5 Fakten, um beim Sekt-Trinken angeben zu können

Jeder liebt KlugscheißerInnen (heimlich)! Mit diesem Wissen über Schaumwein wirst du alle verrückt machen.

Jeder vernünftige Mensch trinkt gern Schaumwein. Weil er gut schmeckt, angenehm prickelt und es sich trotz inflationärer Verwendung der unseligen 1,99€ "Prosecco"-Flaschen vom Hofer in der dunkelblauen Glasflasche immer noch so anfühlt, als würde man irgendwie was Vornehmes machen - und wenn man dabei in Jogginghosen auf der Couch sitzt und zum 18. Mal Gilmore Girls schaut.

Weil Schaumwein in schönen Gläsern immer auch dazu einlädt, was unfassbar Kluges zu sagen, haben wir für euch fünf Fakten gesammelt.

1.) Schaumwein ist eigentlich ziemlich feministisch

Die Witwen, oder Veuves, wie es auf Französisch heißt, Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin, Louise Pommery und Mathilde Emilie Perriere sind die drei großen Frauen der Champagnerwelt. Die Veuve Clicquot, nach der der Champagner mit dem orangen Etikett bis heute benannt ist, war bei ihrem Tod 1866 bereits als "Grande Dame de la Champagne" bekannt. Sie hat etwa den Rosé-Champagner erfunden und ist dafür verantwortlich, dass wir heute klaren Champagner nach der Methode Traditionell trinken können.

Auch die Veuves Pommery und Perrier leiteten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bedeutende Champagnerhäuser - und das zu einer Zeit, in der Frauen eigentlich völlig vom Wohlwollen ihrer Männer abhängig waren und ohne deren Zustimmung weder arbeiten noch ein eigenes Bankkonto besitzen durften.

2.) Warum Champagner Kopf steht

Bei der so genannten Methode Traditionell, nach der Champagner, Crémant und Cava auch heute noch hergestellt werden, wird dem Sektgrundwein eine Hefe-Zucker-Mischung zugefügt. In der Flasche gärt das Gemisch dann zehn bis zwölf Wochen lang, die Kohlensäure im späteren Schaumwein ist das Produkt dieser Gärung.

Damit der Champagner am Ende kein von Hefe trübes Wässerchen ist, werden die Flaschen, gemäß der Methode Traditionell, gedreht, täglich leicht bewegt, und nach und nach immer weiter auf den Kopf gestellt, sodass sich die Hefe am Kronkorken absetzen kann, bis der Flaschenhals schließlich in ein Eisbad getaucht wird. Die Hefe gefriert als Pfropfen und schießt beim Öffnen der Flasche (gemeinsam mit ein bisschen Schaumwein) heraus.

Der kleine Verlust wird mit einem Wein-Zuckersirup-Gemisch, der sogenannten Dosage, wieder aufgefüllt und verkorkt. Fertig!

3.) Schaumweine lagert man im Stehen!

Apropos Korken: Wegen ebenjenen lagert man Schaumweine nicht liegend. Darüber kann man mit Halbwissenden herrlich lang debattieren, für die Weinexpertin Dr. Susanne Edlinger, die das Weinkolleg Österreich leitet, ist alles klar: Schaumwein bitte stehend lagern! Andernfalls kann die Kohlensäure den Korken beschädigen. Der schließt die Flasche nicht mehr dicht ab und die Kohlensäure kann entweichen. Das Ergebnis: Ein enttäuschendes Geräusch beim Öffnen und ein grauslicher Schaumwein.

4.) Die Qualität ist im Nachgeschmack

Farbgebung, Perlage (also Anzahl, Verhalten und Größe der Perlen im Sekt) und Geschmack fließen in die Bewertung eines Schaumweines ein. Mit einer hervorragenden Qualität korreliert der Nachgeschmack aber am meisten. Das hat das österreichische Weinkolleg in einer Studie herausgefunden. Ein Fakt, den man nonchalant und weise kundtun kann, nachdem man verkündet, dass der Schaumwein "angenehm im Abgang" sei.

5.) Das Geheimnis hinter Roséwein

Österreich (und die Welt) ist im Roséfieber: 2017 hat Marktführer Henkell in Österreich knapp 2 Millionen Flaschen Rosésekt verkauft. Roséweine werden nicht aus einer ominösen Rosétraube hergestellt, sondern sind Weißweine, die aus blauen Trauben gekeltert werden. Rosésekt und -champagner ist in der Herstellung etwas komplizierter als üblicher Schaumwein: Das sanfte Rosa entsteht entweder durch aufwändige Maceration, also dem kurzfristigen Einweichen der Haut der blauen Trauben im Most, oder durch qualifizierte Zusetzung roter Weine.

Mit picksüßen, eingefärbten Billig-Schaumweinen in künstlichen Erdbeeraromen haben Roséschaumweine also nichts zu tun. Schmeckt man auch. Prost!

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