14 Tage lang täglich Sport – ist das praktikabel?

Eines ist klar: wer gesund sein will, muss sich bewegen. Und Bewegung im Alltag reicht da bei Weitem leider nicht aus. In letzter Zeit häufen sich die Studien, dass tägliches Training das Leben besonders gut verlängern soll. Ob das praktikabel und lebenswert ist, testet Redakteurin Eva Jankl.

Erst vor Kurzem fiel mir eine Studie in die Hände, dass schon fünf Minuten tägliches Joggen das Leben um drei Jahre verlängern soll. Es war dabei völlig egal, wie schnell oder wie weit man gelaufen ist, Hauptsache man bzw. frau war in Bewegung. Klingt prinzipiell zwar gut. Nur: Lohnt sich das? Weil, wenn ich schon joggen gehe, dann kann ich auch gleich weiter laufen? Denn der Zeitaufwand bestimmt sich nicht nur durch das Laufen, sondern Umziehen und Duschen fallen ebenfalls ins Gewicht.

So geht es auch:

Grundsätzlich folgt die Studie aber einem Trend, der nicht mehr aufzuhalten ist: Wir wollen in möglichst kurzer Zeit, möglichst gute Ergebnisse erzielen, alles andere ist für uns nicht praktikabel. Denn während unsere Elterngeneration oft vielfach einfach ganz auf Sport verzichtet hat, versuchen wir diesen einfach auch noch in den ohnehin schon übervollen Terminkalender zu quetschen. Nicht nur der Job will erledigt werden, sondern auch die Kinder müssen von und zur Betreuung gebracht werden und zu ihren Freizeitbeschäftigungen. Da fehlt dann am Ende des Tages vor allem eines: Zeit.

Da darf es nicht verwundern, dass gerade Training, die in möglichst kurzer Zeit möglichst gute Ergebnisse erzielen, wie High Intensity Training oder Training mit Strom (EMS), boomen. Das gute, alte Workout zuhause gerät damit zusehend in Vergessenheit. Aber genau jenen Sportarten und Trainings, die ich von und zu hause machen kann, werden mich in den kommenden zwei Wochen täglich begleiten. Denn, was ich eigentlich heraus finden will, ist, ob tägliches Trainings mit Job und Kindern überhaupt möglich ist. Und wenn ich dazu jedes Mal woanders hingehen muss, kann ich das ohnehin abschreiben. Dafür habe ich wirklich keine Zeit - ungelogen.

Wer sich jetzt erwartet, dass ich täglich eine Stunde Laufen gehe oder ein ebenso langes Workout mache, der ist hier falsch. Denn, wie einmal eine Trainerin zu mir gesagt hat: „Die wirksamsten Dinge, sind immer die unscheinbaren." Und genau bei jenen, werde ich auch durchhalten. Hoffe ich jedenfalls. Aber einige Minuten Muskeltraining wie bei diesem Workout von Expertin Elisabeth Niedereder lässt sich auch an Tagen unterbringen, an denen man denkt, dass einfach nicht mehr möglich ist. Und längere Einheiten können noch immer am Wochenende stattfinden. Eine am Handy einprogrammierte Erinnerung wird mich abends darauf aufmerksam machen, dass es wieder Zeit für etwas mehr Bewegung ist (sofern ich bis dahin noch nicht dazu gekommen bin). Ganz in diesem Sinne startete Tag Eins mit 150 Sit ups für gerade und seitliche Bauchmuskeln. Einfach, aber wirksam!

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