5 Gründe, warum Männer endlich mehr Hausarbeit machen sollten

Frauen arbeiten im Haushalt viermal so viel wie Männer. Damit muss endlich Schluss sein.

80 Prozent der Haus- und Pflegearbeit werden laut OECD von Frauen erledigt. Frauen arbeiten somit viermal so viel wie Männer. Doch ihre Arbeit bleibt unsichtbar und vor allem unbezahlt. Und selbst wenn beide Partner Vollzeit arbeiten, wenden Frauen mehr Zeit fürs Putzen, Kochen und Wäschewaschen auf. Dass das ein großes gesellschaftliches Problem ist, zeigt auch diese Rechnung: während Frauen schon im Jahr 2016 sind, arbeiten Männer noch 2012 auf. Aus diesem Grund wurde der"Equal Care Day" ins Leben gerufen, der immer im Schaltjahr begangen wird.

Weil das nicht so bleiben soll, haben wir fünf Gründe, warum Männer endlich mehr Hausarbeit machen sollten:

1: Hausarbeit ist kein Privatvergnügen


Eigentlich ist es bedenklich, dass das heutzutage noch immer betont werden muss: Putzen, Kochen und Pflegen sind keine Tätigkeiten, die eine Frau aus Jux und Tollerei macht. Nein - sie sind tatsächlich überlebensnotwendig. Denn die Wäsche wäscht sich nicht von alleine, die Oma pflegt sich nicht selbst, wenn sie nicht mehr gehen kann, und das Essen zaubert sich auch nicht von Geisterhand auf den Tisch. Die unsichtbare Arbeit von Frauen im Haushalt sichert das Überleben der Gesellschaft - und Männer sollten endlich damit anfangen, das nicht nur wertzuschätzen, sondern tatsächlich mitanzupacken.

2: Weg mit den Alibis


Alibi-Wertschätzung bedeutet: einmal im Monat das Frühstück ans Bett bringen, wenn man es den Rest des Monats nicht macht, nur am Muttertag das Geschirr abwaschen, und an Festtagen ein Spezialmenü auftischen. Und dafür werden Männer dann natürlich ausführlich gelobt, es wird herausgestrichen, dass sie etwas „Besonderes“ machen – etwas, was Männer ansonsten nicht machen, weil das ja Frauentätigkeiten sind. Haus- und Sorgearbeit betrifft aber alle, die im Haushalt leben. Warum also wird sie immer noch nur auf Frauen abgewälzt?

3: Männer bereuen es später selbst


Viele Männer fragen sich nach Jahren, warum sie eigentlich so wenig Zeit mit ihren Kindern verbracht haben. Die Ungleichverteilung im Haushalt hat auch im restlichen Leben reale Auswirkungen: manche Männer wissen oft nicht einmal, wie sie eine Waschmaschine einschalten, ein Spiegelei zubereiten oder wo sie ihre Socken finden. Wir erziehen sie also zu unfähigen Tollpatschen, die weniger zur Gesellschaft beitragen als Frauen. Und wer will das schon?

4: Weniger Rollenklischees


Oft wird von Männern behauptet, die Frauen wären einfach perfektionistischer und hätten einen „Putzwahn“, während ihnen selbst der Schmutz gar nicht so auffällt. Das ließe sich in einem Selbstexperiment leicht widerlegen: wie lange würde man es aushalten, keine Wäsche zu waschen, das Bad nicht zu putzen und das Geschirr nicht wegzuräumen? Vermutlich nicht allzu lange, bevor das Ganze ernsthaft gesundheitsschädlich wird. Doch die Werbeindustrie redet uns weiter hartnäckig ein: Männer machen nur die „körperliche“ Arbeit im Haushalt und Dinge, die „männlich“ genug sind: Rasenmähen, Reparieren, Gartenarbeit, Grillen. Diese Tätigkeiten gelten übrigens auch nicht als „dümmlich“, so wie es bei "weiblicher" Hausarbeit wie Staubsaugen und Wäschewaschen der Fall ist – nein, denn „männliche“ Hausarbeit ist immer eine intellektuelle Herausforderung, selbst wenn es eben nur Grillen und Rasenmähen ist.

5: Alle sind glücklicher


Zu guter Letzt sind einfach alle im Haushalt entspannter und glücklicher, wenn die Arbeit gleichmäßig aufgeteilt wird. Und das wirkt sich auf alle Bereiche des Lebens aus, sogar auf das Sexleben, wie eine Studie belegt. Geteilte Hausarbeit bedeutet nämlich weniger Stress für alle Beteiligten, vor allem für Frauen und Mütter, die ohnehin einem höheren Burn-Out-Risiko ausgesetzt sind. Es bedeutet, dass Frauen sich endlich mehr Zeit für sich nehmen können, dass sie beruflich erfolgreicher sind, weil ihr Kopf nicht in elendslangen Haushalts-To-Do-Listen steckt, es bedeutet, dass den Kindern keine steinzeitlichen Rollenklischees vorgelebt werden und es bedeutet vor allem, dass ihre stundenlange, fordernde und überlebensnotwendige Arbeit endlich anerkannt wird.

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