10 Tipps für durchwachte Mama-Kind-Nächte

Menervas zweijährige Tochter macht die Nacht zum Tag. Was Mama da braucht? Einen Schlachtplan für durchwachte Nächte!

Ja, das ist ein sehr langer Titel, aber es gab eine Phase, da waren meine Nächte noch viel länger. Tagsüber schlief meine Tochter (2 Jahre) tief und fest und nachts wurde sie zur Eule. Es war kein Jetlag, kein zu langes Nickerchen, nichts, das mir bewusst war, dass zu dieser Situation führen konnte, aber hier waren wir nun: Ich müde, sie munter und durch die Nacht ging es immer heiter und bunter. Die ersten Nächte waren hart, wie bei einem Entzug. Nach dem dritten Tag dachte ich „DAS ist der letzte Tag, ich habe es sicher schon geschafft.“ Als es am fünften Tag so weiter ging, habe ich beschlossen, dass mir dieses nächtliche Wachsein auch Spaß machen muss, denn ich habe keine Ahnung, wie lange es noch anhalten wird und vor allem keine Ahnung, wie lange ich es noch halbwegs normal im Kopf mitmachen kann.

Dein Guide durch die Nächte mit Putzerl


1. Arzt fragen

Ja, vielleicht klingt es etwas übertrieben, aber ich frage lieber einmal zu viel als zu wenig. Mit dem Kinderarzt alles abzuklären, finde ich richtig, wenn plötzlich eine drastische Veränderung passiert und für uns war das eine.

2. ISS!

Zugegeben, deine Hüften werden dir sicher nicht danken und wenn du meine siehst, kannst du erraten, dass ich viele schlaflose Nächte hinter mir habe, ABER: du brauchst Snacks, die dir schmecken. Nimm dir dein Lieblingszeug, das macht dich ruhiger und wie heißt es so schön? „Essen gut, alles gut.“ Na fast, wäre da nicht noch das Kind :D

3. Schau was Schönes

Kram deinen Lieblingsfilm heraus. Oder deine Lieblingsserie. Während du auf dein munteres Putzerl aufpasst, macht es einen großen Unterschied, ob du einen Film schaust, den du magst, oder „irgendetwas“ im Hintergrund läuft.

4. Müde machen

Sie schläft den ganzen Tag (logisch, wenn man die ganze Nacht auf Eule tut) und genau dann, wenn sie schon ein paar Stunden geschlafen hat, wecke ich sie auf. Wir gehen dann auf den Spielplatz. Sie soll laufen, spielen und sich richtig viel bewegen. Das hat mir an diesem Tag sehr geholfen, weil sie dann abends viel früher eingeschlafen ist.

5. Glaube ja nicht, dass du gewonnen hast

Genau einen Tag klappt das mit dem „Müdemachen“ und dann gibt es wieder einen Rückfall, was nun? Es ist für mich einfach nicht leicht, ich bin konstant müde, kann mich nicht konzentrieren, bin einfach nur wütend und hilflos. Irgendwo verstehe ich, dass ein Wachstumsschub für die Kleinen sicher auch nicht leicht ist, aber trotzdem würde ich gerne mein Kissen mit meinem Gesicht umarmen - und das für eine sehr lange Zeit.

6. Try and Error

Fakt ist, dass das Kind wach ist. Fakt ist, dass du die Aufsichtsperson bist und, dass deine Müdigkeit überhaupt keine Rolle spielt. Das gute Essen und die Disneyfilme helfen meiner Psyche enorm, aber sie ändern nichts daran, dass Madame hellwach ist. Sie nachts müde zu machen hat mir Null geholfen, tanzen, spielen und basteln tagsüber ebenso. Aber es war auf jeden Fall einen Versuch wert.

7. Der goldene Tipp

Geht mit euren Kindern schwimmen! Bis ich zu dieser Conclusion gekommen bin, habe ich paar Kilo gewonnen, viele Nerven verloren und endlose Selbstgespräche geführt - ihr bekommt es von mir gratis und mit Handkuss, because i know the struggle is real. Wir waren vier Tage hintereinander schwimmen. Madame hatte nicht nur tierischen Spaß, sondern schlief diese vier und die darauf folgenden Tage wie ein Murmeltier.

8. Fehlende Geduld

Ich habe durch diese zwei Wochen so viel über mich selbst gelernt. Ein Mensch ist im müden Zustand einfach eine unsympathische Person, die gar keine Geduld hat, die sie verlieren könnte. Ich war oft kurz vorm Weinen, weil ich einfach so müde war, aber nicht schlafen konnte. Meine Müdigkeit hat mich dazugeführt, innsgeheim auf mein Kind wütend zu sein. Das ist kein schönes Gefühl und sobald man so empfindet, muss man sich selbst beiseite nehmen und reflektieren.

9. Partnerarbeit

Mein Mann und ich haben uns immer abwechselnd um unsere Tochter gekümmert, was dazu führte, dass wir einander fast gar nicht mehr sehen konnten. Nachts bin ich wach mit ihr, tagsüber ist sie bei Papa, jedenfalls am Wochenende, weil er dann daheim ist. Es war also ein klassischer Schichtwechsel, wir haben aber keine richtige Konversation in diesen zwei Wochen geführt. Das kommt vor. Es ist elend. Aber es vergeht.

10. Geh schlafen!

Wenn diese Phase dann einmal vorbei geht (und das wird sie, man muss es sich einfach nur oft genug einreden), dann gib dir ein innerliches Highfive und leg dich ins Bett. Du wirst es viel früher als erwünscht wieder verlassen müssen.

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