2017 wird das Jahr für mehr Gleichberechtigung in der Kinderbetreuung

Der Gesetzesentwurf für das neue Kinderbetreuungsgeldkonto steht und soll ab 1.1.2017 umgesetzt werden.

Der Gesetzesentwurf steht nun und geht jetzt in Begutachtung: Ab 2017 soll sich wieder einiges ändern in Sachen Kinderbetreuung.

Partnerschaftsbonus

1000 Euro Partnerschaftsbonus sollen Familien, die sich die Kinderbetreuungszeit zumindest 40:60 aufteilen mit dem neuen Gesetz bekommen. Die Maßnahme ist sehr begrüßenswert, durch den monetären Anreiz haben Väter einen konkreten Vorteil davon, sich aktiv in die Kinderbetreuung einzubinden. In Schweden haben ähnliche Anreizsetzungsmodelle zu Erfolgen was Gleichberechtigung in Kindererziehung und Erwerbstätigkeit betrifft, geführt.

Gleiches Geld für alle

Neben dem einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld gibt es momentan 4 Pauschalvarianten: 30 plus 6, 20 plus 4, 15 plus 3 und 12 plus 2 Monate. Dabei variiert die Höhe des Kinderbetreuungsgeldes, und die zusätzlichen Monate kann man nur in Anspruch nehmen, wenn beide Partner Kinderbetreuungsgeld beziehen.

Dabei ergeben sich große finanzielle Unterschiede: Wer die längste Pauschalvariante wählt, bekommt bis zu 2824 Euro mehr als bei der kürzesten Pauschalvariante. Das setzt Anreize, möglichst lange zuhause zu bleiben und bestraft jene, die früh wieder einsteigen. Frauen die besonders lange Zeit mit Kinderbetreuung verbringen, haben schlechtere Chancen beim Wiedereinsteig. Das Kinderbetreuungskonto soll dieses Ungleichgewicht auflösen. Statt der bestehenden Pauschalvarianten soll es ab 2017 einen fixen Betrag pro Kind geben, bei der Bezugsdauer kann zwischen 15 und 35 Monaten flexibel gewählt werden.

Papamonat in der Privatwirtschaft

Papa- bzw. Babymonate sind im öffentlich Dienst bereits möglich: Der Vater bzw. auch gleichgeschlechtliche Partner können während des Mutterschutzes ein Monat zuhause bleiben. Dafür gibt es 700 Euro, und das soll nun flächendeckend auch in der Privatwirtschaft gesetzlich möglich gemacht werden. "Es wird die Möglichkeit für Familien geben, die ersten prägenden Wochen gemeinsam zu verbringen, auch für gleichgeschlechtliche PartnerInnen", sagt dazu Ministerin Heinisch-Hosek. Die Ministerin verspricht, arbeitsrechtlichen Schutz während dieser Zeit noch während der Begutachtung nachzuverhandeln. Das ist zwar grundsätzlich eine begrüßenswerte Angelegenheit, einzelne Babymonate werden aber wenig an der gesellschaftlichen Rollenverteilung damit einhergehenden Arbeitsmarktchancen wenig ändern.

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