15-Jährige kämpft wegen "supersaugfähigen" Tampons ums Überleben

Der Fall der 15-jährigen Rylie Whitten erschüttert die Welt: die junge Frau erlitt ein Toxisches Schocksyndrom und kämpfte ums Überleben.

Jede Frau, die ihre Periode bekommt, wird vor dem "Toxischen Schocksyndrom" gewarnt - einer lebensgefährlichen bakteriellen Infektion, die vor allem bei stark saugenden Tampons auftritt.

Rylie Whitten war eine glückliche und gesunde Teenagerin, bevor sie von einem der schlimmsten Fälle des Toxischen Schocksyndroms (TSS), den der US-Staat Michigan je gesehen hat, betroffen war. Die 15-Jährige bekam vor zwei Wochen eine Grippe, wie sie glaubte. "Sie ist jung, gesund und hatte nie gesundheitliche Probleme", erzählte ihr Vater dem Sender WZZM-TV. "Plötzlich aber jammerte sie - und das war nicht ihre Art." Als sie anfing, zu erbrechen, suchte die Familie den Hausarzt auf. Bei Rylie wurde eine schwere Form von TSS diagnostiziert.

Die junge Frau kämpfte in den letzten Wochen ums Überleben. Mehrere Organe fingen bereits an zu versagen - die Lunge, das Herz, die Leber. Mehrere Operationen später zeigten sich Besserungen - mittlerweile atmet die 15-Jährige wieder ohne fremde Hilfe.

Auch wenn TSS selten vorkommt, sei vor allem bei supersaugfähigen Tampons - wie auch in Rylies Fall - immer eine Gefahr vorhanden. Die Symptome werden von den Betroffenen als Grippe-ähnlich beschrieben, manchmal mit hohem Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Erbrechen. Ohne entsprechende Behandlung kann das TSS in einen septischen Schock übergehen, der trotz aller intensivmedizinischen Maßnahmen fatal enden kann.

Unter dem toxischen Schock-Syndrom (TSS) wird ein Symptomenkomplex zusammengefasst, der erstmals in den 80-er Jahren beschrieben wurde. Damals traten bei jungen Mädchen, die Tampons zur Monatshygiene verwendeten, allgemeine Symptome einer Sepsis oder Blutvergiftung auf. Das hat dazu geführt, dass die Aufnahmefähigkeit von Tampons in den 90-er Jahren reglementiert wurde.

Bei diesem Infektionssyndrom wird der Körper durch ein bestimmtes Bakterium, dem Staphylococcus aureus, und den vom Bakterium produzierten Giften befallen. Als Eintrittspforten fungieren nicht nur die Scheide oder die Gebärmutter bei der Benutzung von Tampons, sondern - wie man heutzutage weiß - auch Hautwunden, Verbrennungen, Insektenstiche oder chirurgische Wunden. Mehr als die Hälfte des TSS tritt bei Frauen während der Periode und bei gleichzeitigem Gebrauch von Tampons auf.

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