10 Fakten über Brustkrebs

Jede achte Frau erkrankt an Brustkrebs. Was der Tumor im Busen aber für eine Frau bedeutet, wo sie Hilfe findet und wie Sie Ihr Risiko senken können, verrät Brustkrebsexperte Dr. Christian Singer.

1. Brustkrebs ist kein Todesurteil!

Die Zeiten, in denen Brustkrebs den sicheren Tod bedeutet hat, sind längst vorbei, sagt Dr. Christian Singer, Leiter der Arbeitsgruppe Brustgesundheit an der Frauenklinik im Wiener Allgemeinen Krankenhaus: „Die Therapien und die Möglichkeiten der Früherkennung haben sich so gebessert, dass mehr als 80 Prozent aller Frauen völlig gesund aus der Behandlung herausgehen."

2. So funktioniert die Selbstuntersuchung der Brust!

Am besten führen Sie diese einige Tage nach der Regel unter der Dusche oder vor dem Spiegel durch. Zuerst betrachten Sie die Brustwarzen: Sind diese regelmäßig oder gibt es Einziehungen? Dann heben Sie einen Arm und tasten mit der anderen Hand Stück für Stück die Brust und die Stelle zwischen Brust und Achselhöhle nach Knoten ab. Dann dasselbe auf der anderen Seite wiederholen.

3. Senken Sie aktiv Ihr Brustkrebsrisiko!

Jede Frau kann etwas dazu beitragen, um ihr Brustkrebsrisiko zu senken, so Dr. Christian Singer: „Machen Sie Sport, trinken Sie nicht zu viel Alkohol und achten Sie auf Ihre Figur. Aus Studien wissen wir, dass das Risiko durch das Einschränkens des Alkoholkonsums auf nicht mehr als ein Achtel Wein pro Tag, regelmäßige Bewegung im Ausmaß von mindestens drei Mal 20 Minuten pro Woche und das Vermeiden von Übergewicht wesentlich sinkt."

4. Brustkrebs ist meistens nicht genetisch bedingt!

Etwa fünf Prozent aller Brustkrebsfälle gehen auf eine erbliche Vorbelastung zurück. Wenn in der Familie Brustkrebs gehäuft oder sehr früh auftritt, sollten die betroffenen Frauen Kontakt mit einem größeren Brustgesundheitszentrum aufnehmen, um mittels Gentest ermitteln zu lassen, ob sie eine Veränderung der BRCA 1- oder BRCA 2-Gene in sich tragen. In diesen Fall wäre in jedem Fall eine engmaschigere Kontrolle notwendig, auf Wunsch auch eine vorbeugende Entfernung von möglicherweise gefährlichem Brustgewebe. Das Risiko, dass die betroffenen Frauen Brustkrebs - oder Eierstockkrebs (die beiden Krebsarten hängen zusammen) - bekommen, liegt bei etwa 85 Prozent.
Kontakt zu Zentren mit genetischer Beratung.

5. So läuft eine Mammographie ab!

Bei einer Mammographie wird eine Röntgenaufnahme der Brust gemacht, indem die Brust sowohl horizontal als auch vertikal zwischen zwei Platten geklemmt und geröntgt wird. Manchmal kann das ein bisschen weh tun. Aber die Begutachtung wird dadurch für den Arzt viel einfacher und sicherer. Ist das Gewebe sehr dicht, wie bei jungen Frauen, erfolgt zusätzlich noch ein Ultraschall.

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6. Eine Mammographie macht ab 40/ 45 Jahren Sinn!

Das flächendeckende Mammographie-Screening beginnt ab 45 Jahren. „Wer will kann auch schon ab 40 Jahren hingehen", erklärt Dr. Singer. „Im Normalfall reicht das, außer bei einer familiären Vorbelastung oder Auffälligkeiten - dann ist die Untersuchung auch schon früher sinnvoll."

7. Komplementäre Heilmethoden wie Misteltherapie, Akupunktur oder Homöopathie können Brustkrebs nicht heilen!

Diese Methoden helfen zwar nicht beim Kampf gegen den Krebs, aber zur Behandlung der Nebenwirkungen der schulmedizinischen Behandlungen wie Chemo- oder Strahlentherapie. Übelkeit oder Durchfall können so gut in Griff gebracht werden.

8. Diese Faktoren erhöhen das Brustkrebsrisiko!

Neben der familiären Vorbelastung sind Lifestylefaktoren wie ein hoher Alkoholkonsum , Bewegungsmangel und Übergewicht von Bedeutung. Aber auch die Einnahme von Hormonen in Form der Pille oder im Rahmen einer Hormonersatztherapie im Rahmen der Menopause. Dr. Singer: „Diese haben aber nicht so viel Auswirkung wie Alkohol, Bewegung und Übergewicht. Das erhöhte Risiko durch die Pille verschwindet nach dem Absetzen derselben wieder." Ebenfalls negativ können sich Kinderlosigkeit, späte Mutterschaft, nicht Stillen oder ein sehr frühes Einsetzen der Menstruation bemerkbar machen.

9. Brustkrebs bedeutet längst keinen Verlust des Busens mehr!

In 85 Prozent der Fälle kann Brust erhaltend operiert werden . „Das bedeutet, die Frau wacht nach dem Entfernen des Knotens mit einer Brust auf, da das entfernte Gewebe durch ein Silikonimplantat ersetzt wird", erklärt Dr. Christian Singer. „Bei den anderen 15 Prozent kann nach einigen Monaten ebenfalls wieder ein Implantat eingesetzt werden." Info: Die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse.

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