandelt – und wie man im Gegenzug selbst behandelt werden möchte.

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