13 Sätze, die VegetarierInnen auf Grillpartys nicht mehr hören können

Sie leben ungesund, stehen immer kurz vor dem Verhungern und müssen die ganze Welt verbessern: was VegetarierInnen einfach nicht mehr hören können.

Sie essen Gras? Leben ungesund? Und verachten alle, die Fleisch konsumieren? Das sind nur einige der Vorurteile, mit denen VegetarierInnen ihr Leben lang zu kämpfen haben. Kaum ist ein Abendessen mit der Familie oder Freunden angesagt, werden ihre Ernährungs-, Kleidungs- und Lebensgewohnheiten zum Thema. Das sind die Fragen, die VegetarierInnen einfach nicht mehr können:

1: "Fehlt dir nicht etwas? Kein Fleisch zu essen, ist doch ungesund."

Der Satz wäre ja weniger nervig, wenn er nicht meistens von Menschen kommen würde, die schon zum Frühstück 500 Gramm Speck verschlingen, mittags eine Leberkässemmel verdrücken, am Abend beim McDonalds einkehren und sich dann in der Nacht wundern, wenn ihnen schlecht ist. Gut, dass sie sich um die Gesundheit anderer Sorgen machen. Und nein, Vegetarierinnen fehlt es an nichts – wie auch hier wunderbar nachzulesen ist. Schließlich achten die meisten von ihnen auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung, weil sie sich ständig mit dem Thema auseinandersetzen.


2: "Aber Fisch isst du schon?"

Dass Fische auch Tiere sind, hat sich wohl bei den wenigsten herumgesprochen. Offenbar disqualifiziert sich alles, was unter Wasser lebt und nicht wie ein Schwein, Rind oder Huhn (wobei sich manche FleischesserInnen auch hier nicht einig sind, ob Tier oder nicht), dafür als Lebewesen anerkannt zu werden. Interessante Logik.

3: "Du gehst ja auch zum H&M einkaufen."

Ein Satz, den wir tatsächlich schon gehört haben. Schließlich stehen VegetarierInnen unter dem Generalverdacht, die ganze Welt verbessern zu müssen. Das muss sich, so die allgemeine Meinung, auch auf andere Bereiche außerhalb der Ernährung auswirken. „Du Hippie“ ist auch ein Satz, den sie sich des Öfteren anhören müssen. Da muss vom persönlichen Öko-Fußabdruck bis hin zur Wahl des Shampoos alles superbio sein. Wohlgemerkt gilt das wieder nur für: VegetarierInnen.

4: "Du isst meinem Essen das Essen weg."

Dieser Satz war einfach noch nie lustig. NIE. Und er stimmt nicht einmal – schließlich werden die meisten Tiere mit in Massenproduktion hergestelltem und Medikamenten angereichertem Futter vollgestopft, um möglichst schnell möglichst viel Gewicht zuzulegen. Die auf der grünen Weide grasende Kuh ist eine schöne idyllische Vorstellung, entspricht aber nur selten der Realität. Und nein, entgegen aller Gerüchte: VegetarierInnen essen noch immer kein Gras.


5: "Soja ist auch nicht gut für die Umwelt."

Da kennt sich jemand besonders gut aus. In den Ställen der Massentierhaltung wird im großen Stil Soja verfüttert, weil es viel Eiweiß und Energie enthält. Allein in Deutschland werden so viele Kühe, Schweine, Hühner und Puten gehalten, dass dort gar nicht genug Ackerland ist, um das benötigte Futter anzubauen. So kommt es, dass Millionen Tonnen Soja am Amazonas wachsen – als Kraftfutter für unsere Massentierhaltung. Mehr als 80 Prozent des nach Deutschland importierten Sojas stammen aus Südamerika. Nur ein ganz kleiner Teil (ca. 2 Prozent) des Soja wird für Sojamilch, Tofu und ähnliche Produkte genutzt – und der wächst meistens auf europäischen Äckern. Um für die riesigen Soja-Felder Platz zu schaffen, wird die Artenvielfalt des Amazonasgebiets zerstört. Denn Soja wächst hauptsächlich in Brasilien, Argentinien und Paraguay auf Flächen, wo früher Regenwald oder Savanne war.

