5 Arten, wie Feminismus deinen Job besser macht

Organisationskulturen sind oft schwer zu verändern. Doch wer Gleichberechtigung fördert, profitiert.

Eine Organisationskultur ist etwas, das wir kreieren, kultivieren und formen. Manchmal passiert das absichtlich, andere Male werden einfach verkrustete Strukturen aus der Vergangenheit übernommen. Und oft sind diese Strukturen durchzogen von einem System - und zwar einem männerdominierten.

Strikte Hierarchien, kaltes Kalkül und das Arbeiten unter Angst schaden vor allem Frauen, denn sie werden auch am Arbeitsplatz öfter Opfer von psychischer Gewalt, haben allein aufgrund ihres Geschlechts schlechtere Aufstiegschancen, sind Stress stärker ausgesetzt, weil sie nach wie vor auch die meiste unbezahlte Arbeit erledigen. Aber es gibt Gegenstrategien - und die kommen wie so oft aus dem Feminismus. Schließlich ist Gleichberechtigung am Arbeitsplatz etwas, von dem alle profitieren.

Hier sind 5 Arten, wie Feminismus den Arbeitsplatz besser machen kann:

1) Offenheit und Sicherheit sind selbstverständlich


Was in einem Arbeitsumfeld, das auf Respekt und Gleichstellung setzt, immer da sein muss, ist die Möglichkeit, über Probleme zu reden. Auch private. Denn unser Privatleben beeinflusst unseren Job maßgeblich. Wenn wir das Gefühl haben, dass ArbeitgeberInnen darauf Wert legen, dass wir offen sein können, wird Vertrauen gestärkt. Und Vertrauen sorgt für ein Arbeitsumfeld, in dem sich jedeR sicher und gehört fühlt.

2) Frauen verdienen genauso viel wie Männer


Wie oben erwähnt, sind die meisten Unternehmen nach wie vor in Männerhand. Das führt zum bewussten oder unbewussten Ausschluss von Frauen aus Entscheidungen, die vielleicht beim berühmten Feierabendbier gefällt werden, und damit folglich auch von der Möglichkeit, aufzusteigen und mehr Geld zu verdienen. Und vom gleichen Lohn für alle sind wir in Österreich besonders weit entfernt - bei uns liegt der Gender Pay Gap nämlich bei 24 Prozent (mehr Infos: 6 blöde Behauptungen über Gehaltsunterschiede, die einfach nicht stimmen). Ein weiterer wichtiger Aspekt: Männer müssen endlich Verantwortung für gelebte Diskriminierung und eigene Bevorteilung übernehmen. Denn sie schaden damit anderen.

3) Vereinbarkeit ist immer ein Thema


Das Buch "Feminist Social Work Theory and Practice" erörtert Wege, wie Frauen in Unternehmen gleichgestellt werden können. Dazu gehört auch: auf individuelle Bedürfnisse einzugehen und den Frauen zuzugestehen, ihre eigenen Lebensentscheidungen treffen zu können. Die Frage beim Vorstellungsgespräch, ob frau gedenkt in nächster Zeit schwanger zu werden, ist leider kein Mythos und zeigt, dass Vereinbarkeit und Wiedereinstieg noch immer nicht genügend thematisiert werden.

4) Vielfalt wird gelebt


Viele Unternehmen setzen nicht auf Diversität. Das ist sehr schade - schließlich belegen Studien, dass Diversity nicht nur ein gesellschaftspolitisches Schlagwort ist, sondern auch finanziell etwas bringt. Die Studie "Why Diversity Matters" von McKinsey untersuchte den Zusammenhang zwischen der Diversität des Top-Managements und der geschäftlichen Entwicklung von Unternehmen. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass vielfältige Betriebe nicht nur finanziell erfolgreicher sind sondern auch viele andere Vorteile nutzen können. Und auch wenn das nicht der Fall sein sollte: die gesellschaftliche Realität abzubilden, ist ein wichtiges Anliegen, das Diskriminierung bekämpft. Deshalb müssen Unconscious Biases sowie Tipps zur Überwindung der unbewussten Vorurteile in Unternehmen thematisiert werden - und Maßnahmen dagegen gesetzt werden (etwa eine Frauenquote).

5) Gemeinsam sind wir stärker


Nicht zuletzt sollten Frauen ihre Anliegen und Wünsche kundtun. Netzwerke und Mitstreiterinnen zu finden, ist hier enorm wichtig - schließlich ist es oft nicht leicht, sich alleine aus einem diskriminierenden Umfeld zu befreien. Denn: Privilegien werden nicht gerne aufgegeben und Frauen nicht gerne nachgeholt, weiß auch Gundi Wentner, Gründungspartnerin von Deloitte Human Capital Österreich, im WIENERIN-Gespräch: "Jeder Mensch neigt dazu, nach Selbstähnlichkeit zu suchen, das ist auch wissenschaftlich belegt. Jemanden, der ,anders' ist als man selbst, holt man nicht gerne nach." Was hier neben verpflichtenden Quoten helfen kann, ist das Betonen eines gemeinsamen Ziels und einer Strategie, die für alle Beteiligten Vorteile bringt.

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