10 min... mit Juanes

Während Juanes für die meisten noch als Latin Lover gilt, ist er für die Jugend seines Landes bereits der neue Bono Vox.

Neben Shakira ist er der berühmteste Musikexport Kolumbiens. Während er für die meisten noch als Latin Lover gilt, ist er für die Jugend seines Landes bereits der neue Bono Vox.

Interview Julia Wagner Fotos Universal Music

Sie stammen aus Medellín, der berüchtigten Drogenhauptstadt ...
Also ich fühle mich ziemlich sicher dort. Ich habe mehr Angst, wenn ich in ein Flugzeug nach London oder New York steigen muss. Aber es stimmt, dass wir Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre massive Probleme hatten.

Das Musikbusiness ist dafür bekannt, Drogen gegenüber nicht ab­geneigt zu sein. Wie denken Sie als Kolumbianer darüber?
Ich habe niemals Drogen ausprobiert, das hat mich nicht interessiert. Für uns ist Kokain keine Partydroge, sondern etwas, woran Blut klebt. Für die meisten Kolumbianer bedeuten Drogen Schmerz, Verlust und Tod. Fast jeder kennt jemanden, der deswegen ermordet wurde.

Ihr bester Freund wurde erschossen, Ihr Cousin entführt und trotz Lösegeldzahlungen ermordet. War das früher Alltag in Kolumbien?
Jeder war irgendwie von Gewalt betroffen. Als ich jung war, war das aber wesentlich schlimmer. Heute ist das Leben in den Städten normal, die Wirtschaft entwickelt sich rasant. Der Krieg tobt aber noch immer im Hinterland, in das sich die Guerillakämpfer zurückgezogen haben.


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Sein größter Hit bisher war der Song La Camisa Negra. Privat, sagt Juanes, sind das aber seine zwei Töchter.

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