12 Gründe, einen vollen Busch zu rocken

Schamhaare sind nicht sexy? Wir haben 12 Gründe, warum es eine gute Idee ist, den Busch sprießen zu lassen.

Schamhaar unterliegt wie alle anderen Körperteile auch Modeerscheinungen. Die letzten Jahre ging der Trend zweifellos in Richtung Kahlschlag: Angetrieben von der Pornoindustrie und von Hochglanzproduktionen wurde uns langsam eingeredet, haarige Körperteile wären hässlich oder unhygienisch. Tatsächlich zieht sich die Entfernung von Schamhaar wie ein roter Faden durch die Geschichte: Im antiken Ägypten zum Beispiel gehörte ein haarloser Körper zum Schönheitsideal, allerdings waren damals auch praktische Gründe wie das Vermeiden von Läusen ausschlaggebend für das Haarentfernungsritual. Auch im antiken Rom und Griechenland geht man von einer zumindest teilweise verbreiteten Tradition aus, die Schamhaaren entfernen zu lassen.

In den 70er-Jahren hingegen war die Ästhetik der Pornokultur von haarigen Geschlechtsteilen geprägt. Viele junge Frauen kommen heute gar nicht mehr auf die Idee, dass man Schamhaare auch in ihrem natürlichen Zustand belassen kann. Allerdings fragt man sich: Wollen wir wirklich eine Schönheitsindustrie anfeuern, die uns ständig erzählt, wir wären nicht perfekt und müssten Geld ausgeben, um unser Aussehen zu optimieren? Und sieht eine kahle Schamgegend nicht tatsächlich sehr jung aus, und fördert ein kindliches Sexualideal?

Dabei gibt es gute Gründe, die Schamgegend in ihrem natürlichen Zustand und sprießen zu lassen:

1) Es hat einen Grund, warum die Evolution Haare auf die Vagina gemacht hat

Unsere Scham ist eine besonders sensible Gegend des Körpers und auch die Schleimhaut willl besonders beschützt werden. Deswegen sind die Haare da: Sie schützen unsere Scheide vor allem, was gefährliche Stoffe mitbringen könnte: Penisse, andere Scheiden, Sexspielzeuge, Bakterien, Viren, alles was dazu gehört. Schamhaare sind also wie ein schützender Polster vor der ganzen Außenwelt. Sie wirken als natürliche Barriere gegenüber Bakterien und schützen die Haut vor Reibung bei sexueller Aktivität.

2) Geschlechtskrankheiten sind unwahrscheinlicher

Bei jedem Mal Haar-Wachsen entstehen mikroskopisch kleine Risse in der Haut, durch die Viren eindringen können. Wer sein Schamhaar nicht entfernt, macht sich weniger empfänglich für Herpes, HPV- oder HIV-Viren. Dellwarzen zum Beispiel haben durch den Bikini-Wachs Trend zu neuer Verbreitung gefunden.

3) Und andere Infektionen

Neben Geschlechtskrankheiten können sich auch andere Infektionen leichter ausbreiten: Diese kleinen Risse vom Rasieren und Wachsen sind immer da, und dadurch sind wir anfälliger für Zellulitis- oder Staphylokokkeninfektionen.

4) Keine Pickel und roten Flecken vom Rasieren mehr

Manche finden Haare in der Bikinzone nicht schön, aber manchmal ist die Alternative nicht schöner: Wer auf Haarentfernung verzichtet, muss nicht mehr mit den unangenehmen Folgen des Rasieren umgehen: rote Flecken oder Pickel auf der Haut.

5) Weniger eingewachsene Haare, Entzündungen und Jucken

Eingewachsene Haare sind schon unangenehm genug, aber sie können sich auch entzünden und große Pickel werden oder sogar Folliculitis, so heißt das wenn sich der Folikel entzündet. Und Stoppeln im Intimbereich sind ja auch nicht unbedingt das angenehmste Gefühl.

