16-Jährige starb, weil sie ständig ihre Haare aß

Die junge Britin litt offenbar an Trichophagie, dem Zwang, ständig an den eigenen Haaren herumzukauen.

Die 16-jährige Britin Jasmine Beever war in der Schule zusammengebrochen und ins Krankenhaus eingeliefert worden, wo sie noch am selben Tag verstarb. Bei einer anschließenden Obduktion fanden die Ärzte einen Haarklumpen in ihrem Magen, der eine Entzündung der Magenschleimhaut ausgelöst hatte, die Infektion hatte schließlich zu Organversagen geführt.

Trichophagie: Der Zwang, an den Haaren zu kauen

Der Seite TechTimes zufolge schreib ein Freund der Familie auf Facebook, dass Jasmine immer wieder an ihren Haaren kaute und saugte, eine Gewohnheit, der man an sich nicht viel Bedeutung zumisst.
Angesichts ihres tragischen Todes könnte es allerdings doch damit zu tun haben: Es deutet daraufhin, dass Jasmine an Trichophagielitt, dem sogenannten "Rapunzel-Syndrom". Einfach ausgedrückt: Das ständige Bedürfnis, die eigenen Haare zu essen. Das kann, wie offenbar in Jasmines Fall passiert, dazu führen, dass die Haare im Verdauungstrakt Klumpen bilden, die Trichobezoare. Wenn diese den Magen verstopfen, spricht man vom Rapunzel-Syndrom, das, unbehandelt, zu großen Schmerzen, Zellsterben, Gewichtsverlust und Infektionen führen kann.

Warum isst jemand überhaupt seine eigenen Haare?

Die Trichophagie ist ein Zwang, ein unwiderstehliches Verlangen, dessen Erfüllung erleichternd für den oder die Betroffene/n ist. Es entsteht aus dem Umgang mit negativen oder unangenehmen Gefühlen wie Stress, Angst, Anspannung, Langeweile, Einsamkeit oder Frustration.

Eine Heilung für Trichophagie gibt es in dem Sinne nicht, mit Psychotherapie kann man die Zwänge jedoch in den Griff bekommen und "abtrainieren".

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