4 berührende Geschichten zu Solidarität unter Frauen

Wir haben euch Leser*innen und User*innen gefragt, in welchem Moment ihr zuletzt Unterstützung von einer Frau bekommen habt. Herausgekommen sind sehr persönliche Geschichten – aber lest selbst.

Solidarität

Selma, 31 – Oft ist es nur ein Blick

Ich erlebe ziemlich oft, wenn ich nachts mit den Öffis fahre, Solidarität von Frauen. Einmal im Sommer hat ein Typ Fotos von meinen nackten Beinen (ich hatte einen normalen Rock bis zum Knie an – nicht, dass das relevant wäre) gemacht und ich habe das nicht bemerkt. Da sind zwei Mädchen – Teenager*innen, höchstens 18 – zu mir gekommen und haben ihn laut outgecalled. Ich hab mich extrem beschämt gefühlt und Angst bekommen. Da haben sie sich bei mir eingehakt und mit mir den Waggon gewechselt. Sowieso habe ich schon häufiger "den Blick" erlebt: Der solidarische Blick, wenn zwei Frauen irgendwo in der Öffentlichkeit sind und ein Typ zu flirten, pöbeln oder schreien beginnt. Da gibt es einfach diesen kurzen Blick der Solidarität und dann fühlt man sich nicht so allein.

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Ulli, 59 – Wenn Frauen andere Frauen auffangen

Ich muss da direkt an die Zeit während meiner Scheidung denken und wie viel Unterstützung ich da von allen Seiten erfahren habe – allen voran aber von meiner besten Freundin Helga. Klar steht einem gerade die beste Freundin in vielen Situationen zur Seite, aber was sie da geleistet hat und wie sie mich durch die Zeit hindurch getragen hat, kann ich bis heute kaum glauben. Sie hat mich nicht nur bei strukturellen Angelegenheiten wie der Suche nach einem Rechtsanwalt unterstützt, sondern vor allem auch mental: Helga hat jeden einzelnen Tag angerufen, gefragt, wie es mir geht, mich so viel öfter als üblich besucht. Sie wurde nicht müde, die Problematik mit mir immer und immer wieder durchzukauen, hat aber auch dafür gesorgt, dass wir über andere Dinge sprechen und mich überall hin mitgenommen. Jedes Event, das mich aus dem Haus hätte locken können, hat sie genutzt – und das sind im ländlichen Raum nicht so viele. So bin ich dann aus einem Akt der Solidarität unter Frauen etwa auf dubiosen Esoterik-Vorträgen und Blaskapellen-Events gelandet. Aber es war genau das, was ich als Ablenkung gebraucht hatte und dafür bin ich unendlich dankbar. (Na gut, den Feuerwehrball hätte sie sich sparen können.)

Ela, 26 – Zusammenhalt im Job

Ohne meine einzige Kollegin wäre ich bei meinem letzten Job aufgeschmissen gewesen. In einem Team mit überwiegend Männern – allesamt mindestens 20 Jahre älter – konnte ich mich zu Beginn nur schwer durchsetzen. Es ist häufig passiert, dass ich einen Vorschlag gemacht habe, keiner zugehört hat und eine Minute später der Vorschlag von einem meiner männlichen Kollegen gemacht wurde. Meine Kollegin hat in Meetings angefangen, meine Vorschläge verbal zu unterstützen, auf sie aktiv Bezug zu nehmen – und das wiederholt im ganzen Meeting. Ich habe es dann ihr gleichgetan und plötzlich hatten wir eine Stimme – gemeinsam. Ich bin ihr bis heute dankbar und weiß, dass ich ohne sie vermutlich aufgegeben hätte eigenmotiviert etwas zu sagen.

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Pauli, 20

Meine Eltern, das sind in meinem Fall Mama und Oma, haben mich schon IMMER unterstützt – absolut egal, was ich machen wollte oder was für einen Blödsinn ich auch gemacht habe. Sie haben mir schon von klein auf gesagt, dass ich im Leben alles machen kann, was ich will, wenn ich hart dafür arbeite und mich anstrenge. Die Sätze, die ich niemals vergessen werde, sind von meiner Omi: "Wenn man will, kann/schafft man alles" und von meiner Mama: "You can do it!"

 

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