"12-Stunden-Tag schickt Frauen zurück an den Herd"

Die Österreichische Plattform für Alleinerziehende warnt vor den Folgen des 12-Stunden-Tags.

Der 12-Stunden-Tag ist eine Gefahr für Frauen am Arbeitsmarkt - und darunter vor allem für Alleinerziehende. Das stellt jetzt die Österreichische Plattform für Alleinerziehende (ÖPA) in einer Aussendung klar.

"Für Frauen ist dieses Gesetz eine Katastrophe! Familien werden sich vermehrt überlegen, ob Frauen arbeiten gehen, denn für viele ist es keine Option, die Kinder so lange in den Kindergarten zu schicken, zumal diese gar nicht so lange geöffnet haben. Diese Politik bedeutet für Frauen ,Zurück an den Herd'. Von einer eigenen Karriere kann nicht einmal mehr geträumt werden", stellt Evelyn Martin, stv. Vorsitzende der ÖPA klar. Und weiter: "Wir wissen es alle, freiwillig steht drauf, aber Zwang steckt drin. Die Angst vor einem Jobverlust ist real."

Weniger Jobchancen für Alleinerziehende

"Alleinerziehende müssen durch den 12-Stunden-Tag mit vermehrten Ablehnungen bei Bewerbungen rechnen", warnt Martin vor weiteren Verschlechterungen für Alleinerziehende. Die Regelung zur neuen Mindestsicherung und unzugängliche Steuervorteile für Familien dränge Alleinerziehende weiter in die Armut.

Denn bereits jetzt ist es für Alleinerziehende schwierig, einen Job zu finden. Betreuungspflichten werden häufig als Ablehnungsgrund genannt, so die Plattform. Sollte der 12 Stunden-Tag Einstellungsvoraussetzung sein, sei es für Alleinerziehende unmöglich diesen Job auszuüben, da Kinderbetreuungseinrichtungen nicht so lange geöffnet haben.

14-Stunden-Tag für Kinder?

"Die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf wird durch den 12-Stunden Tag verschlechtert", warnt Evelyn Martin. Es lägen schließlich keine Lösungen vor, wie die Betreuung der Kinder geregelt werden soll. "Wollen wir das wirklich für unsere Kinder und uns selbst, dass Kinder 14 Stunden am Tag im Kindergarten oder Hort verbringen? Wann bleibt dann Zeit für das Miteinander in der Familie?", fragt die Expertin.

"Eltern und Kinder haben ein Recht auf gemeinsame Zeit. Aus Psychologie und Pädagogik wissen wir, wie bedeutend die gemeinsam verbrachte Zeit für beide Seiten ist, besonders aber für eine gesunde soziale Entwicklung der Kinder. Wenn Eltern einer 60-Stunden Woche ausgeliefert sind und vermehrt am Wochenende arbeiten müssen, sinken dafür die Chancen." Für die Plattform der Alleinerziehenden ist daher klar: "Hier wird Anti-Familien-Politik gemacht! Wir brauchen dringend ein Umdenken in der Regierung."

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