6) Weniger Sex-Unfälle

Kennen Sie das Gefühl, wenn die Scheide nach dem Sex so ein bisschen weh tut? Oder irritiert ist, oder rot wird? Erinnern wir uns kurz zurück an Punkt 1: Die Haare fungieren als natürlicher Reibungspolster und schützen unsere geliebte Vajayjay vor unangenehmen Nebeneffekten.

7) Weniger Bakterielle Vaginose oder Harnwegsentzündungen

Noch eine Art von Bakterien, die durch das natürliche Netz der Schamhaare schwieriger in die Vagina eindringen können. Viele Frauen bekommen regelmäßig Harnwegsinfektionen, die man durch Schamhaare ein bisschen eindämmen könnte.

8) Es ist ein guter Test, ob Sie mit einem Vollidioten schlafen

Kennen Sie die Theorie, dass wenn Sie zu jemandem nach Hause kommen, und die Person hat keine Bücher, Sie nicht mit ihm oder ihr schlafen sollten? So ähnlich fungiert auch ihr Schamhaar. Wenn Sie sich jemandem nackt zeigen, und die Person stresst herum, weil sie keinen Bock auf Schamhaare hat, schlafen Sie mit einem Vollidioten. Wahrscheinlich hat er zu viele Pornos gesehen, kennt sich nicht genug mit Feminismus oder Body-Positivity aus und hat Angst vor erwachsenen, emanzipierten Frauen.

Wir haben sogar die Erfahrung gemacht, dass diejenigen Männer, die keine Probleme mit Schamhaaren haben, am besten im Cunnilingus sind. Zufall? Wir glauben nicht. Wer Muschis mag, hat keine Angst vor Haaren und erwachsen aussehenden Frauen.

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9) Die Haare eigenen sich für einen Sex-Trick

Kleiner Tipp: Wenn man leicht am Schamhaar zieht, kann man die Klitoris freilegen und sie besser stimulieren. Vor allem bei Frauen mit einer starken Klitorisvorhaut kann das einen großen Unterschied machen. Ob man sich nun mit der Hand, mit einem Vibrator oder durch einen Partner stimuliert wird... die Möglichkeiten sind unendlich.

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10) Man gibt weniger Geld aus

Ein Bikini-Waxing in Wien kostet rund 30 Euro, oft mehr. Wenn man alle 6 Wochen Waxen geht, sind das 260 Euro im Jahr. Bei Rassierern kommt noch die "Pink Tax" dazu, also der Aufschlag, der viele Produkte teurer macht, nur weil sie in einer "weiblichen", pinken Version verkauft werden. Als ob Frauen nicht ohnehin schon genug Geld für Hygieneprodukte und Kosmetika ausgeben müssten. Aber wenn wir zumindest einen Beautywahn eliminieren könnten?

11) Es könnte helfen seinen eigenen Körper so zu lieben wie er ist und sich super weiblich zu fühlen

Wenn man es schafft, seinen Blick zu verändern, kann ein Busch ein supersexy Accessoire sein, das einen wie ein klassisches Gemälde und weniger wie einen supercleanen, Teenager-Pornostar fühlen lässt. Im besten Fall ist das Haar dann nichts mehr, das man unter Kontrolle halten muss, sondern ein positiver Zusatz!

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12) Es ist ein feministisches Statement - wenn Sie das möchten

Obwohl sich der Trend langsam - sehr langsam - hin zu einem natürlicheren Look ändert, leben wir definitiv in einer Gesellschaft, die Frauen für ihren natürlichen Zustand bestraft und in ein sehr enges Schönheitskorsett drängen möchte. Wer, um seiner Gesundheit was Gutes zu tun, besseren Sex und weniger Stress zu haben, auf Schönheits- und Sexualideale der Prono- und Schönheitsindustrie verzichtet, macht damit definitv ein emanzipatorisches Statement. Natürlich nur, wenn man das möchte. Wer Spaß daran hat, seine Schamhaare zu entfernen, für den kann auch das ein befreiender Akt sein. Aber es kann auch ermächtigend sein, überhaupt zu realisieren, dass man die Wahl hat. Und trotzdem sexy ist. Und diese Wahlfreiheit werden wir bis in alle Ewigkeit feiern.

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