10 Dinge, die ich am Sommer hasse

Von wegen beste Jahreszeit. Es gibt einiges, was ich am Sommer gar nicht so toll finde! Ein Kommentar.

10 Dinge, die ich am Sommer hasse

Ja, ich weiß, manche haben die Überschrift gelesen und gleich groß "Blasphemie" geschrien. Weil natürlich ist Sommer die beste Jahreszeit. Wenn das du warst, möchte ich dir eine Frage stellen: Denkst du das wirklich? Dass der Sommer das Beste ist? Oder ist das noch in deinem Hirn verankert, seit du ein Kind warst und 9 Wochen lang unbeschwert am See lagst? Passt diese Einstellung noch dazu, dass du jeden Tag in einem heißen Büro schwitzt, in deiner Dachgeschoss-Wohnung bei 28,4 Grad nicht mehr schlafen kannst und maximal 2 Wochen überteuert irgendwo hinfahren kannst, wo dann dauernd neben dir kleine Kinder ins Wasser springen und dir ins Ohr schreien. Think about it!

Wie man vielleicht rauslesen kann, bin ich nicht der größte Fan des Sommers. Dieser hat natürlich auch tolle Seiten und ich liebe es entspannt am See zu liegen (wie früher halt). Aber es ist nicht alles daran großartig. Und darüber können wir ruhig auch mal reden.

1. Die Hitze

Klar, wenn man 12 oder 16 ist und jeden Tag mit seinen Freund*innen um die Häuser zieht, fällt einem das nicht so auf. Wenn man aber jeden Tag zur Arbeit aufstehen muss und den ganzen Tag in einem heißen Büro verbringt, ist das ein anderes Thema. Irgendwann werden so Dinge, wie, dass das Büro so heiß war, dass man am Nachmittag einen Kübel mit kaltem Wasser unter den Tisch stellen musste, um dort die Beine abzukühlen, eine lustige Anekdote. In dem Moment ist es aber gar nicht so witzig!

2. Die Erwartungen

Der Sommer ist das Silvester des Jahres. Jedes Jahr gibt es Freund*innen, die begeistert ausrufen: Das wird unser Sommer. (BTW, nie hört man Leute sagen: Das wird unser Herbst und deswegen mag ich den Herbst schonmal lieber). Die Erwartungen an den Sommer sind immer hoch. Denn es soll großartig werden, und man soll so viel erleben. Und das kommt immer mit Druck einher, der vielleicht (wahrscheinlich) nicht erfüllt werden kann.

3. Schlaf

Seit ich ein gewisses Alter erreicht habe, dreht sich bei mir viel um Schlaf. Und nicht nur bei mir. Wenn erwachsene Menschen sich begrüßen und fragen: "Hey wie geht es dir?" Ist die Antwort manchmal auch einfach nur: "Ich habe schlecht geschlafen." Und alle nicken verständnisvoll. Wenn jetzt also, so wie in einer Großstadt aktuell, während einer Hitzewelle Schlaf zur Tortur wird, kann man sich ausrechnen, wie wenig lustig, das alle finden. Heute Morgen im Bus in die Arbeit stand in den Gesichtern aller dieselbe Botschaft: Sprich mich nicht an, die Nacht war die Hölle, weil es wieder nicht abgekühlt hat.

4. Der Druck rauszugehen

Der Sommer ist nicht für immer. Das weiß ich. Und deshalb denke ich mir immer (und es wird mir auch gesagt, seit ich ein Kind bin): Geh raus, wenn die Sonne scheint. Aber manchmal würde ich einfach gerne einen langen Sonntag im Bett verbringen, ohne mir selbst den Druck zu machen "rausgehen und das Wetter nützen zu müssen". Regentage im Sommer. Ich liebe sie. Denn dann kann ich auch mal zwischen dem ganzen Rausgehen einen Film schauen oder ein Buch drinnen lesen. Manchmal erzeugt schönes Wetter nämlich unnötigen Druck.

