10 Dinge, die Sie wissen müssen, um gesunde Zähne zu haben

Gute Zähne sind keine Sache der Gene. Wer seine Zähne hegt und pflegt wie einen kostbaren Schatz, hat ein Leben lang Freude daran.

Gute Zähne sind keine Sache der Gene. Wer seine Zähne hegt und pflegt wie einen kostbaren Schatz, hat ein Leben lang Freude daran. Worauf Sie unbedingt achten sollten und was Ihre Zähne weniger gut vertragen, verrät Dentistin Dr. Evelyn Lanschützer vom Wiener Zahnkompetenz-Zentrum DHC.

1) Der richtige Zeitpunkt

DO: 2x täglich Zähne putzen. Normalerweise reicht es aus, wenn man morgens und abends gründlich die Zähne putzt. Zuckerhaltige Speisen sollten nach Möglichkeit zu und nicht zwischen den Hauptmahlzeiten genossen werden, sonst bilden sich Säuren, die den Zahnschmelz angreifen.

DON'T: Die Zähne nicht direkt nach dem Essen putzen. Nach saurem Obst oder säurehaltigen Getränken sollte man eine halbe bis ganze Stunde mit dem Zähneputzen warten. Grund: Die Säure weicht den Schmelz auf, der durch das Putzen verstärkt abgerieben werden würde.

Test: Bleaching-Methoden

2) Zahncreme

DO: Achten Sie beim Kauf der Zahnpasta auf den Inhaltsstoff Fluorid. Da es fast nur noch fluoridierte Zahncremes gibt, ist Karies in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Tipp: Nach dem Putzen die Zahnpasta nicht gleich ausspucken, sondern 30 Sekunden im Mund bewegen.

DON'T: Die Zahnpasta soll keine zu groben Putzkörper enthalten. Check: Der RDA-Wert (steht auf der Tube) darf nicht höher als 45 sein. Whitening-Produkte, die Zähne weißer machen sollen, nicht dauerhaft und nur nach Rücksprache mit dem Zahnarzt verwenden.

3) Empfindliche Zähne

DO: Zahncreme für sensible Zähne mit Aminofluorid hilft. Dieser Inhaltsstoff ummantelt die Zahnhälse und reduziert die Empfindlichkeit für eine Weile. Auch effektiv: Fluorid-Gel (z.B. Elmex-Gelee) möglichst vor dem Schlafengehen in die Zähne einmassieren. Bei sehr sensiblen Zähnen kann der Zahnarzt den Zahnhals mit Fluorid-Lack versiegeln oder mit Kunststoff ummanteln.

DON'T:Putzfehler und -defekte sind oft die Ursache für Schmerzen. Feilen Sie an Ihrer Technik. Oberste Regel: Auf keinen Fall schrubben (also die Zahnbürste vor- und rückwärts bewegen) und unbedingt wenig Druck anwenden. Test: Wenn die weichen Borsten Ihrer Zahnbürste quer stehen, putzen Sie zu fest.

4) Die richtige Zahnbürste

DO: Mittelharte Bürsten sind die Besten. Harte Borsten greifen den Zahnschmelz an. Ideal sind abgerundete Nylon- oder Polyesterborsten, die das Zahnfleisch nicht verletzen. Mit einem kleinen Bürstenkopf erreicht man perfekt die hinteren Backenzähne. Wer Schwierigkeiten mit der Technik hat, sollte auf die elektrische Zahnbürste umsteigen; sie unterstützt das Putzen mit rotierenden Bewegungen. Ultraschallbürsten haben bei Untersuchungen sehr gut abgeschnitten.

DON'T: Die Zahnbürste mit niemandem teilen! Keime überleben besonders gut zwischen den Borsten der Zahnbürste. Nach einer britischen Studie befanden sich auf einer Zahnbürste im Durchschnitt 100.000 Keime. Daher sollte man auch nach einer Grippe eine neue Bürste kaufen. Die Zahnbürste nach Gebrauch stets mit Wasser spülen, abklopfen und stehend mit dem Kopf nach oben aufbewahren. Nach 2 Monaten wechseln.

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Ein Zahn ist ein lebendes Organ. Und zugleich das Härteste, was der Körper herstellen kann. Im Laufe des Lebens muss ein Zahn viel leisten: Nahrung zerkleinern, Säuren standhalten und Attacken von Krankheitserregern abwehren. Die Kräfte, die er dabei aushalten muss, liegen zwischen 150 und 800 Newton (= 15 bis 80 Kilo).

Mund und Zähne verraten viel über die Gesundheit. Ein weißer Belag auf der Zunge kann auf eine gestörte Immunabwehr hinweisen; hormonelle Schwankungen können zu überempfindlichem Zahnfleisch führen.
Laut einer US-Studie können durch Zähneputzen gefährliche Bakterien in die Blutbahn gelangen und eine Infektion des Herzens verursachen.

5) Putzdruck

DO: Immer „von Rot nach Weiß" putzen. Setzen Sie dabei die Zahnbürste in einem 45-Grad-Winkel zum Zahnfleisch an. Trick: Die Bürste nur mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger halten; dieses Trio kann nicht hart zupacken.

DON'T: Niemals Schrubben! Durch zu kräftiges Schrubben der Zähne kann der Zahnschmelz abgerieben werden. Und das schädigt im Laufe der Zeit die Zähne.

6) Interdental-Hygiene

DO: Einmal am Tag Zahnseide benutzen; am besten abends. Bis zu 40 Prozent Plaque verstecken sich noch nach dem Putzen in den Zahnzwischenräumen. Diese mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen regelmäßig reinigen. Wichtig: Für jeden Zahnzwischenraum ein unbenutztes Stück der Zahnseide verwenden. Anschließend den Mund mit Wasser gut ausspülen. Dabei nicht zu grob vorgehen, sonst können Zähne und Zahnfleisch verletzt werden.

DON'T: Zahnseide nicht vor dem Zähneputzen verwenden. Dadurch können leicht Speisereste zwischen die Zähne gepresst werden und dort hängen bleiben.

7) Zahnpflege mit Kaugummi

DO: Mit zuckerfreiem (!) Kaugummi die Zähne zwischendurch reinigen. Das Kauen verstärkt den Speichelfluss und der hindert Bakterien daran Säuren zu produzieren.

DON'T: Kaugummi kann das Zähneputzen nicht ersetzen; nur ergänzen.

8) Mundhygiene & Prophylaxe

DO: 2x im Jahr sollte man sich die Zähne professionell reinigen lassen. Grund: Schwer erreichbare Stellen im Gebiss können auch bei bester Zahnreinigung oft nicht genügend gesäubert werden.

9) Mundgeruch

DO: Zunge putzen. Zungenschaber reinigen die Zungenoberfläche und befreien sie von bakteriellen Belägen, die u.a. für Mundgeruch verantwortlich sind. Man kann die Zunge auch mit dem Teelöffel abziehen.

DON'T: Mundwasser kann die empfindliche Bakterienkultur im Mund stören und damit das Problem langfristig verschärfen. Mundwässer daher nur über einen kürzeren Zeitraum (max. 2 Wochen) und nur nach Rücksprache mit dem Arzt einsetzen. Chlorophylltabletten helfen gegen Mundgeruch bedingt durch Speisen wie Knoblauch, Zwiebeln etc.

10) Milchzähne

DO: Die Pflege der Milchzähne ist genauso wichtig wie die der bleibenden Zähne. Sie haben eine entscheidende Bedeutung für die Entwicklung des Gebisses. Da der Zahnschmelz der Milchzähne weniger Mineralien enthält als der von bleibenden Zähnen, kann er schneller kariös werden.

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