5 Fragen, die ihr vor dem Zusammenziehen klären solltet

Seid ihr bereit für die erste gemeinsame Wohnung? Wir haben bei einem psychologischen Berater und einem Immobilienexperten nachgefragt, wie sich die gemeinsame Wohnungssuche ohne Stolpersteine bewältigen lässt.

Zusammenziehen, erste gemeinsame Wohnung, Umziehen

1. Sind wir wirklich bereit?

Sei es die leere Milchpackung im Kühlschrank, die offene Klo-Türe oder die im Schlafzimmer verteilten Socken – beim Zusammenleben sind es meistens die kleinen Dinge, die für Streit sorgen. Bevor man den Schritt ins erste gemeinsame Heim wagt, sollte man daher die Gewohnheiten des/der anderen verstehen. Dr. Roman Braun, psychologischer Berater, rät: "Ob die Lebensgewohnheiten von zwei Personen kompatibel sind, lässt sich beispielsweise durch eine gemeinsame Reise gut erkennen. Ein Urlaub wirkt wie ein Vergrößerungsglas, in dem die Verhaltensweisen des Partners oder der Partnerin sichtbarer werden. Hinzukommt, dass man nicht abgelenkt ist und seine ganze Aufmerksamkeit auf einander richtet."

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2. Was muss vorab geklärt werden?

Zu Beginn gilt es natürlich, die ganz zentralen Fragen zu klären, wie: Welche finanziellen Mittel stehen zur Verfügung? Wie viel wollen und können wir maximal ausgeben? Aber auch andere Kriterien sollten ausführlich besprochen werden: "Um effizient nach einer Immobilie suchen zu können, sollten wichtige Kriterien wie Lage, Größe und Zimmeranzahl vorab bestimmt werden. Ich empfehle hier immer eine Unterteilung in ‚Must-Haves‘, nicht mehr als fünf, und ‚Nice-to-haves‘ wie beispielsweise Balkon oder Lift. Wichtig ist dabei, die gemeinsamen Interessen zu besprechen und eine Lösung zu finden, mit der beide zufrieden sind", erklärt Bernd Grabel-Hlawa vom Immobilienportal FindMyHome.at.

3. Wie gehen wir die Suche an?

Durch das Festlegen der finanziellen Rahmenbedingungen ergeben sich unterschiedliche Optionen für die Wohnungssuche. Für eine erste Suche eigenen sich Online-Plattformen, auf denen man mit Suchkritierien filtern kann, gut. "Besondere Vorsicht gilt bei Wohnungen von Privatpersonen – gerade in Sachen Miete und Ablöse von Möbeln", warnt Gabel-Hlawa von FindMyHome.at. Steht schlussendlich ein Termin für eine Besichtigung rät er, die Wohnung immer gemeinsam zu besichtigen, "den Zustand der Immobilie genau zu überprüfen und eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten um Abhaken mitzunehmen."

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4. Wie behalten wir unsere Privatsphäre?

Ist die Suche abgeschlossen und die Traumwohnung gefunden, sollten natürlich auch noch bürokratische Angelegenheiten besprochen werden, sprich: Auf wen läuft der Mietvertrag? Auf wen laufen Strom- und Gas-Abrechnungen? Wer überweist Versicherungen?
Ist das alles geschafft, kann das gemeinsame Abenteuer beginnen. Dabei sollte man laut dem psychologischen Berater aber eines nicht vergessen: Die erste gemeinsame Wohnung sollte nicht das Ende der Privatsphäre bedeuten. Grundsätzlich besteht eine Partnerschaft aus zwei Individuen – Je mehr der oder die Einzelne von sich aufgibt, desto größer ist die Gefahr, dass die Beziehung auf Dauer überlastet wird. Ist ein zusätzliches Zimmer als Rückzugsort finanziell nicht möglich, "sollte ganz bewusst darauf geachtet werden, dem Partner oder der Partnerin Freiraum zu geben. Das kann ein ‚um die Häuser ziehen‘ oder ein Urlaub mit den besten FreundInnen sein. Wenn man die eigenen Interessen wahrt, steht einem entspannten Zusammenleben quasi nichts im Weg", so Dr. Roman Braun.

5. Wie werden wir mit Konflikten umgehen?

Die erste Freude des Zusammenziehen trifft meist rasch auf erste Unstimmigkeiten bezüglich Abwasch, Staubsaugen oder Bügeln. Genau dann fallen plötzlich Gewohnheiten des/der PartnerIn auf, die man vorher nicht wahrgenommen hat. Dabei sind das oft gar nicht die großen Probleme, die das Zusammenleben und die Beziehung gefährden. Laut dem psychologischen Berater ist die Harmonie besonders dann gefährdet, wenn der/die Partnerin, den untertags aufgestauten Stress Zuhause ablädt. Sein Tipp: "Kleine Probleme müssen nicht zwangsläufig beim Abendessen mit dem Partner oder der Partnerin kommuniziert werden. Sollten Sie sich das nächste Mal über ihre ArbeitskollegInnen ärgern, greifen Sie zu Ihrem Mobiltelefon und erzählen einem Freund oder einer Freundin, warum Sie wegen Kollege XY wieder einmal an die Decke gehen könnten."

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