18 Dinge, die ich in 18 Monaten Mamasein gelernt habe

So unglaublich es war, ihrem Kind die vergangenen Monate beim Entdecken dieser Welt zuzuschauen, so spannend war es für unsere Gastautorin auch, zu erkennen, wie sie sich verändert hat.

Ich glaube, ich brauche hier niemandem erzählen, wie schnell die vergangenen eineinhalb Jahre vergangen sind. Mein kleines Baby ist schon 18 Monate alt, bald wird sie zwei und damit definitiv kein Baby mehr sein! So unglaublich es war, ihr die vergangenen Monate beim Entdecken dieser Welt zuzuschauen, so spannend war es für mich auch, zu erkennen, wie sie mich verändert hat.

18 Dinge, die ich in den ersten 18 Monaten mit meiner Tochter gelernt habe

1. Ein "Recht auf Schlaf" existiert nicht mehr für mich

Stattdessen ist es ein Luxus, für den ich an manchen Tagen mein linkes Bein und meinen rechten Arm hergeben würde! Und gleichzeitig ist es erstaunlich, mit welch geringen Menge Schlaf der Mensch trotzdem funktionieren kann. Und plötzlich fühlen sich vier Stunden ohne Unterbrechung an, als hätte man zwölf Stunden durchgeschlafen!

2. Stillen ist die ärgste Reise meines Lebens

Und darauf war ich nicht vorbereitet. Unsere Startschwierigkeiten beim Stillen waren riesig, ich hab geheult, gepumpt, zugefüttert, geheult. Letztlich haben mein Baby und ich uns darauf eingestellt, unseren Weg gefunden und ich bin unglaublich froh darüber.

3. Es gab Zeiten, in denen ich mich fühlte, als würde es kein "ich" mehr geben

Ich war "die Mutter von xy" oder "die Frau von xy". Sogar bei Verwandten, die mich entweder nach dem Befinden meines Kindes oder nach den Vater-Qualitäten meines Mannes fragten. Ich hatte ja schließlich eh zu funktionieren.
Die Lösung: Meine Haut ist in den vergangenen 18 Monaten um einiges dicker geworden.

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4. Ich hätte mit meinem Mann über Erziehung sprechen sollen, bevor wir ein Kind bekommen haben

Vom Gedanken an ein gemeinsames Kind beseelt, haben mein Mann und ich nie darüber gesprochen, wie wir dieses Kind erziehen wollen, was wir ihm vermitteln wollen, was wir wie aufteilen werden. Vor allem letzteres ist ein Punkt, den ich jeder jungen Frau mitgeben möchte: Wenn du der Meinung bist, dass Kinder haben eine gemeinsame Sache ist, an der beide gleich viel teilnehmen, dann stell das im Vorhinein klar. "Das machen wir uns dann schon irgendwie aus" funktioniert hier nämlich nicht.

Genauso bei der "Erziehung": Wer schon vor der Geburt darüber spricht, wie er oder sie sich das vorstellt, erspart sich anstrengende Diskussionen und Streits danach.

5. Lebe im Moment

Damit hatte ich in den vergangenen Monaten am meisten zu kämpfen. Und tu es immer noch: Ich litt unter postnataler Depression, hatte große Still-Probleme und wenig Unterstützung durch Familie. Dazu kommen alltägliche Probleme, ein Haushalt, Erledigungen.

Meine Tochter oder besser das Leben mit ihr ging da viel zu oft unter. Dabei macht mich nichts glücklicher als ein Lachen von ihr.

6. Ich habe immer noch Träume und werde ihnen folgen

Vor allem zu Beginn meines Mamaseins habe ich mir von anderen einreden lassen, dass ich meine Pläne jetzt erst mal auf Eis legen müsse. Es hat sich angefühlt, als wäre alles vorbei. Jetzt weiß ich: Blödsinn! Ja, das Leben verändert sich mit Kindern, aber wer sagt, dass es mit ihnen endet?!

7. Die kleinen Dinge zählen

Die ersten Monate nach der Geburt fühlte ich mich zerrupft und sah auch so aus. Aber nach und nach spielten sich die Dinge ein und ich hatte große Lust auf Make-up. Und wenn's nur Wimperntusche war oder ein knallroter Lippenstift, ich fühlte mich damit endlich wieder mehr wie ein Mensch, eine Frau als wie ein Zombie aus The Walking Dead.

8. Mein Mann ist genauso Papa wie ich Mama bin

Mein Mann gehört auch zur Gleichung, die unsere Familie ausmacht. Ich gestehe, ich habe ihn und seine Rolle und seine Erfahrungen mit unserem Kind in meiner anfänglichen Mama-Unsicherheit und über meinem "Ich will alles richtig machen"-Perfektionismus übersehen. Ich bin sehr froh darüber, dass er geduldig war und ich nun weiß, dass wir das gemeinsam machen und nicht jeder für sich strampelt und kämpft.

