3 Dinge über Hautpflege, die du echt nicht mehr glauben solltest

In kaum einer Sache herrscht so viel Unsicherheit wie bei Hautpflege. Wir haben Beauty-Cop und Paula´s Choice-Gründerin Paula Begoun gebeten, ein paar Hautpflege-Mythen für uns aufzuklären.

Frau im Bad bei der Gesichtsreinigung

1. Aknehaut muss man besonders intensiv reinigen und schrubben

Viele denken, dass zu Unreinheiten neigende Haut oder Aknehaut besonders intensiv gereinigt und gepeelt werden muss. Dabei sollte man gerade mit verletzter und entzündeter Haut sehr vorsichtig umgehen. "Akne ist eine entzündliche Hautkrankheit. Das ist das erste, was man wissen muss, denn danach richtet sich auch die gesamte Hautpflegeroutine um die Akne zu verbessern", so Paula Begoun. Sie selbst startete ihre Karriere, weil sie jahrelang gegen Pickel und Akne kämpfte und nichts half. "Schritt eins ist Entzündungen in der Haut zu reduzieren und keine Produkte zu verwenden, die Entzündungen fördern. Dazu gehören austrocknende Reinigungsprodukte, aggressive Peelings, Produkte, die Alkohol enthalten genauso wie Produkte mit Parfum und Duftstoffen. Die Menschen denken immer, man sollte Aknehaut besonders gut schrubben, aber die Schleifpartikel in vielen Peelings machen alles noch schlimmer, weil sie die Haut reizen und Entzündungen fördern."

Laut Paula sieht die ideale Hautpflege-Routine bei Aknehaut so aus: Eine milde Reinigungsmilch und eventuell ein besonders weicher Kosmetikhandschuh, um alle Make-up- und Sonnencremereste zu entfernen. Danach kann man seine Haut mit einem flüssigen 2% BHA Peeling sanft reinigen. BHA steht für Beta-Hydroxysäure, auch bekannt als Salicylsäure, und wird gerne bei fettiger Haut und Neigung zu verstopften Poren eingesetzt, weil sie durch ihre fettlöslichen Eigenschaften in den Poren wirken kann. Salicylsäure wirkt außerdem auf milde Art antibakteriell, entzündungshemmend und hat beruhigende und hautpflegende Eigenschaften. Wer bereits Aknenarben hat, kann auch Produkte mit Acelainsäure verwenden, da diese Rötungen und Aknenarben und auch Pickelmale reduziert.

2. Ein bisschen Bräune ist gut für die Haut

Lange wurde uns eingeredet (und wird es noch), dass ein bisschen Bräune gut für uns ist und wir leicht gebräunt gesünder und besser aussehen. Aber macht Bräune unsere Haut wirklich gesünder? Paula Begoun: "Absolut nicht! Es ist wissenschaftlich belegt, dass Bräune unserer Haut schadet. Wenn die Haut bräunt, zeigt sie eigentlich schon, dass sie verletzt ist und sich schützen will."

Klar ist auch: Sonne ist für 80 Prozent der vorzeitigen Hautalterung verantwortlich. Laut Begoun sollten wir niemals ohne Sonnenschutz aus dem Haus gehen. "Exzessives Sonnen kann zu Hautkrebs führen, das ist allgemein bekannt. Die Forschung der letzten Jahre hat aber auch gezeigt, dass wir durch besseren Sonnenschutz viele Hautkrankheiten wie Akne, Rosazea und Psoriasis hätten vermeiden können. Früher hat man Zigaretten verkauft und gesagt, sie reduzieren Stress. Ein Raucher wird das schon bestätigen. Aber ist es deswegen gesund? Nein, man löst keine Probleme mit anderen Problemen."

Und wie soll man seinen Vitamin D Bedarf ohne Sonnenlicht decken? Paula Begoun: "Die Sonne führt zu Vitamin D Produktion in der Haut. Bräune und Melaninproduktion in der Haut hingegen blockt die Vitamin D Produktion." Man sollte sich also immer mit Lichtschutzfaktor vor der Sonne schützen und wenn nötig auf Vitamin D Präparate und Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen.

3. Hautpflege sollte sich immer nach dem Alter richten

Wir alle kennen die "für die Haut ab 20, 30, 40"-Claims. Dabei hat das Alter eigentlich gar nichts mit dem individuellen Hauttyp zu tun. Paula Begoun: "Alter ist kein Hauttyp, das ist Blödsinn und wird von vielen Firmen als Marketing-Trick propagiert. Ich zum Beispiel habe mit über 60 immer noch ölige Haut, obwohl mir die Werbung immer sagt, dass ich ab 50 austrockne." Bei der Hautpflege sollte man eher auf die Texturen achten. "Trockene Haut braucht reichhaltige, cremige Produkte. Ölige Haut ist mit leichten Fluids, die die Poren nicht verstopfen, besser beraten. Man kann in jedem Alter verstopfte Poren und zu Unreinheiten neigende Haut haben."

Truth in Beauty - Beautywissen ohne Marketingschmähs

Die Kosmetikmarke Paula's Choice wurde von Paula Begoun gegründet, die seit ihrer Kindheit unter Akne litt und deshalb begann, sich intensiv damit zu beschäftigen, welche Kosmetik wirklich gegen Hautunreinheiten hilft. Ihre Erkenntnisse teilte sie in insgesamt 20 Bestseller-Büchern, darunter "The Original Beauty Bible" und launchte 1995 ihre ersten eigenen Produkte. Dank Oprah Winfrey, die sie in ihrer Show den Beauty-Cop nannte, wurde sie international bekannt. Ganz nach dem Slogan Truth in Beauty werden bei Paula's Choice nur Produkte entwickelt, die dem neuesten Erkenntnisstand der Wissenschaft entsprechen und auf der Grundlage publizierter und vertrauenswürdiger Hautforschung basieren. Alle Produkte sind frei von Duftstoffen und anderen hautreizenden Stoffen und werden nicht an Tieren getestet. Die Produkte von Paula's Choice gibt es in Österreich bei cosmeterie.at. 2020 feiert Paula's Choice 25-jähriges Jubiläum.

 

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