6: "Pflanzen fühlen ja auch etwas."

Ach ja, die alte Leier. Also: Pflanzen haben nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen kein zentrales Nervensystem und können daher keine Schmerzen empfinden. Punkt.

7: "Kein Wunder, dass du so blass bist."

Am liebsten haben es VegetarierInnen, wenn sie auf ihr Äußeres angesprochen werden (siehe dazu auch Punkt 8). Darunter leiden Frauen sicherlich mehr, schließlich müssen ihre Körper und ihre Gesichtsfarbe ständig ungefragt von anderen bewertet werden. Hier sei nur angemerkt: die Gesichtsfarbe hat wenig mit dem Fleischkonsum zu tun. Die für die Gesichtsfarbe wichtigen Vitamine kommen auch in anderen Lebensmitteln vor. Und es gibt nicht nur blasse VegetarierInnen und VeganerInnen, sondern auch viele blasse FleischesserInnen, deren Blutdruck und Blutqualität unter ihrer ungesunden Ernährung leiden.

8: "Dafür, dass du kein Fleisch isst, wiegst du aber viel."

Wie bereits angesprochen: VegetarierInnen werden, sofern sie sich „geoutet“ haben, oft erst einmal kritisch beäugt. Von oben bis unten. Was dabei zuerst kommentiert wird, ist das Gewicht. Warum das so ist? Viele denken, dass der einzige echte (!) Grund, kein Fleisch zu essen, sowieso nur der Wunsch sein kann, abzunehmen. Kleiner Tipp: vielleicht einfach einmal die eigenen Ernährungsgewohnheiten hinterfragen, bevor man andere bewertet.


9: "Wieso isst du Fleischersatz, wenn dir Fleisch gar nicht schmeckt?"

Nur weil VegetarierInnen kein Fleisch essen, heißt das nicht, dass es ihnen nicht schmeckt. So wie alles andere im Leben auch, kann auch der Verzicht auf Fleisch viele verschiedene Gründe haben, die in einem Satz nicht so einfach zu erklären sind. Eine kleine Auswahl: Umweltschutz, weniger CO2-Ausstoß, Massentierhaltung, Gesundheit, Religion – und ja, manchen schmeckt es auch einfach nicht.

10: "Komm schon, probier doch nur ein kleines Stück!"

Bei Grillpartys besonders beliebt: Menschen, die einem genüsslich die Wurst vors Gesicht halten und sehen wollen, ob man abbeißt. Erklärbar ist das eventuell damit, dass für diese Menschen VegetarierInnen einen gewissen Exoten-Status besitzen. Ein bisschen so wie im Zoo – die Faszination bricht einfach nie ab. Besonders beliebt auch: „Einmal abbeißen kann ja nicht schaden, wirst ja nicht sterben!“

11: "Also ich könnte das niiiieeee, Fleisch schmeckt einfach sooo gut!"

Das schlechte Gewissen plagt auch Fleischessende, deshalb versuchen sie ihr Essverhalten immer wieder zu rechtfertigen. Am besten funktioniert das, wenn man den anderen – also VegetarierInnen – das Gefühl gibt, sie würden etwas verpassen. Angesprochen auf die Massentierhaltung kommt dann auch gleich der Satz: „Ich kauf‘ sowieso nur Bio-Fleisch.“ Das glauben wir sofort.

12: "Du wirst ja nie wirklich satt."

In vielen Köpfen herrscht die Vorstellung vor, nur ein dickes Steak oder ein fettiger Schweinsbraten könnten das Hungergefühl vollends eliminieren. Dafür gibt es auch eine einfache Erklärung: Fleisch ist einfach schwerer verdaulich und der Magen arbeitet länger – somit fühlt man sich auch schneller „satt“.


13: "Das Tier ist sowieso schon tot."

Dieses Argument stimmt wohl - wenn das tote Tier bereits auf dem Teller liegt. Nur käme es ja dort nicht hin, wenn es nicht irgendwer essen würde. Die hohe Nachfrage bestimmt schließlich die Produktion. Das heißt: wenn viele Menschen auf Fleisch verzichten, dann wird sich das auch auf die Produktion auswirken.

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