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9. Dreh den Fernseher ab und lass dein Kind lernen, sich selbst zu beschäftigen

Wie schön ist doch zwischen Kind und Waschmaschine eine halbe Stunde Fernsehen - oder? Ein zweischneidiges Schwert. Natürlich ist es herrlich, sich und das Kind kurz berieseln lassen und niemand sollte sich dafür schuldig fühlen (wer sich bei einer halben Stunde Fernsehzeit schon Gedanken macht, ob das okay ist, braucht sich nicht zu sorgen, das mit dem gesunden Maß scheint hinzuhauen). Aber Vorsicht: Die Versuchung ist groß, das Kastl immer öfter zwischendurch einzuschalten. Dabei passieren die besten Spielideen fünf Minuten nach dem "mir ist so fad"-Gejammere - bei großen wie bei kleinen Kindern.

10. Genieß das Chaos

Vor der Geburt meines Kindes war ich eine unglaublich pedantische Perfektionistin. Das Leben als Mama hat mir das ziemlich runtergeräumt - ich schaffe es einfach nicht mehr, zehn Dinge gleichzeitig zu machen. Also habe ich damit aufgehört, es zu versuchen. Und das hat mich davor bewahrt, durchzudrehen.

11. Ich entdecke Dinge, von denen ich nie geahnt hätte, dass ich sie tun werde

Ich habe wieder begonnen, zu malen, ich lerne neue Menschen und damit neue Dinge kennen, unternehme viel mit meiner Familie und es macht großen Spaß, gemeinsam mit meinem Kind neue Dinge auszuprobieren.

12. Ich unterhalte mich mit Müttern, ohne mich automatisch mit ihnen zu vergleichen

Jede von uns ist dabei, ihren eigenen Weg zu finden, jede hat ihre eigenen Erfahrungen gemacht. Diese Erfahrungen miteinander zu teilen, ist viel wert, aber nie sollte es dabei um ein Wettrennen gehen. Wir Mütter müssen diesen Kampf gegeneinander endlich aus dem Kopf kriegen!

13. Ich nehme unser Baby einfach zu den Dingen, die mir Spaß machen, mit

Ich musste lernen, dass es für mich der beste Weg ist, mein Baby mit in mein Leben zu nehmen als umgekehrt. Es nach einer Routine zu richten, von der Menschen, die weder mich noch mein Kind kennen, glauben, ohne sie könnte mein Kind nicht großwerden, funktioniert für uns nicht. Sie ist entspannt, wenn ich es bin. Und wenn sie um 22 Uhr in der Trage an meinen Bauch gekuschelt schläft, während ich mich auf der Gartenparty der Nachbarn endlich mal über Erwachsenendinge unterhalte, dann geht es uns beiden hervorragend.

14. Genauso wie ich gelernt habe, um Hilfe zu bitten, musste ich lernen, Nein zu sagen

Am meisten zu meiner eigenen kritischen Stimme. Ich muss nicht auf allen Hochzeiten tanzen, echte Freunde verstehen, wenn ich an einem baby-freien Abend eigentlich nur schlafen will. Denn es wird nicht für immer so bleiben.

Genauso musste ich lernen, Außenstehenden gegenüber meine Grenzen aufzuzeigen, vor allem kurz nach der Geburt meines Kindes. Und das war eine harte Schule, durch die ich es nicht ohne meinen Mann geschafft hätte.

15. Meinem Instinkt zu folgen

Ich habe gelernt, auf mich zu vertrauen anstatt auf das 37. schlaue Ratgeberbuch oder alte Menschen in der U-Bahn. Wenn ich auf mein Gefühl höre, funktioniert's am besten. Und wenn es das nicht tut, dann wird einfach etwas Anderes ausprobiert, bis wir unseren gemeinsamen Weg gefunden haben.

16. Depressionen sind verdammt real

Nichts im Zusammenhang mit dem Muttersein hat mich härter getroffen als die Depression. Also habe ich darüber gelesen, meine Stimmung beobachtet und viel mit meiner Ärztin gesprochen. Und neben einer passenden Behandlung haben mir vor allem kleine Dinge und Veränderungen geholfen: mit den Menschen, die ich liebe, darüber reden, wie ich mich fühle, mir Hilfe zu holen und darauf zu achten, dass ich nicht zu kurz komme. Das hat mir enorme Ehrlichkeit mit mir und meiner Familie und das Vertrauen, mich von einer sehr verwundbaren Seite zu zeigen, abverlangt. Aber genau das hat mich letztlich unglaublich stark gemacht.

17. Schuldgefühle als Mama auch

Versuch gleich von Anfang an, sie gar nicht erst aufkommen zu lassen. Ich weiß, das ist einfacher gesagt als getan, es scheint, als wäre "sich schuldig fühlen" der große gemeinsame Nenner aller Mütter.

Dabei tun wir alles, was wir können, mit allem, was uns zur Verfügung steht. Wo passt da Schuld dazwischen? Eben.

18. Es ist verdammt wichtig und verdammt okay, sich "frei" zu nehmen

Meine liebste "Freizeit": Ich stehe eine halbe Stunde vor allen anderen auf, trinke meinen Tee und schau dabei in die Luft. Ich rede kein Wort, niemand fragt mich etwas, niemand will etwas von mir, es ist herrlich.

Mein Partner und ich teilen uns Ausgehabende auf, jeder hat mal frei, kann Luft holen und kommt mit neuer Energie zurück.

VIDEO: Erkennt ein Kind seine Mama mit verbundenen Augen?

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