3 Dinge, die wir alle während des Sex sagen sollten

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Es kann ja fast schon ein wenig frustrierend sein - vor allem für jene unter uns, die das mit dem "Dinge direkt aussprechen" nicht so drauf haben. Denn auch in Sachen Sex bestätigt sich, was in so vielen zwischenmenschlichen Beziehungen der Faktor zum Erfolg ist: reden hilft. Nicht nur vor dem Sex (über Verhütung, Wünsche, Fantasien), sondern auch währenddessen. Warum? Und was überhaupt? Erklären wir in den folgenden Punkten.

1. "Ich fühle ..."

Erstens: weil das Aussprechen unserer Gefühle uns mit anderen verbindet. Wenn es um Sex geht, scheuen sich manche Menschen davor, zu viel zu reden. Einige mögen Meister*innen im Dirty Talk sein, aber wenn es um Gefühle geht, gibt es die komische Meinung, dass das als Gesprächsthema vor oder während des Sex alles andere als anturnend sei. Was dabei aber vergessen wird: Wenn wir Gefühle aussprechen, verbindet uns das mehr mit unserem Gegenüber, was zu mehr körperlicher Erregung führt und letztlich zu - richtig - heißerem Sex.
Zweitens: weil der beste Sex der ist, bei dem wir alle Gedanken aus dem Kopf bekommen und wir uns selbst in einem Flow befinden, ganz bei uns, sich bewegen, ohne nachzudenken. Und wir können diese Gedanken nicht abreden und in den Flow kommen, wenn wir nicht loswerden, was im Kopf vor sich geht.

2. "Ich will ..."

Jeder Körper steht auf andere Berührungen. Ergo: Jede*r von uns steht auf etwas Anderes. Eine universell einsetzbare, geheime Technik, die uns alle immer und zu jederzeit zum*zur perfekten Liebhaber*in macht, gibt es deshalb nicht. Stattdessen gibt es genau einen Weg, eine zielsichere Methode für sexuelle Befriedigung: zu sagen, was wir wollen.

Denn hoffen, dass der Mensch, mit dem wir Sex teilen, durch ein komplexes Ratespiel an Lauten und Bewegungen nach mehreren Versuchen herausfindet, was uns gut tut - dafür ist das Leben zu kurz. Und wir nehmen dadurch nicht nur uns die Möglichkeit, beim Sex neue Höhen kennenzulernen, sondern auch unserem/unserer Partner*in.

PS: Der Unterschied zwischen "Ich will" und "Ich hätte gern", "Könntest du mal" oder "Könntest du nicht"? Es kostet anfangs vielleicht etwas Überwindung, weil es sehr direkt daherkommt, aber: Nicht nur, aber vor allem beim Sex sollten wir genau so sagen, was uns gefällt. Und was nicht. Höflichkeitsfloskeln sind fürs Büro.

3. "Wir haben unseren Höhepunkt erreicht"

Sex ist ein bisschen wie Torte essen. Der erste Bissen ist großartig, der zweite auch. Aber wenn wir so lange weiteressen bis wir beinahe platzen, passiert etwas.
Wenn wir den ersten mit dem letzten Bissen vergleichen, dann wetten wir drauf, dass nach einem bestimmten Punkt jeder Bissen weniger und weniger großartig geschmeckt hat. Dieser Punkt, ab dem die beste Torte im Geschmackserlebnis abnimmt, ist vergleichbar mit dem gemeinsamen Höhepunkt beim Sex. Und dieser Höhepunkt ist nicht dasselbe wie ein Orgasmus - er kann schon davor erreicht sein, er kann erst danach kommen. Dieser Höhepunkt ist vor allem eins: gemeinsam. Wenn der*die eine es fühlt, fühlt es auch der*die andere. Man merkt es daran, dass die Gedanken abschweifen, Gefühle wie Müdigkeit oder der Drang, aufs Klo zu müssen, wieder stärker werden als die sexuelle Erregung. Die Fähigkeit, diesen gemeinsamen Höhepunkt wahrzunehmen, passieren zu lassen - auch, wenn vielleicht keine*r von beiden tatsächlich einen Orgasmus hatte, kann zeigen, wie verbunden man dem*der Partner*in ist. Dass man aufhören kann, wenn man genug hat, ohne das Gefühl von Schuld oder Pflicht.

Über diesen Höhepunkt hinaus kann sich Sex wieder ein bisschen wie Torte anfühlen - und zwar, wenn wir zu viel von ihr gegessen haben. Zurück bleibt das Gefühl, dass es zu viel war, vergessen ist der großartige Geschmack der ersten Bissen.
Wer so offen miteinander umgeht, braucht sich keine Sorgen darüber machen, den Sex bis zum "Ende durchziehen" zu müssen. Weil es genau dann zu Ende ist, wenn du das entscheidest.

 

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