24h in Jogginghose? Läuft bei mir!

Modechefin Valerie Zehethofer wagt den Selbsttest: 24 Stunden in Jogginghose unterwegs - sieht das gut aus?

Sie kennen bestimmt Karl Lagerfelds Kult-Sager: „Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ Ich bin da ganz seiner Meinung. Besser gesagt: Ich war seiner Meinung. Denn seit Kurzem ist alles anders. Schuld sind eine orangerote Samt-Trainingshose, die ich entgegen meiner Überzeugung (alles, nur keine Stretchhosen!) einfach haben musste, und eine beiläufige Bemerkung meines Vaters, nachdem ich die Hose an den Weihnachtsfeiertagen ganze zwei Mal getragen hatte.

Sein „Nau, sieht man dich jetzt nur noch in Jogginghose?“ weckte meinen modischen Ehrgeiz. Ich antwortete „Nau, schau ma mal“, beschloss, den nächsten Monat ausschließlich Sporthosen zu tragen und stockte meinen Kleiderschrank zu Versuchszwecken um den Klassiker von Adidas und einen puristischen Tiger of Sweden-Edeljogger in Knallpink auf.

Jogginghose im Büro, der Bim und Oper

So startete ich also in meinen neuen, ultraelastischen Alltag – Termine, Bim-Fahren, Einkaufen. Bloß: Während ich mich dabei irre verwegen fühlte, reagierte meine Umwelt mit fast schon beleidigender Wurschtigkeit. Nicht ein schiefer Blick!

Dafür die Erkenntnis, dass die Millennials dem Jogger offenbar eh schon längst alles Rebellische geraubt haben. Ich versuchte es noch einmal, diesmal in der Oper: pinke Trainingshose, Ankle-Boots, XL-Ohrringe.

Fazit

Fazit: Eine Besucherin, etwa neun Jahre alt, nahm anerkennend Notiz von meinem „schönen Turnanzug“. Meine Begleitung genierte sich ein bisschen für mich. Besser als nichts, finde ich. Nun, ich bin jetzt jedenfalls Athleisure-approved, auch wenn ich insgeheim froh bin, wieder in meine garantiert stretchfreien Jeans zu schlüpfen – aber dazu ein anderes Mal mehr.

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