4 Rituale, die glücklich machen

Wir haben schon alle möglichen Tipps gelesen, wie wir glücklich werden können. Doch nur diese sind wissenschaftlich belegt.

Der Neurowissenschafter Alex Korb gibt uns Ratschläge, wie wir glücklicher werden können.

1: Machen Sie sich ruhig Sorgen und seien Sie dankbar

Manchmal fühlt es sich so an, als würde unser Gehirn nicht wollen, dass wir glücklich sind. Wir fühlen uns beschämt oder haben ein schlechtes Gewissen. Überraschend ist aber: Schuldgefühle und Scham aktivieren das Belohnungszentrum des Gehirns. Sie lösen ähnliche Reaktionen im Gehirn aus wie zum Beispiel Stolz. Deshalb ist es auch nicht so schlimm, wenn wir uns ab und zu Vorwürfe machen - sie aktivieren unser Belohnungszentrum. Denn: schon wenn wir darüber nachdenken, haben wir das Gefühl, dass wir etwas dagegen tun. Das limbische System wird beruhigt - denn Ängstlichkeit wird auch durch Nachdenken besser, weil wir zumindest irgendetwas tun. Aber Schuldgefühle und Sorgen sind keine langfristige Lösung. Was hilft dann aber wirklich?

Nun, die Neurowissenschafter sagen, dass wir uns eine Frage stellen sollen: Wofür bin ich dankbar? Das Gefühl der Dankbarkeit steigert unser Dopamin- und Serotonin-Level. Uns daran zu erinnern, wofür wir dankbar sind, ist eine Form der emotionalen Intelligenz.

2: Benennen Sie negative Gefühle

Sie fühlen sich schrecklich - dann sagen Sie das auch. Traurig? Nervös? Wütend? Auch diese Gefühle müssen Sie ausdrücken. Gefühle zu unterdrücken, macht es nur schlimmer. Sich seinen Gefühlen zu stellen und sie zu benennen, reduziert ihre Stärke. Etwas in Worte zu fassen, es symbolisch zu beschreiben oder in Metaphern zu hüllen, reduziert die Aufregung. Nichts anderes passiert beim Meditieren.

3: Treffen Sie diese Entscheidung

Schon einmal eine Entscheidung getroffen und danach waren Sie beruhigt? Das ist kein Zufall. Die Neurowissenschaft belegt, dass Entscheidungen Sorgen und Ängstlichkeit reduzieren - und als netter Nebeneffekt helfen Sie natürlich, Probleme zu lösen. Denn die Entscheidungsfindung verlangt Zielsetzungen und Aktivität. Aber welche Entscheidung soll man treffen? Die Wissenschaft sagt: Treffen Sie eine Entscheidung, die "gut genug" ist. Strengen Sie sich nicht zu sehr an, die "beste Entscheidung" zu treffen, denn die gibt es nicht. Perfektionismus kann stressig sein und gibt einem schnell einmal das Gefühl eines Kontrollverlusts. "Gut genug" ist wirklich gut genug und stresst uns weniger.

Zusätzlich bereiten Entscheidungen unserem Gehirn Vergnügen. Denn wenn Sie das Gefühl haben, Sie gehen ins Fitnesscenter, weil Sie gezwungen werden - dann ist das keine Entscheidung, die Ihr Gehirn befriedigt. Nur das Gefühl, etwas aus eigenem Antrieb gemacht zu haben, erhöht unser Dopamin-Level im Hirn. Schließlich suchen wir uns die Dinge, die wir mögen, nicht nur aus - wir mögen auch die Dinge, die wir uns aussuchen.

4: Lassen Sie sich öfter umarmen

Wir müssen Liebe und Akzeptanz von anderen spüren, sonst fühlen wir uns alleine und das kann schmerzhaft sein. Auch körperlich. Denn eine Studie hat gezeigt, dass das menschliche Gehirn auf Abweisung von anderen genauso reagiert als hätten die Menschen körperlichen Schmerz erlitten. Abweisung wir vom Gehirn also wie ein gebrochenes Bein wahrgenommen. Doch nicht nur Akzeptanz macht uns glücklicher - auch Berührungen.

Berührungen erhöhen unser Oxytocin-Level. Sie machen uns sozialer, verbessern unsere Teamfähigkeit, und sogar unsere Konzentrationsfähigkeit. Wenn Sie jemanden berühren, denn Sie lieben, dann verringert das den Stress und Schmerz in vielen Situationen. Studien haben sogar gezeigt, dass fünf Umarmungen am Tag in vier Wochen das Glücksempfinden massiv steigern. Falls Sie gerade niemanden zum Umarmen haben: Massagen machen auch glücklich.

Aktuell