10 min mit … Sophie von Kessel

Die 39-Jährige ist die neue „Jedermann“-Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen, im Interview spricht sie über das Älterwerden, ihr Lebensglück und ihre Heimatgefühle.

Die 39-Jährige ist die neue „Jedermann“-Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen. Im Interview spricht die Schauspielerin über das Älterwerden, ihr Lebensglück, ihre Heimatgefühle – und wann sie zufrieden ist.

Interview Johanna Jenner Foto Renate Neder, München

Sie sind die neue Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen. Haben Sie, abgesehen von Hugo von Hofmanns­thals „Jedermann“, schon mal um einen Mann gebuhlt?
Ja, natürlich musste ich ab einem gewissen Punkt meine Zeichen setzen. Um meinen Mann habe ich sicherlich gebuhlt. Ich habe mich zu ihm bekannt. Und ich schrieb damals Briefe.
Was bedeutet für Sie Romantik?
Romantik ist für mich nicht Champagner, Abendessen und rote Rosen. Einer der romantischsten Momente meiner Beziehung war nach der Geburt meines ersten Kindes. Als alle aus dem Zimmer gingen, um mich und meinen Mann mit dem Baby allein zu lassen, war das für mich ein sehr inniger, romantischer Moment.
Im „Jedermann“ steht der Tod im Mittelpunkt. Glauben Sie an ein Leben danach?
Ich glaube, aber nicht nach einer bestimmten religiösen Richtung. Mich haben immer schon verschiedenste Religionsrichtungen interessiert, besonders der Buddhismus. Der Tod wird bei uns in der Gesellschaft sehr verdrängt. Die Frage stellt man sich leider erst, wenn er vor der Tür steht.
Wie wichtig ist Ihnen Geld?
Ich bin alles andere als Millionärin, aber mir geht es wirklich gut. Dann ist es natürlich leicht zu sagen: Geld ist mir nicht wichtig. Aber es ist mir tatsächlich nicht wichtig. Ein schickes Auto zu fahren, einen tollen Urlaub zu buchen oder in einer Villa zu wohnen sind alles Dinge, bei denen ich nicht das Lebensglück spüre. Mein Lebensglück liegt bei meinen Kindern. Und wenn ich mit Menschen, die ich liebe, Zeit verbringen kann.
Sie sind Diplomatentochter, wurden in Mexiko geboren, wuchsen in Finnland, Wien und Köln auf. Was bedeutet für Sie Heimat?
Ich kenne das Heimatgefühl nicht. Mein Heimatgefühl hat mit Menschen zu tun, nicht mit einem Ort. Ich fühle mich dort zuhause, wo meine Liebsten sind. Aber das gibt mir auch eine gewisse Freiheit und Offenheit, weil ich nicht an bestimmte Orte gebunden bin.

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Was ihre Familie für Sophie von Kessel bedeutet und wie sie mit dem Älterwerden umgeht, erfahren Sie in der Juli-Ausgabe der WIENERIN.

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