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5 Dinge, die du noch nicht über Neurodermitis weißt

Ein bisschen Jucken und gerötete Haut? Hinter Neurodermitis steckt noch viel mehr! Wir geben einen Einblick.

Die Symptome sind Vielen bekannt: gerötete, entzündete und oft schuppige Haut und ein teils unerträglicher Juckreiz sind die Hauptkennzeichen von Neurodermitis (auch atopische Dermatitis genannt). Doch was steckt hinter der nicht ansteckenden Hautkrankheit? Wir klären auf und geben Tipps für Betroffene und ihre Angehörigen:


1. Es gibt mehr Erkrankte, als du vielleicht denkst

In Österreich sind bis zu 20 % aller Kinder von Neurodermitis betroffen. Bei manchen verschwindet die Krankheit mit den Jahren, eine Neigung zu trockener Haut und eine erhöhte Ekzembereitschaft bleiben aber. Immerhin 2,2 % der heimischen Erwachsenen leiden unter Neurodermitis. Die atopische Dermatitis ist damit die häufigste chronisch-entzündliche Hauterkrankung – und die Fallzahlen steigen. 1–4

2. Das Krankheitsbild ist nicht einheitlich

Neurodermitis kann sich von Person zu Person stark unterscheiden und macht sich nicht immer gleich stark bemerkbar. Das Spektrum reicht von milden, symptomarmen Ausprägungen bis hin zu schweren Verläufen. In einer akuten Phase, dem sogenannten Neurodermitis-Schub, zeigt sich das typische Krankheitsbild durch rote, entzündete Hautstellen sowie nässende Bläschen und Schuppen, die Verkrustungen bilden können. Die Haut kann während dieser Schübe zum Teil unerträglich jucken. Dem Jucken folgt ein Kratzen – ein Teufelskreis. Denn Kratzen verschafft zwar einen kurzen Moment der Linderung, bewirkt aber auch, dass der Körper bestimmte Botenstoffe aussendet, die den Juckreiz wiederum verstärken. Durch Ablenkung, z. B. gemeinsames Spielen, können Eltern ihren Kindern mit Neurodermitis helfen, den Teufelskreis zu durchbrechen.

Auch in ruhigen Phasen, in denen es zu keinem Schub kommt, ist die Haut von Menschen mit Neurodermitis sehr trocken, empfindlich und teilweise im Bereich von Gelenken verdickt. Selbst kleinere Reizungen dieser Bereiche können schnell zu einem neuen Schub führen.

Seitenansicht eines Körpers in Schwarz/Weiß

3. Neurodermitis kommt selten allein

Als ob Neurodermitis allein nicht schon belastend genug wäre, kann die Krankheit auch mit weiteren einhergehen. Die atopische Dermatitis gehört nämlich zu einer Gruppe von Erkrankungen, die durch übersteigerte Reaktionen des Immunsystems auf verschiedene Stoffe (Allergene), die für gesunde Menschen normalerweise harmlos sind, hervorgerufen werden. Liegt eine Veranlagung zu übermäßigen Abwehrreaktionen vor, besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich von Neurodermitis Betroffene auch mit Erkrankungen wie beispielsweise Heuschnupfen, Bindehautentzündungen, Nahrungsmittelallergien oder Asthma plagen müssen.

Die körperlichen Symptome von Neurodermitis und die damit einhergehende psychische Belastung können auch zu psychischen Problemen wie Angstzuständen und Depressionen führen – und das schon im Kindesalter.

4. Mehr Krankenstandstage durch Neurodermitis

Hättest du daran gedacht, dass auch der Schlaf von Neurodermitis beeinträchtigt werden kann? Schlafstörungen aufgrund von Juckattacken und unangenehmen Schüben kommen nicht selten vor und können bei Kindern in Folge zu Fehltagen in der Schule bzw. zu Krankenständen bei Erwachsenen führen. Und auch tagsüber ist es Betroffenen während anhaltender Schübe oft nicht möglich, weiterhin produktiv zu sein und der Ausbildung oder Arbeit nachzugehen.

5. Eingeschränkte Freizeitplanung

Aber nicht nur die Schule oder Arbeit, auch das Sozialleben kann von Neurodermitis beeinträchtigt werden. Viele Betroffene ziehen sich zurück, wenn Sie gerade Schübe durchmachen und wenn Kinder betroffen sind, leidet meist die ganze Familie mit. Lange geplante Ausflüge oder Termine, auf die man sich eigentlich schon freut, können dann nicht durchgeführt und eingehalten werden. Als direkt von Neurodermitis Betroffener ist es gerade in solchen Momenten wichtig, offen mit dem Umfeld umzugehen und wenn nötig auch um Hilfe zu bitten. Wenn du jemanden kennst, der an Neurodermitis leidet, sei aufmerksam und frag nach, ob du unterstützen oder einfach nur zuhören kannst.

1-4 1. Wolff K, Urbanek R, Konsensuspaper Atopische Dermatitis, März 2006. 2. Werfel T et al. JDDG 2016; 14 (1): e1 –e75. 3. Schmitt J et al. Allergy Clin Immunol 2013; 132: 1337 – 47. 4. Langenbruch A et al. JEADV 2014; 28: 719 – 26

 

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