4 Mythen über Kinks, die du nicht glauben solltest

Kinks müssen nix mit Trauma zu tun haben.

Mythen über Kinks, die einfach nicht stimmen

Was sind eigentlich Kinks? Und inwiefern unterscheiden sie sich von Fetischen? Rund ums Thema Kinks ranken sich auch heute noch allerlei Mythen und Vorurteile. Mit denen wollen wir heute aufräumen!

Kink und Fetisch - das Gleiche?

Ist ein Kink das Gleiche wie ein Fetisch? Hmm ... nicht ganz. Ein Fetisch beschreibt streng genommen die Fixierung auf bestimmte Gegenstände, Materialien oder Körperteile, die für die sexuelle Befriedigung einer Person absolut notwendig sind. Oft handelt es sich um etwas, das vielleicht nicht von Natur aus sexuell ist, wie Schuhe oder Leder. Wenn die Fixierung auf ein bestimmtes Körperteil - zum Beispiel Füße, Hände, Po oder Brüste - erfolgt, wird das als "Partialismus" bezeichnet.

Kink hingegen ist ein weiter gefasster Begriff, der eine Reihe von alternativen sexuellen Interessen, Vorlieben oder Fantasien umfasst, die über den klassischen Sex in Missionarsstellung hinausgehen. Dazu gehören zum Beispiel BDSM, Rollenspiele oder auch Spanking und Auspeitschen. Einfach ausgedrückt, fällt unter den Überbegriff "Kink" einvernehmliches, erotisches Verhalten, das in irgendeiner Weise mit Macht verbunden ist (wichtig: immer mit Konsens aller Beteiligten!).

"Fetisch ist stark an ein psychologisches Bedürfnis nach diesen spezifischen Objekten oder Handlungen gebunden, um Vergnügen und oder einen Orgasmus zu erleben, während Kinks zu einer sexuellen Erfahrung beitragen können, aber nicht notwendigerweise benötigt werden, um eine sexuelle Befreiung zu erreichen", erklärt Sexualpädagogin "Dirty Lola" auf huffpost.com.

Mythos Nr. 1: Kinks deuten auf psychische Probleme hin

Viel zu lange wurden Menschen, die Kinks hatten und diese auch ausübten, als psychisch krank betrachtet und infolgedessen schikaniert, von der Gesellschaft ausgeschlossen oder beschämt (ähnlich wie es bei Menschen war und zum Teil leider immer noch ist, die nicht der heterosexuellen Norm entsprechen). Heute wissen wir, dass Kinks ein natürlicher Bestandteil der menschlichen Sexualität sind und definitiv nicht als psychische Störungen betrachtet werden sollten.

Mythos Nr. 2: Kinks entstehen in erster Linie durch Trauma

Der Mythos, dass Kinks das Ergebnis von Trauma oder Missbrauch sind, hält sich hartnäckig. Tatsächlich fühlen sich Menschen doch aus völlig unterschiedlichen Gründen zu Kink-Praktiken hingezogen. In einer Studie der University of California Santa Cruz gaben rund 73 Prozent der Befragten an, dass wohl ihre Persönlichkeit für ihre Vorliebe für Kink ausschlaggebend ist, nur 19 Prozent sagten, dass Trauma mit ihrer sexuellen Neigung in Verbindung steht.

Mythos Nr. 3: Kink hat immer mit Missbrauch oder Misshandeln zu tun

Missbrauch geschieht überall dort, wo es Macht gibt - das kann ich jeglicher Beziehung sein, zwischen Familienmitgliedern, Kolleg*innen oder Freund*innen. Sicherlich kann Missbrauch auch in der Kink-Community vorkommen, jedoch ist Kink keinesfalls von Natur aus missbräuchlich.

Tatsächlich legen Kink- und BDSM-Praktiker*innen besonderen Wert auf Konsens und eine vereinbarte Machtdynamik, um Missbrauch zu verhindern (da können wir uns alle noch was abschauen!).

Leider gibt es immer wieder Menschen, die sich zu Kink hingezogen fühlen, weil es das Potenzial hat, andere zu verletzen. Deshalb ist es (wie in allen Beziehungen), wichtig, zu kommunizieren, gut aufeinander zu hören und seine Grenzen zu kennen, bevor man sich auf Kink-Praktiken mit einer neuen Person einlässt.

Mythos Nr. 4: Kink ist immer sexuell

Den meisten ist Kink nur aus einem sexuellen Kontext bekannt, tatsächlich gibt es aber auch viele asexuelle Menschen, die die Welt von BDSM, Fetisch und Kink genießen und daran teilnehmen. Wie oben bereits erklärt, ist Macht ein entscheidender Faktor, wenn es um kinky Vorlieben geht. Einige schätzen die intensive Wahrnehmung (oder auch den Entzug) bestimmter Sinne, andere genießen es, Macht abzugeben und sich einfach fallen zu lassen - allerdings nicht zwangsläufig auf erotische oder sexuell erregende Weise.

 

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