5. Mücken

Ich weiß. Theoretisch hat alles einen Platz und eine wichtige Funktion in der großen Kette des Lebens. Aber Mücken? Wirklich? Mücken? Welche Funktion wäre das? Ich hasse diese Tiere mit jeder Faser meines Körpers. Und ihr kennt diese Unentspanntheit, wenn man eine Mücke im Schlafzimmer hat. Kaum ist das Licht aus, hört man sie. Psssttttt. Kaum dreht man das Licht an, findet man sie nicht mehr. Was gibt es Schlimmeres?

6. Terminkalendar

Nachdem so viele Menschen finden, dass der Sommer die beste Jahreszeit ist, haben viele auch das Bedürfnis in diesen besten Monaten alles reinzupacken, was man reinpacken kann. Geburtstagsfeier werden auf den Sommer verschoben, jedes Brautpaar möchte ihren besonderen Tag im Sommer feiern und so passiert es ganz schnell, dass bereits Anfang Juni alle Wochenenden bis Mitte September ausgebucht sind. Tut uns doch einen Gefallen und plant einfach eine nette November-Hochzeit, hm? Ginge das?

7. Männer

Wusstet ihr, dass laut der Polizei in Wien die sexuellen Übergriffe im Sommer massiv ansteigen? Offensichtlich haben viele Männer die Selbstbeherrschung eines horny Delphins (Delphine sind keine netten Tiere, google it!), besonders je kürzer die Kleidung der Frauen wird. Netterweise hat die Polizei letztes Jahr Verhaltenstipps für Frauen ausgeschickt, wie man kein Opfer eines Übergriffs wird. Als Frau muss man sich also beim Weggehen nicht nur überlegen, ob es zu heiß für ein Outfit ist und ob man sich darin wohlfühlt, sondern auch, ob man damit möglicherweise Männer provoziert. Oh what a fun time.

8. Urlaube

Zugegeben, es gibt wenige Dinge, die besser sind, als im Sommer gemütlich am Strand oder am Pool unter Palmen zu liegen, mit einem netten Cocktail in der Hand. Nicht oft, hat man so viel Lebensqualität. Leider ist aber besonders in der Hauptsaison Wegfahren oft ein teurer Spaß, alles ist extrem überlaufen und vor allem ist alles voller Familien. Wenn man also nicht möchte, dass Kinder neben einem ins Wasser springen, muss man auf Adults Only Hotels setzen – was noch teurer ist. Man hat also nur die Möglichkeiten den Sommer in der Stadt auszusitzen und Urlaub erst im Herbst zu nehmen oder sich darauf einzulassen.

9. Kleidung

Als ich dieses Jahr meine Winterkleidung weg und meine Sommerkleidung herräumte, war ich kurz sehr aufgeregt. All diese kurzen Kleider, bunten Farben, lustigen Schnitte und Rüschen machten meinen Kleiderschrank lustig und bunt. Aber gerade im Sommer finde ich den Druck gut angezogen zu sein noch größer. Die Frauen auf der Straße, die man sieht, sehen großartig aus. Und das obwohl sie so viele Gedanken in ihre Outfits reinfließen lassen müssen: Die Hitze, den Anlass, die Farbe (zum Beispiel nicht mit weiß Eis essen zu gehen), Männer (siehe Punkt 7), und so weiter. Sommer ist die Zeit, um zu zeigen was man hat und das macht manchmal auch ziemlichen Druck.

10. Körperunzufriedenheit

Wenn man im Winter mit einem kuscheligen Pullover gemütlich ein Buch liest, dann ist der Druck super in Form zu sein geringer, als wenn man mit Freund*innen am Strand liegt. Für manche ist das kein Problem und die stecken das gut weg, andere hemmt es so, dass sie gar nicht rausgehen und sich zeigen möchten. Sprichwörter wie "Hot Girl Summer" erzeugen dann zusätzlichen Druck, mit denen viele nicht gut umgehen können. Die ständigen Vergleiche erhöhen häufig die Unzufriedenheit. Sommer ist für viele die Jahreszeit, um ihren Körper zu hassen. Und das sollte nicht sein!

 

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